Die gottverdammte Pleite


Lyrics:

Als die Kinder Kröten nach Hause brachten
Und im Zirkus nicht mehr lachten,
Als sie ihr Brot nicht mehr assen
Und statt dessen die Kröten frassen,
Als sie Teddybären zerrissen
Und in Autoreifen bissen,
Als schliesslich Kindergaerten brannten
Und Lehrer um ihr Leben rannten,
Da wussten wir, es ist aus.
Begonnen hat sie damals,
Diese gottverdammte Pleite,
Ende März, im vergangenen Jahr.
„Operation Tiger“ hiess das Manöver,
Im Raum Waldburg und Umgebung,
Wie üblich, der Grenze ziemlich nah.
Man steckte Felder in Brand,
Man schoss Löcher in den Wald
Und das Haus vom alten Förster traf man voll.
Doch das Schlimmste an der Sache,
Und das wussten wir noch nicht,

Da hat ein Panzer einen Hasen überrollt.
Ja, das Schlimmste an der Sache,
Und das wussten wir noch nicht,
Da hat ein Panzer einen Hasen überrollt.
Lisa, das kleine Mädchen, mit der grossen rosa Schleife,
Spielt im Garten, vor dem Haus, mit ihrem Hund.
Die Eltern sitzen im Salon,
„Was, Herr Klavierlehrer, Sie gehen schon?“,
Fragt die Mutter und schiebt ihm Marzipan in den Mund.
Da tritt Lisa durch die Tür, zieht ihren Hund hinterher,
Ihren Hund, dem wer die Kehle durchgebissen hat.
Der Vater schreit, die Mutter weint,
Der Klavierlehrer kotzt ihr Marzipan auf’s Kleid,
Nur Lisa lächelt, mit blutverschmiertem Mund.
Ja, im Raum Waldburg an der Grenze,
Hat dieser gottverdammte Panzer
Diesen gottverdammten Hasen überrollt.
Der kleine Thomas ist sieben Jahr‘,
Und er freut sich jedesmal,
Wenn ihn am Wochenende Grossvater besucht,
Der liest ihm schöne Märchen,
Von Prinzessinnen und Zwergen,
Aus dem mitgebrachten, alten Märchenbuch.
Ja, dem Grossvater, so sagen sie,
Dem schlägt das Herz am rechten Fleck,
Nur dieses Wochenende hat ihm wer
Den Schrittmacher versteckt.
In seinem Zimmer baut allein,
Der kleine Thomas ganz geheim,
In seine Eisenbahn den Herzschrittmacher ein.
Ja, im Raum Waldburg an der Grenze,
Hat dieser gottverdammte Panzer
Diesen gottverdammten Hasen überrollt.
Bis auf die Zähne bewaffnet und zitternd vor Angst,
Die Kerze wirft Schatten, die Kellerwand tanzt,
So hocken wir da unten und Tränen weinen wir,
Tränen.
Unsere Kleinen, da draussen,
Verbrennen die Erde,
Es kochen die Flüsse, es verdampfen die Meere,
Oben am Himmel der kleine Bär, schläft auch nicht mehr.
Ja, unsere Kleinen, unsere Kleinen haben uns den Krieg erklärt,
Haben Dir, Mutter, mir, Vater, den Krieg erklärt,
Weil im Raum Waldburg, an der Grenze,
Hat dieser gottverdammte Panzer
Diesen Osterhasen überrollt.

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Streets of London deutsch


Am 27.09.2009 veröffentlicht

Straßen unserer Stadt (Deutsche Version des Liedes Streets of London von Ralph MC Tell):

Siehst du dort den alten Mann mit ausgetretenen Schuhen,
schlurft er übers Pflaster, und er sieht so müde aus.
Hin und wieder hält er an, nicht nur um sich auszuruhen,
denn er hat kein Ziel und auch kein Zuhaus…

Doch du redest nur von Einsamkeit, und dass die Sonne für dich nicht scheint.
Komm und gib mir deine Hand, ich führe dich durch unsere Straßen.
Ich zeig dir Menschen, die wirklich einsam sind…

Kennst du die alte Frau, die auf dem Marktplatz steht
mit schneeweißem Haar, welke Blumen in der Hand?
Die Leute gehen vorbei, sie merkt nicht, wie die Zeit vergeht.
So steht sie jeden Tag und niemand stört sich daran…

Im Bahnhofsrestaurante sitzt um ein Uhr in der Frühe
derselbe alte Mann und er sitzt ganz allein.
Er ist der letzte Gast, und das Aufstehen macht ihm Mühe,
fünf leere Stunden, fünf leere Gläser Wein…

Siehst du dort den alten Mann, mit ausgetretenen Schuhen
schlurft er übers Pflaster, und er sieht so müde aus,
Denn in einer Welt, in der nur noch Jugend zählt,
ist für ihn kein Platz mehr und kein Zuhaus…


Jenseits von Eden


Wenn selbst ein Kind nicht mehr lacht wie ein Kind
dann sind wir jenseits von Eden.
Wenn wir nicht fühlen
die Erde sie weint
wie kein and’rer Planet
dann haben wir umsonst gelebt
Wenn eine Träne nur Wasser noch ist
dann sind wir jenseits von Eden.
Wenn man für Liebe bezahlen muß
nur um einmal zärtlich zu sein
dann haben wir umsonst gelebt.

Laß uns jeden Tag das Leben endlos spür’n
und uns niemals uns’re Ehrlichkeit verlier’n.
Wenn uns gar nichts mehr zusammenhält
verlöscht vielleicht das letzte Licht der Welt.

Wenn unser Glaube nicht mehr siegen kann
dann sind wir jenseits von Eden
wenn jede Hoffnung nur ein Horizont ist
den man niemals erreicht
dann haben wir umsonst gelebt
dann haben wir umsonst gelebt.

Ich will mit dir eine neue Liebe spür’n
wenn wir uns auch in Gedanken nur berühr’n.
Irgendwann muß ich für immer gehn

dann will ich sagen
diese Welt war schön.

Wenn selbst ein Kind nicht mehr lacht wie ein Kind

dann sind wir jenseits von Eden.
Wenn wir nicht fühlen
die Erde sie weint
wie kein and’rer Planet

dann haben wir umsonst gelebt

Wenn eine Träne nur Wasser noch ist

dann sind wir jenseits von Eden.
Wenn man für Liebe bezahlen muß
nur um einmal zärtlich zu sein

dann haben wir umsonst gelebt…
dann haben wir umsonst gelebt…
dann haben wir umsonst gelebt.

1. FC Köln | Hymne


MER STONN ZO DIR FC KÖLLE SONGTEXT

Iehrefeld, Raderthal, Nippes, Poll, Esch, Pesch un Kalk
Üvverall jitt et Fans vom FC Kölle
En Rio, en Rom, Jläbbisch, Prüm un Habbelrath
Üvverall jitt et Fans vum FC Kölle.

Freud oder Leid, Zokunft un Verjangenheit
E Jeföhl dat verbingk – FC Kölle
Ov vür ov zoröck – neues Spell heiß neues Jlöck
E Jeföhl dat verbingk – FC Kölle

Mer schwöre dir he op Treu un op lehr:
Mer stonn zo dir FC Kölle
Un mer jon met dir wenn et sin muß durch et Füer
Halde immer nur zo dir FC Kölle!

Ov jung oder alt – ov ärm oder rich
Zesamme simmer stark FC Kölle
Durch dick un durch dünn – janz ejal wohin
Nur zesamme simmer stark FC Kölle

3x

Mer schwöre dir he op Treu un op Iehr:
Mer stonn zo dir FC Kölle
Un mer jon met dir wenn et sin muß durch et Füer
Halde immer nur zo dir FC Kölle!


Ehrenfeld, Raderthal, Nippes, Poll, Esch, Pesch und Kalk
überall gibt es Fans vom FC Köln
In Rio, in Rom, Gladbach, Prüm und Habbelrath
überall gibt es Fans vom FC Köln

Freud oder Leid, Zukunft un Vergangenheit
ein Gefühl das verbindet – FC Köln
Ob vor ob zurück – neues Spiel heißt neues Glück
ein Gefühl das verbindet – FC Köln

Wir Schwören Dir hier auf Treue und auf Ehre:
Wir stehen zu Dir FC Köln und wir gehen mit dir wenn es sein muss durch’s Feuer
halten immer nur zu Dir FC Köln!

Ob jung oder alt – ob arm oder reich
zusammen sind wir stark FC Köln
Durch dick und durch dünn – ganz egal wohin
nur zusammen sind wir stark FC Köln!

Wir Schwören Dir hier auf Treue und auf Ehre:
Wir stehen zu Dir FC Köln und wir gehen mit dir wenn es sein muss durch’s Feuer
halten immer nur zu Dir FC Köln!

Wir Schwören Dir hier auf Treue und auf Ehre:
Wir stehen zu Dir FC Köln und wir gehen mit dir wenn es sein muss durch’s Feuer
halten immer nur zu Dir FC Köln!

Der beste Gitarrist aller Zeiten auf dem bis dahin größten und friedlichsten Musikfestival aller Zeiten.

Wer immer nur über Amerika lästert und schimpft, sollte daran denken, dass es auch eine andere Seite dieser Nation gibt.
Woodstock ist ein Beispiel: Fast 500000 Menschen feierten ein Fest des Friedens, der Liebe und der Musik.
Einer der Höhepunkte war Jimmi Hendrix – mit seiner Version der amerikanischen Nationalhymne.
Und daran wird auch ein Horrorclown als Präsident nichts ändern.


Let him roll | Johnny Cash


Let him roll, boys let him roll
I bet he’s gone to dallas rest his soul

Now he was a wino, tried and true
Done about everything there is to do
He worked on freighters, he worked in bars
He worked on farms, ’n he worked on cars

Now it was white port whine, that put that look in his eye
That grown men get when they need to cry
And we sat down on the curb to rest
And his head just fell down on his chest

He said „every single day it gets
Just a little bit harder to handle and yet…“
Then he lost the thread and his mind got cluttered
The words just rolled off down in the gutter

He was a elevator man in a cheap hotel
In exchange for the rent on a one room cell
And he’s years old before his time
No thanks to the world, and the white port wine

And he said „son“, he always called me son
He said, „life for you has just begun“
And then he told me the story that i heard before
How he fell in love with a dallas whore

He could cut through the years to the very night
That it all ended, in a whore house fight
And she turned his last proposal down
In favor of being a girl about town

Now it’s been seventeen years right in line
And he ain’t been straight none of the time
It’s too many years of fightin‘ the weather
And too many nights of not being together

So he died…

Let him roll, boys let him roll
I bet he’s gone to dallas rest his soul
Let him roll, boys let him roll
He always thought that heaven
Was just a dallas whore

When they went through his personal affects
In among the stubs from the welfare checks
Was a crumblin‘ picture of a girl in a door
An address in dallas, and nothin‘ more

Well the welfare people provided the priest
And a couple from the mission down the street
Sang amasing grace, and nobody cried
‚cept some lady in black way off to the side

We all left and she’s standing there
The black veil covering her silver hair
And one-eyed john said her name was alice
She used to be a whore in dallas

Let him roll, boys let him roll
I bet he’s gone to dallas rest his soul
Let him roll, boys let him roll
He always thought that heaven
Was just a dallas whore
Let him roll, boys let him roll


Lass ihn rollen, Jungs lass ihn rollen
Ich wette, er ist gegangen, um seine Seele ruhen zu lassen

Jetzt war er ein Wino, erprobt und wahr
Fertig mit allem, was zu tun ist
Er arbeitete an Frachtern, er arbeitete in Bars
Er arbeitete auf Farmen und er arbeitete an Autos

Jetzt war es weißes Portwein, das ihm diesen Blick in die Augen legte
Dass erwachsene Männer bekommen, wenn sie weinen müssen
Und wir setzten uns auf den Bordstein, um uns auszuruhen
Und sein Kopf fiel einfach auf seine Brust

Er sagte: „Jeden Tag wird es
Nur ein bisschen schwerer zu handhaben und doch … “
Dann verlor er den Faden und sein Verstand wurde unübersichtlich
Die Worte rollten einfach in der Rinne runter

Er war ein Fahrstuhlfahrer in einem billigen Hotel
Im Austausch für die Miete auf einer Zelle mit einem Raum
Und er ist Jahre alt vor seiner Zeit
Nein, danke an die Welt und den weißen Portwein

Und er sagte „Sohn“, er nannte mich immer Sohn
Er sagte: „Das Leben für dich hat gerade erst begonnen.“
Und dann erzählte er mir die Geschichte, die ich zuvor gehört hatte
Wie er sich in eine Dallas-Hure verliebte

Er konnte die Jahre bis in die Nacht durchschneiden
Das alles endete in einem Hurenhauskampf
Und sie lehnte seinen letzten Vorschlag ab
Für ein Mädchen in der Stadt

Jetzt sind es siebzehn Jahre
Und er war die ganze Zeit nicht aufrichtig
Es sind zu viele Jahre, in denen wir gegen das Wetter kämpfen müssen
Und zu viele Nächte nicht zusammen zu sein

Also ist er gestorben …

Lass ihn rollen, Jungs lass ihn rollen
Ich wette, er ist gegangen, um seine Seele zu beruhigen
Lass ihn rollen, Jungs lass ihn rollen
Er dachte immer an diesen Himmel
War nur eine Dallas Hure

Als sie durch seine persönlichen Affekte gingen
In den Stichproben der Wohlfahrtskontrollen
War ein zerbröckelndes Bild von einem Mädchen in einer Tür
Eine Adresse in Dallas und sonst nichts

Nun, die Wohlfahrtsleute stellten den Priester
Und ein paar von der Mission die Straße runter
Sang amasing Gnade, und niemand weinte
»Ich habe eine Dame auf dem schwarzen Weg zur Seite gehalten

Wir sind alle gegangen und sie steht da
Der schwarze Schleier über ihren silbernen Haaren
Und einäugiger John sagte, ihr Name sei Alice
Sie war eine Hure in Dallas

Lass ihn rollen, Jungs lass ihn rollen
Ich wette, er ist gegangen, um seine Seele ruhen zu lassen
Lass ihn rollen, Jungs lass ihn rollen
Er dachte immer an diesen Himmel
War nur eine Dallas Hure
Lass ihn rollen, Jungs lass ihn rollen

Ultreia Pilgerlied auf deutsch

Passend zu meinem letzten Beitrag, möchte ich als Ergänzung dieses Pilgerlied anbieten.



Am 13.11.2017 veröffentlicht

Ultreia – Lied der Pilger am Jakobsweg
deutscher Text 2017: Meinrad Schneckenleithner (A)

Diese deutschsprachige Version des Liedes Ultreia‘ knüpft am französischen Text von Jean-Claude Bénazets ‚Tous le matins nous prenon le chemin …‘ (1989) an. Sie will die europäische Symbolik des Jakobsweges betonen, der vom Europarat 1987 zum Kulturweg Europas ernannt wurde. ‚Der Weg verbindet ganz Europa von weit im Osten bis nach West …‘, heißt es so im Lied. Auch will sie die positive Perspektive des christlichen Glaubens hervorheben die Europa primär geprägt hat und auch in Zukunft prägen möge. ‚… so haben wir ein Bild vor Augen, nur keine Angst die Liebe lohnt!‘, heißt es in diesem Zusammenhang. Tatsächlich lässt sich der Wunsch ‚Einen guten Weg, und keine Angst!‘ oftmals am Wegrand lesen – auf Tafeln und Steine geschrieben. Damit verbindet sich auch die Hoffnung auf ein friedliches Europa und einen positiven Ausgang des Einigungsprozesses der Nationen auf diesem Kontinent.

Der Hintergrund für die Leidenschaft des Autors für den Jakobsweg entspringt seiner langjährigen ‚Begehung‘ des Jakobsweges. In zumeist 2-wöchigen Jahresetappen ist er immer wieder Teilabschnitte in Spanien, Frankreich und der Schweiz gemeinsam mit Freunden gegangen. Erstmals 1978 am Camino Frances von Leon nach Santiago, als es noch kaum Wegbeschreibungen und Wegmarkierungen gab. Inzwischen kann er auf 18 Jahresetappen zurückblicken.

Zum Video: Das Video mit der einfachen Gesangsaufnahme dieser Textversion, die in der Jugendherberge in Lausanne gemeinsam mit Enrico de Dominicis (I – Brixen/Bressanone) und seinem Bruder Bernhard entstand, wurde von Gottfried Glechner (A – Lichtenberg) erstellt und mit einer instrumentalen Begleitung unterlegt.

‚Ultreia‘ – Lied der Pilger am Jakobsweg
Melodie und Worte: Jean-Claude BENAZET, F 1989
* deutscher Liedtext , 2017, Meinrad Schneckenleithner (A) d C d
1. An jedem Morgen, müssen wir weiter, d C d
am Morgen treibt es uns hinaus. d C d
Und Tag um Tag erklingt ein Lied so hell, d C d
ertönt der Ruf, von Compostelle! d C F C d
Ref.: Ul – tre – i – a, Ul – tre – i – a, d C F g a d
e Su – sei – a, Deus ad – juva nos!

2. Der Weg verbindet ganz Europa,
von weit im Osten, bis nach West,
im Guten leben wir hier zusammen,
es soll nichts kommen was uns trennt! Ref.:

3. Ein Weg auf Erden, ein Ruf des Glaubens,
an Jesus Christ, den Menschensohn,
so haben wir ein Bild vor Augen,
Nur keine Angst – die Liebe lohnt! Ref.:

4. Zu Jakobs Grab sind schon viele gegangen,
geführt von Sternen, Tag und Nacht,
so geh’n auch wir den Weg zusammen.
ans End‘ der Welt, nach Finisterre! Ref.

Konstantin Wecker – Willy – 1978 Live


Mei, Willy, jetz wo i di so doliegn sich, so weit weg hinter dera Glasscheibn, genau oa Lebn zweit weg, da denk i ma doch, es hat wohl so kumma müassn – i glaub oiwei, du hast as so wolln, Willy!

Ogfanga hat des ja alles achtasechzge, woaßt as no?
Alle zwoa san ma mitglaffa für die Freiheit und fürn Friedn, mit große Augn, und plärrt habn ma:
„Bürger lasst das Glotzen sein
Kommt herunter, reiht euch ein!“
Und du warst halt immer oan Dreh weiter wia mir – immer a bisserl wuider und a bisserl ehrlicher.

Mia habns eana zoagn wolln, Willy, und du hast ma damals scho gsagt: „Freiheit, Wecker, Freiheit hoaßt koa Angst habn, vor neamands!“ Aber san ma doch ehrlich, a bisserl a laus Gfühl habn ma doch damals scho ghabt, wega de ganzen Glätzen, die einfach mitglaffa san, weils aufgeht. Wega de Sonntagnachmittagrevoluzzer: d’Freindin fotzen, wenns an andern oschaugt, aber über de bürgerliche Moral herziagn! Die gleichn, Willy, die jetzt ganz brav as Mei haltn, weils eana sonst naß nei geht! Und du hast damals scho gsagt: „Lang halt des ned, da is zvui Mode dabei, wenn scho die Schickeria ihrn Porsche gegan 2 CV umtauscht, dann muaß was faul sei an der großen Revolution – mitlaffa ohne Denken ko hofft ma guat sei, aa ned für a guate Sach!“

Gestern habns an Willy daschlogn
Und heit, und heit, und heit werd a begrobn!
Gestern habns an Willy daschlogn
Und heit, und heit, und heit werd a begrobn!

Dann hast plötzlich mim Schlucka ogfanga, und i glaub, a bisserl aufgebn hast damals scho. I versteh di, des is ja koa Wunder, wenn man bedenkt, was alles wordn is aus de großen Kämpfer. Heit denkas ja scho mit siebzehn an ihr Rente, und de Madln schütteln weise an Kopf, wenn d’Muater iam Mo as Zeig hischmeißt und sagt: „Mach doch dein Krampf alloa, i möcht lebn! „Trotzdem, Willy, ma muaß weiterkämpfen, kämpfen bis zum Umfalln, a wenn die ganze Welt an Arsch offen hat – oder grad deswegn!

Und irgendwann hast dann ogfanga, die echten Leit zum suacha, de wo ned dauernd „Ja Herr Lehrer!“ sagn – hinten in dene Kneipn am Viktualienmarkt und am Bahnhofseck. Echter san de scho, Willy, aber i hab di gwarnt, aufpassen muaßt bei dene, weil des san Gschlagene, und wer dauernd treten werd, der tritt halt aa amoi zruck! Aber du hast koa Angst ghabt, i kenn di doch: „Mia duad koana was!“ – mei, Willy, du dummer Hund du, jetzt sickst as ja, wia da koana was duad!

Gestern habns an Willy daschlogn
Und heit, und heit, und heit werd a begrobn!
Gestern habns an Willy daschlogn
Und heit, und heit, und heit werd a begrobn!

Sakrament, Willy! Warst gestern bloß aufm Mond gwesen oder aufm Amazonas in am Einbaum oder ganz alloa aufm Gipfel, drei Schritt vom Himme weg – überall, bloß ned in dera unselign Boazn!

I hab in da Früah no gsagt: „Fahrn ma raus! As Wetter is so glasig, die Berg san so nah, schwänz ma a paar Tag, wia damals in da Herrnschui! An Schlafsack und die Welt in der Taschn!“. Aber du hast scho wiederamoi oan sitzn ghabt in aller Früah, und am Abnd hast as dann wiedar amoi zoagn müassn, dassd doch no oana bist!

Am Anfang wars ja no ganz gmüatlich. Und natürlich habn ma den alten Schmarrn wieder aufgwärmt, wieder amoi umanandgstritten, wer jetz eigentlich mim Lehrer Huber seiner Frau poussiert hat am Faschingsball. Sentimental san ma gwordn, so richtig schee wars, bis der Depp an unsern Tisch kumma is mit seim Dreikantschlüsselkopf – kloa, schwammig und braun. Und dann hat a uns gfragt, ob ma beim Bund gwesen san – na ja, des habn ma ja noch ganz lustig gfunden, und dass a so froh wär, dass jetzt wieder Ordnung kummt in die rote Staatssauce, und die Jugend werd ja aa wieder ganz vernünftig, und die Bayern wissens as eh scho lang, wos lang geht politisch. Willy, i hab gnau gwusst, des haltst du ned lang aus – und dann hat a plötzlich as Singa ogfanga, so was vom Horst Wessel. Hinten an de andern Tisch habns scho leise mitgsummt, und dei Birn is ogschwolln, und plötzlich springst auf und plärrst:

„Halts Mei – Faschist!“

Stad wars, knistert hats – die Luft war wiara Wand. Zum Festhalten. Da hätt ma no geh kenna, Willy – aber na, i verstehs ja, du hast bleibn muässn – und dann is losganga an de andern Tisch: „Geh doch in d’Sowjetunion, Kommunist!“ Freili, Willy, da muass ma narrisch werdn, wenns scho wieder soweit is. Aber trotzdem: „Lassn geh!“, hab i gsagt, „der schad doch neamands mehr, der oide Depp! „Nix“, hast gsagt, „alle schadens – de oiden und de junga Deppen!. Und dann hat der am Nebentisch plötzlich sei Glasl daschlogn, ganz ruhig, und is aufgstanden, Willy, du dumme Sau, i hab di bei da Joppen packt und wollt di rausziagn, obwohl i’s scho nimmer glaubt hab, und du hast di losgrissen: „Freiheit, des hoaßt koa Angst habn vor neamands!“ und bist auf ean zua und nacha hat a halt auszogn…
Willy, Willy, warn ma bloß weggfahrn in da Früah, i hätt di doch no braucht – wir alle brauchen doch solche, wia du oana bist!

Gestern habns an Willy daschlogn
Und heit, und heit, und heit werd a begrobn!


Der „Ur“-Willy. Zuerst veröffentlicht auf der CD von 1977 „Genug ist nicht genug“


 

Sage Nein! | Ezé Wendtoin

Gerade in dieser Zeit wird das folgende Lied immer wichtiger. Von Konstantin Wecker kenne ich es schon seit ca. 20 Jahren. Diese Aufnahme lernte ich heute durch einen Beitrag von Christiane kennen. Danke, Christiane!



 

Am 23.04.2019 veröffentlicht

Einigkeit und Recht und Freiheit für das kunterbunte Mutterland!

Fürchtet Euch nicht! Traut Euch, „Nein“ zu sagen! Ich hoffe durch dieses Video und die Beteiligung von vielen Menschen ein bisschen Mut und Funken Hoffnung an alle zu geben, die es zu diesen Zeiten brauchen. Ich denke an alle, die sich unermüdlich für die Freiheit, die Vielfalt, die Gerechtigkeit, die Demokratie in diesem Lande engagieren.

Schweigen ist gerade nicht die Lösung. Jede/r muss etwas für eine bessere Zukunft tun. In ihrer/seiner engeren Umgebung, bei der Arbeit, auf der Straße, in der Familie, im Bus, im Freundeskreis. Überall!

Jede/r muss mitentscheiden. Rassismus, Sexismus, Ungerechtigkeit, Chancenungleichheit und jede Art von Diskriminierung dürfen nicht mehr blind in unserer Gesellschaft zugelassen werden. Mischt Euch ein! Die Zukunft liegt an Dir, an uns allen!

Danke an meinen Freund @Konstantin Wecker für die Bereitschaft und die ständige Verfügbarkeit. Danke an alle Mitwirkenden. Danke an meinen Energizer Christian Suhr und an alle Musiker.
Gerne könnt Ihr für das Schulprojekt @Fondation Warc-en-ciel spenden, um Fluchtursachen zu bekämpfen und Kindern sowie jungen Frauen Perspektiven vor Ort zu schaffen: http://atticus-dresden.de/schulprojek…


 

Joan Baez

We Shall Overcome ist ein Protestlied, das eine wichtige Rolle in der USBürgerrechtsbewegung spielte. Die Refrainzeile, die auch als Titel dient, bedeutet: „Wir werden (es) überwinden!“ Titel und/oder Song werden heute weltweit als musikalischer Protest gegen jede Art von Missständen verwendet. Die bekannteste Fassung des Liedes stammt von Joan Baez. Quelle: Wikipedia



WE SHALL OVERCOME SONGTEXT

We shall overcome, we shall overcome, we shall overcome some day.
Oh, deep in my heart I do believe: We shall overcome some day.

We’ll walk hand in hand, we’ll walk hand in hand, we’ll walk hand in hand some day.
Oh, deep in my heart I do believe: We’ll walk hand in hand some day.

We are not alone, we are not alone, we are not alone today.

Oh, deep in my heart I do believe: We are not alone today.

We shall live in peace, we shall live in piece, we shall live in peace some day.
Oh, deep in my heart I do believe: We shall live in peace some day.

We shall all be free, we shall all be free, we shall all be free some day.
Oh, deep in my heart I do believe: We shall all be free some day.

Black and white together now, black and white together now, black and white together now some day.
Oh, deep in my heart I do believe: Black and white together now some day.