Seemann Kuttel Daddeldu | Jene brasilianischen Schmetterlinge

Jene brasilianischen Schmetterlinge

Wie schön ihr angezogen seid!
Simpelfarbig ist unsere Menschenhaut
Und hat noch Hitzpickel am Gesicht.
Aber ich denke das ohne Neid.
Ihr renommiert wahrscheinlich auch nicht
Mit euren sonnenmetallischen Flügeln.
Sie sind euer einziges Kleid.
Ihr braucht es niemals zu bügeln.
Und wenn ich es täte, dann ginge
Es sicher entzwei.
Und euer Leben, ihr Schmetterlinge,
Huscht sowieso wie ein Sternschnupp vorbei.
Drum seid ihr Ochsen, wenn ihr’s nicht genießt.
Dauernd saufen, naschen, geschlechtlich paktieren!
Derart keine Zehntelsekunde verlieren!
Bis euch der deutsche Professor aufspießt.
—   —   —   —   —   —   —   —   —   —
Die europäischen Fernen
Kennenzulernen,
Was euch das Leben nie bot,
Was ihr damals auch nie gewollt noch begriffen hättet, –
Nun wär’s euch. – – Zwischen Gläser gebettet
Leuchtet ihr so geduldig tot.
Broschen seid ihr und Fächer.
Ich habe aus euch einen Aschenbecher;
Aber er tut mir so leid.
Ich streue die Asche lieber daneben.
Denn euch brachte das schöne Kleid
Um euer junges, brasilianisches Leben.
Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Wilhelm Busch | Der heilige Antonius – Der heilige Antonius – letzte Versuchung

Der heilige Antonius – letzte Versuchung

Der heilige Antonius von Padua
Saß oftmals ganz alleinig da
Und las bei seinem Heiligenschein
Meistens bis tief in die Nacht hinein. –
Und wie er sich umschaut, der fromme Mann,
Schaut ihn ein hübsches Mädchen an. –
der heilige Antonius von Padua
War aber ganz ruhig, als dies geschah.
Er sprach: »Schau du nur immer zu,
Du störst mich nicht in meiner christlichen Ruh!«
Als er nun wieder so ruhig saß
Und weiter in seinem Buche las –
Husch, husch! – so spürt er auf der Glatzen
Und hinterm Ohr ein Kribbelkratzen,
Daß ihm dabei ganz sonderbar,
Bald warm, bald kalt zumute war. –
Der heilige Antonius von Padua
War aber ganz ruhig, als dies geschah.
Er sprach: »So krabble du nur zu,
Du störst mich nicht in meiner christlichen Ruh!«

»Na! – – Na!«
»Na, na! – sag‘ ich!!!«
»Hm! hm! – – hm!!!«
Und gibt dem heil’gen Antonius
Links und rechts einen herzhaften Kuß.
Er sprang empor, von Zorn entbrannt;
Er nahm das Kreuz in seine Hand:
»Laß ab von mir, unsaubrer Geist!
Sei, wie du bist, wer du auch seist!«
Puh!! – Da sauste mit großem Rumor
Der Satanas durchs Ofenrohr.

Der heilige Antonius, ruhig und heiter,
Las aber in seinem Buche weiter! –
So laß uns denn auf dieser Erden
Auch solche fromme Heil’ge werden!
Wilhelm Busch (1832-1908)

100 Dinge die wir durch PC Spiele gelernt haben

1. Wenn Sie nach unten schauen, sehen Sie Ihre Füße nicht.
2. Um Verletzungen zu heilen, reicht es vollkommen, kurz in einer Ecke zu warten. Oder eine Stunde zu schlafen.
3. Ein ausgewogenes Mittagessen heilt Schusswunden und Verkrüppelungen.
4. Um einen Gegenstand aufzuheben, rennen Sie einfach drüber.
5. Wenn der Gegenstand nützlicher sein sollte als der, den Sie gerade in den Händen halten, erfolgt ein automatischer Austausch. Das alte Objekt landet in Ihrem Rucksack.
6. Wenn Sie sich beim Einräumen Ihres Rucksacks Mühe geben, dann passt auch der Raketenwerfer noch rein.
7. Prinzessinnen werden ausschließlich von italienischen Klempnern gerettet.
8. Sie können die Zeit verlangsamen, wann immer Sie es für nötig halten.
9. Um Menschen zu operieren, reicht es, vorher eine medizinische Zeitung zu lesen.
10. Frösche sterben im Wasser.

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Wir Lauscher fordern: Macht die Kneipen wieder auf!

die houdini bande schlägt wieder zu…

Hannover, Weidendamm.

Nachts vor einem Club. Ein offenbar betrunkenes Pärchen streitet sich.

Sie: „Du hast doch gesagt, du hast mein Fahrrad mit angeschlossen?“
Er (langsam lallend): „Jaaa?“
Sie: „Und wie kann das sein, dass meins jetzt wech is und deins nich?!!“
Er: „ … das waren… (kurze Denkpause, dann artikuliert er mit schwerer Zunge sehr angestrengt aber triumphierend des Rätsels Lösung)… Trickdiebe!“

belauscht von Nachtschwärmer

sittich ist sinnig

Oberstimm. Während des Volksfests Barthelmarkt.

Auf einer Wiese steht ein Fohlen eines Shetlandponys. 2 Freundinnen (schon recht angetrunken) sind ganz begeistert:
#1: “Komm, lass uns das Pony mitnehmen, das passt in meine Wohnung.”
#2: “Aber dann musst du dir 2 kaufen! Pferde sind Herdentiere.”
#1 (überzeugt): “Dann hol ich mir einfach noch einen Wellensittich! Die soll man auch zu zweit halten.”

belauscht von Anja

stoffe egal, weil er es nicht lange in hält

Kassel. Auf einem Volksfest.

3 Jungs (ca. 18) stehen angetrunken am Bratwurststand.

#1 (lallend): “Ich kauf mir jetzt ne Bratwurst.”
-einige Zeit vergeht-
#2: “Ich denk du wolltest dir ne Bratwurst kaufen!”
#1: “Ich muss mir erst mal die Inhaltstoffe durchlesen!”
#3: “Ist doch eh scheißegal, die kotzt du sowieso gleich wieder aus!”

belauscht von Becker

jetzt neu: das e-klo!

Münster.

Spät abends ist im Studentenwohnheim plötzlich der komplette Strom weg. Als ich im Stockdustern zum Sicherungskasten komme, steht schon ein angetrunkener Mitbewohner davor und begutachtet diesen.

Mitbewohner: “Die Sicherungen sind alle drin, daran kann es wohl nicht liegen?!?”

In diesem Moment ertönt im Hintergrund eine Toilettenspülung.

Mitbewohner (sinnierend): “Ein bisschen Strom muss ja aber noch da sein, die Klospülung geht ja noch…!”

belauscht von Helena

17 jahr – solo bar

München, in einer Bar.

Ein Mädchen feiert lautstark mit für die Location ihren deutlich zu jungen Freundinnen ihren 17. Geburtstag. Auf einmal steht sie auf.

17-jährige: “Mann ey! Ich sitz’ hier schon Ewigkeiten und es hat mich immer noch keiner angelabert! Ich glaub, ich sterb’ wirklich allein.”
Typ neben ihr an der Bar (um die 30, mitleidig): “…du bist seit weniger als einem Tag 17 und hackedicht.”
17-jährige (entrüstet): “Na eben!”

belauscht von Teresa

Mütter sind alt – aber nicht doof!

Alexander hat seine Mutter zum Abendessen in seine Zweier-WG eingeladen. Als seine Mutter sich von ihm verabschiedet, sagt sie zu ihm, wie hübsch sie seine Mitbewohnerin findet. Alexander, der bereits ahnt, dass seine Mutter sich vorstellt, dass zwischen ihm und Sophie mehr vorhanden ist, versucht gleich jeglichen Verdacht zu entkräften und sagt: „Ich weiß, dass du denkst, dass zwischen Sophie und mir mehr als nur ein freundschaftliches Verhältnis besteht, aber ich versichere dir, dass zwischen uns nicht mehr ist.“
Eine Woche später suchen Sophie und Alexander vergeblich in der Küche nach ihrem Abtropfsieb. Sophie bemerkt, dass dieses seit dem Besuch von Alexanders Mutter nicht mehr da sei. Alexander kann sich zwar nicht vorstellen, dass seine Mutter damit etwas zu tun hat, schreibt ihr aber trotzdem eine E-Mail: „Liebe Mutter, weder behaupte ich, dass du unser Abtropfsieb mitgenommen hast, noch dass du es nicht mitgenommen hast. Tatsache ist jedoch, dass es seit deinem Besuch verschwunden ist. In Liebe, Alexander.“
Noch am selben Tag erhält Alexander folgende Antwort von seiner Mutter: „Мein lieber Schatz, weder behaupte ich, dass du mit Sophie schläfst, noch dass du nicht mit ihr schläfst. Doch wenn sie in ihrem eigenen Bett geschlafen hätte, dann hätte sie das Abtropfsieb schon längst gefunden. In Liebe, Mutter.“

Wilhelm Busch | Der heilige Antonius – Die Wallfahrt

Der heilige Antonius – Die Wallfahrt

Es schickt sich, daß ein frommer Mann
Die Sache überlegt;
Er schafft sich einen Esel an,
Der ihm den Ranzen trägt.
So zogen sie hinaus zum Tor
Und fürder allgemach;
Der Heilige, der ging her vor,
Der Esel hinten nach.
Antonius als guter Christ
Schaut’s an mit Seelenruh:
»He, Alter! Wenn du fertig bist, –
Wohlan! – so trage du!«
Er setzt sich auf und reitet sacht
Bis nach Jerusalem.
Wo Salomonis Tempel stand,
Liegt mancher dicke Stein,
Den allerdicksten, den er fand
Packt Sankt Antonius ein.
Das hilft ihm aber alles nit,
Wir kümmern uns nicht drum.
Der Bär, obschon ganz krumm und matt,
Setzt sich in kurzen Trab.
Bis hin nach Padua der Stadt;
Da stieg Antonius ab.
»Mein Freund, du kannst nun gehn!
Und wie es einem gehen kann,
Das hast du nun gesehn!«
»Mein Leben lang bekümmr‘ ich mich
Um keinen Esel mehr!«
Wilhelm Busch (1832-1908)

Wilhelm Busch | Wie der Mann um den Hausschlüssel bitten lernt

Wie der Mann um den Hausschlüssel bitten lernt

Gewaltsame Annexion des Hausschlüssels.

Triumph und Abschied.

Fatales Mißgeschick und Vergeltung.

Gezwungene Bitte.

Gewährung und definitiver Abschied.

Wilhelm Busch (1832-1908)

Der Bademeister…

Der Bademeister beobachtet drei Seniorinnen alle um die 80 wie sie ihre Bahnen ziehen. Die Erste 5 Minuten ohne Pause. Nicht schlecht denkt er sich. Die Zweite 10 Minuten auch ohne Pause. Auch nicht übel. Aber die Dritte übertrumpf die beiden: 10 Minuten, 15 Minuten eine halbe Stunde ebenfalls ohne Pause. Da kann sich der Bademeister nicht länger zurückhalten. Er spricht die Seniorin an: „Donnerwetter gnädige Frau für ihr Alter haben sie aber noch eine sehr gute Kondition wie gib´s den das?“ Die Frau schaut den Bademeister an schmunzelt verschmitzt und sagt, während sie weiter ihre Bahnen zieht: „Ach wissen sie guter Mann, ich wahr in meinen jungen Jahren Nutte in Venedig“.

Seemann Kuttel Daddeldu | Gladderadatsch

Es hatte ein Igel sich geckenhaft und blasiert
Am ganzen Körper von oben bis unten rasiert,
Weil er abstechen wollte.
Stach wirklich auch ab. Da nahte ein Fuchs.
Worauf der Igel sich igelartig zusammenrollte.
Aber der Fuchs verschluckte ihn flugs.
Igel bat Fuchsen, ihn doch wieder auszubrechen;
Er sei ein Igel und könnte empfindlich stechen.
Und mittelst bauchrhetorischer Worte
Sprach der Fuchs: »Sie müssen verzeihn;
Ich hielt Sie für ein kindliches Schwein,
Werde nun aber sofort Sie befrein.
Wenn ich bitten darf – durch die Hinterpforte.«
Der Igel gab keinem Laut
Mehr von sich. Er war schon verdaut.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Blondinen

Eine atemberaubende Blondine betritt das Casino. Sie kauft sich Jetons und geht zum Roulette-Tisch.

Dort angekommen fragt sie die Croupiers: „Darf ich mich ausziehen? Wenn ich nackt spiele, gewinne ich immer.“

Die Croupiers sind etwas erstaunt, entscheiden sich aber, dem Wunsch nachzugeben.

Die Blondine legt alle Jetons auf den Tisch und entkleidet sich.

Die Kugel rollt.

Die Kugel fällt auf eine Nummer.

Die Blondine ist außer sich: „Hurra! Ich habe gewonnen! Ich habe gewonnen! Ich habe …“

Sie nimmt alle Jetons vom Tisch und verschwindet.

Nachdem die Croupiers wieder bei Sinnen sind fragt einer den anderen: „Auf welche Zahl hat sie überhaupt gesetzt?“

„Ich dachte du…“

„Nein, ich dachte du…!“

Und was lernen wir daraus?

Blondinen sind nicht doof. Aber alle Männer sind Männer!