Ihre Düfte haben die Violen…

Ihre Düfte haben die ViolenVon dem Moschus deines Haars gestohlen.Die Zypresse geht, von deinem GangeAnmut der Bewegungen zu holen,Und dein klares Lächeln nachzuahmen,Wird vom Ostwind dem Jasmin empfohlen.In der Rosenknosp ist deines MundesHalberschlossne Heimlichkeit verhohlen.Aus dem Auge trunkener NarzissenSieht von dir ein Blick mich an verstohlen.Du bist meiner Wünsche Blumengarten,Blühend von dem Scheitel zu den„Ihre Düfte haben die Violen…“ weiterlesen

Seelied

Es schien der Mond gar helle,Die Sterne blinkten klar,Es schliefen tief die Wellen,Das Meer ganz stille war.Ein Schifflein lag vor Anker,Ein Schiffer trat herfür:Ach wenn doch all mein LeidenHier tief versunken wär.Mein Schifflein liegt vor Anker,Hat keine Ladung drin,Ich lad ihm auf mein LeidenUnd laß es fahren hin.Und als er sich entrissenDie Schmerzen mit Gewalt,Da„Seelied“ weiterlesen

Rastlose Liebe

Dem Schnee, dem Regen. Dem Wind entgegen, Im Dampf der Klüfte, Durch Nebeldüfte, Immer zu! Immer zu! Ohne Rast und Ruh! Lieber durch Leiden Möcht ich mich schlagen, Als so viel Freuden Des Lebens ertragen. Alle das Neigen Von Herzen zu Herzen, Ach, wie so eigen Schaffet das Schmerzen! Wie soll ich fliehen? Wälderwärts ziehen?„Rastlose Liebe“ weiterlesen

In tausend Formen…

In tausend Formen magst du dich verstecken, Doch, Allerliebste, gleich erkenn’ ich dich, Du magst mit Zauberschleiern dich bedecken, Allgegenwärtige, gleich erkenn’ ich dich. An der Zypresse reinstem, jungen Streben, Allschöngewachsne, gleich erkenn’ ich dich, In des Kanales reinem Wellenleben, Allschmeichelhafte, wohl erkenn’ ich dich. Wenn steigend sich der Wasserstrahl entfaltet, Allspielende, wie froh erkenn’„In tausend Formen…“ weiterlesen

Sehnsucht

Es schienen so golden die Sterne, Am Fenster ich einsam stand Und hörte aus weiter Ferne Ein Posthorn im stillen Land. Das Herz mir im Leib entbrennte, Da hab ich mir heimlich gedacht: Ach, wer da mitreisen könnte In der prächtigen Sommernacht! Zwei junge Gesellen gingen Vorüber am Bergeshang, Ich hörte im Wandern sie singen„Sehnsucht“ weiterlesen

Frühlingsnacht

Übern Garten durch die Lüfte Hört ich Wandervögel ziehn, Das bedeutet Frühlingsdüfte, Unten fängt’s schon an zu blühn. Jauchzen möcht ich, möchte weinen, Ist mir’s doch, als könnt’s nicht sein! Alte Wunder wieder scheinen Mit dem Mondesglanz herein. Und der Mond, die Sterne sagen’s, Und in Träumen rauscht’s der Hain, Und die Nachtigallen schlagen’s: Sie„Frühlingsnacht“ weiterlesen