Zur blauen Stunde | Nachtzauber

Hörst du nicht die Quellen gehenZwischen Stein und Blumen weitNach den stillen Waldesseen,Wo die Marmorbilder stehenIn der schönen Einsamkeit?Von den Bergen sacht hernieder,Weckend die uralten Lieder,Steigt die wunderbare Nacht,Und die Gründe glänzen wieder,Wie dus oft im Traum gedacht. Kennst die Blume du, entsprossenIn dem mondbeglänzten Grund?Aus der Knospe, halb erschlossen,Junge Glieder blühend sprossen,Weiße Arme, roter„Zur blauen Stunde | Nachtzauber“ weiterlesen

Zur blauen Stunde | Der Jäger Abschied

Der Jäger Abschied Wer hat dich, du schöner Wald,Aufgebaut so hoch da droben?Wohl den Meister will ich loben,So lang noch mein Stimm erschallt.Lebe wohl,Lebe wohl, du schöner Wald! Tief die Welt verworren schallt,Oben einsam Rehe grasen,Und wir ziehen fort und blasen,Daß es tausendfach verhallt:Lebe wohl,Lebe wohl, du schöner Wald! Banner, der so kühle wallt!Unter deinen„Zur blauen Stunde | Der Jäger Abschied“ weiterlesen

Zur Blauen Stunde | Winternacht

Verschneit liegt rings die ganze Welt,Ich hab nichts, was mich freuet,Verlassen steht der Baum im Feld,Hat längst sein Laub verstreuet. Der Wind nur geht bei stiller Nachtund rüttelt an dem Baume,Da rührt er seine Wipfel sachtUnd redet wie im Traume. Er träumt von künftger Frühlingszeit,Von Grün und Quellenrauschen,Wo er im neuen BlütenkleidZu Gottes Lob wird„Zur Blauen Stunde | Winternacht“ weiterlesen

Im Herbst

Der Wald wird falb, die Blätter fallen,Wie öd und still der Raum!Die Bächlein nur gehn durch die BuchenhallenLind rauschend wie im Traum,Und Abendglocken schallenFern von des Waldes Saum. Was wollt ihr mich so wild verlockenIn dieser Einsamkeit?Wie in der Heimat klingen diese GlockenAus stiller Kinderzeit –Ich wende mich erschrockenAch, was mich liebt, ist weit! So„Im Herbst“ weiterlesen

Mondnacht

Es war, als hätt der Himmeldie Erde still geküsst,dass sie im Blütenschimmervon ihm nun träumen müsst. Die Luft ging durch die Felder,die Ähren wogten sacht,es rauschten leis die Wälder,so sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannteweit ihre Flügel aus,flog durch die stillen Lande,als flöge sie nach Haus.

Die Nacht

Wie schön, hier zu verträumenDie Nacht im stillen Wald,Wenn in den dunklen BäumenDas alte Märchen hallt. Die Berg im MondesschimmerWie in Gedanken stehn,Und durch verworrne TrümmerDie Quellen klagend gehn. Denn müd ging auf den MattenDie Schönheit nun zur Ruh,Es deckt mit kühlen SchattenDie Nacht das Liebchen zu. Das ist das irre KlagenIn stiller Waldespracht,Die Nachtigallen„Die Nacht“ weiterlesen

Morgengebet

Oh wunderbares, tiefes Schweigen, wie einsam ist`s noch auf der Welt! Die Wälder nur sich leise neigen, als ging der Herr durchs stille Feld. Ich fühl mich recht wie neu erschaffen. Wo ist die Sorge, wo die Not? Was mich noch gestern wollt erschlaffen – ich schäm mich des im Morgenrot. Die Welt mit ihrem„Morgengebet“ weiterlesen

Sehnsucht

Es schienen so golden die Sterne, Am Fenster ich einsam stand Und hörte aus weiter Ferne Ein Posthorn im stillen Land. Das Herz mir im Leib entbrennte, Da hab ich mir heimlich gedacht: Ach, wer da mitreisen könnte In der prächtigen Sommernacht! Zwei junge Gesellen gingen Vorüber am Bergeshang, Ich hörte im Wandern sie singen„Sehnsucht“ weiterlesen

Frühlingsnacht

Übern Garten durch die Lüfte Hört ich Wandervögel ziehn, Das bedeutet Frühlingsdüfte, Unten fängt’s schon an zu blühn. Jauchzen möcht ich, möchte weinen, Ist mir’s doch, als könnt’s nicht sein! Alte Wunder wieder scheinen Mit dem Mondesglanz herein. Und der Mond, die Sterne sagen’s, Und in Träumen rauscht’s der Hain, Und die Nachtigallen schlagen’s: Sie„Frühlingsnacht“ weiterlesen