Irisches Segenslied|Kathy Kelly & Nightingales

Konzert von Kathy Kelly mit den Nightingales in der Bachkirche Arnstadt im Oktober 2013

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Es bleibt eine Narbe zurück…

Das neue Jahr sollte man dazu nutzen, Menschen, denen man (absichtlich oder unabsichtlich) weh getan hat, um Verzeihung zu bitten. Reinhard Mey hat das sehr schön ausgedrückt.

Wenn du manchmal stumm deinen Gedanken nachhängst
Und mich ansiehst, ohne mich dabei zu seh’n –
Wenn ich vergebens versuch‘, zu erraten, was du denkst
Welche Fragen hinter deiner Stirne steh’n
Ahn‘ ich doch, in Gedanken brichst du über mich den Stab
Doch bedenk, wenn du meine Schuld einschätzt:
Von jeder Wunde, die ich dir zugefügt hab‘
Bleibt auch mir eine Narbe zuletzt!

Ich hör‘ oft, was wir sprachen im nachhinein
Wie ein Fremder, wie durch eine offene Tür –
Sollen das meine Worte gewesen sein?
Und ich find‘ heut‘ keine Rechtfertigung mehr dafür!
Doch jedes Wort, mit dem ich dir wehgetan hab‘
Bereute ich, während ich es sprach, schon
Denn von jeder Wunde, die ich dir zugefügt hab‘
Trag‘ auch ich eine Narbe davon!

Es ist wohl ein unsel’ges Gesetz, das uns lenkt
Das da will, dass man grad‘, wen man am meisten liebt
So unbedacht demütigt und grundlos kränkt –
Dafür um so wen’ger nachsieht und vergibt!
Doch für jedes Unrecht, das ich dir angetan hab‘
Hab‘ ich selber gelitten, Stück für Stück
Und von jeder Wunde, die ich dir zugefügt hab‘
Bleibt auch mir eine Narbe zurück!

Es ist vieles gescheh’n, eh‘ ich zu lernen begann
Dass kein Ding für alle Zeit gewonnen ist –
Dass man nicht größ’re Opfer erwarten kann
Als man von sich aus bereit zu bringen ist!
Wenn ich dir deine Liebe schlecht gedankt hab‘
Wenn du kannst, verzeihe es mir jetzt
Denn von jeder Wunde, die ich dir zugefügt hab‘
Bleibt auch mir eine Narbe zuletzt!

Lieber Gott, wenn es Dich gibt… Peter Maffay (1982)

Peter_maffay_hamm_2011Wenn das Schweigen Dich umgibt
Wird ein Lied zum Gebet
Und ich warte so auf eine Antwort
Ich such das Licht das die Flamme entfacht
Wer führt mich durch die dunkle Nacht

Geht ein Wort von Mund zu Mund
Siegt die Menschlichkeit
Allein dafür lohnt es sich zu Leben
So lange Hoffnung für mich Frieden heißt
geb ich die Hoffnung auch nicht auf

Wenn die Hand ins Leere greift
Wird ein Flüstern zum Schrei
Und ich frage mich
Wer wird ihn hören
Brich Dein Schweigen
Und lass uns nicht allein
Und hilf uns aus unserer Einsamkeit

Lieber Gott wenn es Dich gibt
Zeig uns deinen Weg
Eh das Böse in uns siegt
Dass es noch Gutes gibt
Dann glaube ich
Ich schwöre dazu stehe ich

Denkt noch jemand an Rheinhausen?

Damals, das waren Arbeitskämpfe, die ihren Namen noch verdienten!

Dies ist ein Lied über eine Stadt,
Die stellvertretend ist für alle anderen Städte in Deutschland
In denen Menschen um ihre Arbeit bangen
Und um ihre Arbeit kämpfen.
Ich schrieb dieses Lied in einer kalten Nacht an der Mahnwache Tor 1
Der Krupp AG Duisburg Reinhausen.

Reinhausen, du darfst nicht untergeh’n,
Sonst bleibt kein Stein mehr auf dem andern steh’n.
Hier ist mein zu Hause, hier gehör‘ ich hin.
Reinhausen, du darfst nicht untergeh’n.

Wir hab’n das Wirtschaftswunder mit erschaffen.
Den Rücken 40 Jahre krumm gemacht.
Wir hab’n den Staub gefressen
Und malocht, so wie besessen
Und haben nie ein Wort zu viel gesagt.
Wir haben die Eisenschienen mit gegossen
Von der Intercity Linie Nr.4.
Hab’n die Hände uns verschlissen
Und den Arsch uns aufgerissen
Und jetzt stehen wir hier draußen vor der Tür.

Oh, Reinhausen, du darfst nicht untergeh’n,
sonst bleibt kein Stein mehr auf dem andern steh’n.
Hier ist mein zu Hause, hier gehör‘ ich hin.
Reinhausen, du darfst nicht untergeh’n.

Kumpel unter Tage und Stahlkocher
Millionen Namenlose protestieren.
Hab’n keine Zukunft für die Kinder.
Steh’n da, wie arme Sünder.
Haben nur dies eine Leben zu verlier’n.
Ob in Friesland oder Oberbayern,
In Bremerhaven oder Wuppertal,
Sie woll’n nicht lebendig tot sein,
Woll’n was sie fühl’n hinausschrei’n.
Reinhausen, das ist überall!

Oh, Reinhausen, du darfst nicht untergeh’n,
sonst bleibt kein Stein mehr auf dem andern steh’n.
Hier ist mein zu Hause, hier gehör‘ ich hin.
Reinhausen, du darfst nicht untergeh’n.

Oh, Reinhausen, du darfst nicht untergeh’n,
sonst bleibt kein Stein mehr auf dem andern steh’n.
Hier ist mein zu Hause, hier gehör‘ ich hin.
Reinhausen, du darfst nicht untergeh’n.

Ich denke an die Maxhütte Sulzbach (Bayern),
An Saarstahl und Klöckner (Osnabrück).
Ich denke an die Werftarbeiter an der Küste
Und Ruhrkohle (Essen),
An die Walzwerker Hattingen und Bochum
Und all‘ die vielen Arbeitslosen
Die noch immer voller Hoffnung sind.

Reinhausen, du darfst nicht untergeh’n

Ich bin ene kölsche Jung…

Zur Zeit schaffe ich es einfach nicht, längere Einträge zu posten. Das liegt in erster Linie an den unerträglichen Schmerzen, die ich ja schon lange in den Beinen habe; sie lassen es einfach nicht zu, dass ich länger sitzen kann – an einen klaren Gedanken zu fassen ist nicht möglich.

Als ich vor einiger Zeit eine Nachbarin traf, meinte diese zu mir: „Na ja, so schlecht kann es Ihnen ja nicht gehen, wenn man sie so lachen sieht..“ Ich wollte nicht mit ihr diskutieren, aber am liebsten hätte ich ihr eine geklebt. Ehrlich! Ich bin niemand, der mit seiner Jammerei anderen auf die Nerven gehen will, zumal außer einem bisschen geheuchelten Mitleids nichts dabei rumkommt. Aber allen anderen möchte ich ein altes Kölner Lied mit auf den Weg geben.