Kettenlied für den Fasching

Lasst uns den Fasching loben,
Und ihn lobpreisen heut‘;
Wir haben viele Proben
Von seiner Freundlichkeit:
Er schloss heut‘ allem Leide
Hienieden unser Herz,
Und öffnet es der Freude
Allein nur und dem Schmerz.

Die Weisheit hüllt nicht immer
In Falten ihr Gesicht,
Der Freude Rosenschimmer
Entstellt ihr Antlitz nicht:
Drum trat an ihre Stelle
Heut‘ Scherz und froher Mut;
Denn auch die Narrenschelle
Ist oft zum Lachen gut.

Es leb‘ in unserm Kreise
Die Weisheit, welche lacht,
Und die des Lebens Reise
Uns angenehmer macht!
Es leben alle Brüder,
Die Hand an Hand in Reih’n
Auch dieses Jahr sich wieder
Wie wir, des Faschings freu’n!

blumauer
Aloys Blumauer (1755-1798)

Immer wieder Fasching

Wenn der Fasching kommt, wird viel verboten.
Aber manches wird auch andrerseits erlaubt.
Dann wird nicht nur Dienstboten,
Nein auch Fürstenhäusern entstammten
Damen oder Frauen von Beamten
Die Unschuld geraubt.

Jeder lässt was springen.
Viel ist los.
Und vor allen Dingen
Beine und Popos.

Wenn sich Masken noch einmal verhüllen
Mit Phantastik, Seide, Samt und Tüllen,
Zeigt sich sehr viel Fleisch und sehr viel Schoß.
Dass wir, eh‘ wir heimwärtsschwanken,
Unsern steifen Hut zerknüllen
Im Gedanken:
Hätten wir die Hälfte bloß!

Also brechen wir auf!
Ach nein, bleiben wir noch,
Bis an ein Loch.
Schließlich löst sich alles doch
In Papier auf.

Man vertrollt sich lärmlich,
Wendet sich erbärmlich,
Jedermann ein abgesetzter Held.

Draußen Sturm. Es hetzen
Über Dächer kalte Wolkenfetzen
Unterm Mond. Wir setzen
Uns ins Auto, fröstelnd vor dem letzten Geld.

ringelnatz
Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Fastnacht 1825

Da das Alter, wie wir wissen,
Nicht für Torheit helfen kann,
Wär es ein gefundner Bissen
Einem heitern alten Mann,

Dass am Rhein, dem vielbeschwommnen,
Mummenschar sich zum Gefecht
Rüstet gegen angekommnen
Feind, zu sichern altes Recht.

Weiterlesen „Fastnacht 1825“

Trizonesien-Song – Karl Berbuer (1948)


Und so klingt´s heute. 😉
Bläck Fööss – Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien 2000



Interessant und Wissenswert:
„Ein kleines Häuflein Diplomaten macht heut die große Politik,
sie schaffen Zonen, ändern Staaten.“– Karl Berbuer: Trizonesien-Song
Das Lied verfügt über einen eingängigen Refrain:Wir sind die 
Eingeborenen von Trizonesien, 
Hei-di-tschimmela-tschimmela-tschimmela-tschimmela-bumm!
Wir haben Mägdelein mit feurig wildem Wesien,
Hei-di-tschimmela-tschimmela-tschimmela-tschimmela-bumm!
Wir sind zwar keine Menschenfresser, doch wir küssen um so besser.
Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien,
Hei-di-tschimmela-tschimmela-tschimmela-tschimmela-bumm!
Der Text ist eine versteckte Kritik an den Besatzungsmächten, 
die offenbar nicht nur als Befreier vom Nationalsozialismus, 
sondern als eine Art Kolonisatoren empfunden wurden, und verballhornt 
das nationalsozialistische Schlagwort vom Deutschen Wesen zum 
wilden Wesien.
Textanalyse: Das Lied wird als Indiz für gewonnene Distanz zum 
vergangenen Krieg gedeutet, als humorvolles Lachen über die eigene 
Situation. Das Wort ‚Menschenfresser‘ ist ein eng mit Eingeborenen 
assoziierter Begriff. Der Musikwissenschaftler Fred Ritzel bezeichnet 
1998 in seiner Songanalyse die Verwendung dieses Wortes vor dem 
Hintergrund der Kriegstoten und Judenmorde als erschreckend und 
skrupellos. In einer musikpsychologischen Untersuchung fand man 
Hinweise auf den Wunsch zur Überwindung der nationalen Isolation. 
Das Karnevalslied sei ein „Spiegel der Mentalitäts- und 
Politikgeschichte 1948“ und der „in Selbstironie verpackte Wunsch, 
die nationale Isolation zu überwinden“. 
Es schildere ironisch wie kein anderer die Lage der Deutschen 
zwischen Währungsunion und Republikgründung. 
„Wir ‚Trizoniesier', so streichelte das (…) Liedchen die arg 
gekränkte Volksseele, sind ganz, ganz harmlose Menschen“.  
Der mit hochdeutschem Text versehene Karnevalsschlager wurde ein 
großer Erfolg für Berbuer, denn er avancierte zum ersten Nachkriegshit 
 des Kölner Karnevals. Nach Neugebauer reflektiert das Lied wie kaum 
ein anderes zeitgenössisches Dokument die Befindlichkeit 
der Deutschen in den drei westlichen Besatzungszonen.

Quelle: Trizonesien-Song – Wikipedia

 

Karneval ist lustig…

Ein Ehe-Paar ist zu einer Karnevalsparty eingeladen. Die Frau hat jedoch Migräne und sagt ihrem Mann, dass die Karten doch so teuer waren und er dann alleine auf die Faschingsfeier gehen soll. Eigentlich will er nur mit ihr gehen. Am Ende beschließt er aber, doch alleine zu feiern. Die Frau wirft sich eine Aspirin rein, legt sich auf die Couch und schläft ein. Nach einer Stunde wacht sie auf und die Kopfschmerzen sind komplett weg. Da es noch nicht spät war, geht sie doch noch schnell auf die Party. Ihr Mann kennt ihr Katzen-Kostüm mit Augenmaske noch nicht und sie will ihn überraschen. Schon kurz nachdem sie auf der Party angekommen war, entdeckt sie ihren Mann auf der Tanzfläche. Er lässt keine Gelegenheit aus, mit Frauen zu tanzen, sie anzufassen und zu küssen. Darauf tanzt sie ihren Mann an, ohne dass er sie erkennt und macht ihn ziemlich eindeutig an. Sofort geht er darauf ein und küsst sie. Sie ist schon überrascht, aber lässt ihn mal machen. Dann flüstert er ihr ein eindeutiges Angebot ins Ohr. Sie stimmt zu und so gehen sie auf die Damen-Toilette und haben sensationellen Sex. Danach verabschiedet sie sich, geht nach Hause und versteckt das Katzen-Kostüm. Aufgeregt wartet sie im Ehe-Bett auf ihn. Als er nach Hause kommt, fragt sie ihn ganz naiv, wie die Karnevalsparty war. „Ach, Schatz nicht so dolle“, antwortet er. „Wenn du nicht dabei bist, mag ich auch nicht tanzen und feiern.“ Sie fragt erstaunt nach: „Du hast gar getanzt?“ Er sagt: „Nein, kein Mal. Als ich angekommen bin, habe ich Timo und Christian getroffen und wir haben in der Kneipe gegenüber den ganzen Abend Skat gespielt.“ Nun wird sie noch aufgeregter: „Du warst gar nicht mehr auf dem Karnevalsfest?“ Darauf er: „Nein, wir haben den ganzen Abend Skat gespielt. Aber Du wirst nicht glauben, was meinem Kumpel passiert ist, dem ich mein Kostüm geliehen habe…“

Der Kölner Mummenschanz

Da das Alter, wie wir wissen,
Nicht für Torheit helfen kann,
Wär es ein gefundner Bissen
Einem heitern alten Mann,

Daß am Rhein, dem vielbeschwommnen,
Mummenschar sich zum Gefecht
Rüstet gegen angekommnen
Feind, zu sichern altes Recht.

Auch dem Weisen fügt behäglich
Sich die Torheit wohl zur Hand,
Und so ist es gar verträglich,
Wenn er sich mit euch verband.

Selbst Erasmus ging den Spuren
Der Moria scherzend nach,
Ulrich Hutten mit Obskuren
Derbe Lanzenkiele brach.

Löblich wird ein tolles Streben,
Wenn es kurz ist und mit Sinn;
Heiterkeit zum Erdeleben
Sei dem flüchtigen Rausch Gewinn.

Häufet nur an diesem Tage
Kluger Torheit Vollgewicht,
Daß mit uns die Nachwelt sage:
Jahre sind der Lieb und Pflicht.

Fastnacht 1825

Goethe_(Stieler_1828)Johann Wolfgang von Goethe