Lynn und Jim Reeves

„Darlin´?“ Lynn schaute mich mit ihren wundervollen Augen unschuldig an. Dass mich dieser Blick in Alarmstimmung versetzen sollte – ich verdrängte es einfach und antwortete gütig:

„Ach mein Kleines, hast du etwas angestellt?“ Dann sah ich, wie ihre Ma, geflissentlich im Topf rührend, versuchte, mir warnende Zeichen zu geben.

Doch es war zu spät.

Mit einem jubelnden Schrei sprang sie auf und schrie:

                                    „Christmas Time!!! It´s Christmas Time!!!

Dann drehte sie rasch den Plattenspieler an, aus dem sofort Jim Reeves erklang.

Halloween

Jack O´Lantern

lantern

So sicher, wie in jedem Jahr das Christkind erscheint, der Osterhase im Frühling durch die Gärten hoppelt, genau so sicher und zuverlässig  wurde ich ab ca. Mitte Oktober durch schrille, wütende Schreie meiner Frau Lynn aufgeschreckt. Gott, dachte ich. Entsetzt sprang ich auf, eilte ins Wohnzimmer und fand sie hektisch mit den Armen rudernd vor dem Fernseher sitzend vor. Mit Mühe verkniff ich mir ein Lachen, als ich den Bericht sah, der gerade dort zu sehen war. In dem ging es, wie oft im Oktober, um Halloween.

DIE LERNEN´s EINFACH NICHT!„, rief sie empört. Ach ja, ich konnte mir schon denken, was jetzt auf die armen Redakteure zu kam.

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In diesen Adventstagen denke ich an Lynn

Wenn Weihnachten näher rückt, die Menschen voller Hast versuchen, Geschenke für ihre Liebsten zu finden, alles hektisch und schnell schnell gehen muss, dann überfällt mich Trauer. Ich möchte jedem zurufen: „Halte ein! Weihnachten ist nicht das Fest der Geschenke! Ihr macht alles kaputt! FREUT EUCH! Lasst Euch nicht unterjochen und zu Käufen zwingen, die Euch von Marktriesen, von Konzernen und genialen Werbefuzzis als Gehirnwäsche verpasst worden sind.“

lynn
Lynn (li.) und ihre Ma

Am dritten Advent im Jahre 2001 sah ich meine Frau Lynn zum letzten mal. Lange hielten wir uns auf dem Flughafen München in den Armen. Dann flog sie nach Irland, zu ihren Eltern. Und diese waren glücklich, ihre Tochter Weihnachten daheim zu haben.
Ich gönnte es ihnen. Ich drängte Lynn, über Weihnachten zu ihren Eltern zu fahren.
Elf Jahre waren wir zusammen glücklich, elf Jahre! Dann heirateten wir. Keltisch. Verbotenerweise. Und Lynn rief mich Heilig Abend an, überglücklich. Sie hatte ein wundervolles, ehrliches Lachen. Und sie fragte: „Denkst du an UNSER Lied?“
Hier ist es, UNSER Lied: