Die Gruselvilla

An einem kalten, dunklen und windigem Winterabend leuchtete der Vollmond hell am Himmel. Obwohl Lisa und ihre beste Freundin Mona sich eigentlich nicht trauten, gingen sie trotzdem noch einmal nach draußen, um ihre Katze Mimi ins Haus zu holen. Aber ihre Katze ließ sich nicht mit hinein nehmen und lief stattdessen in Richtung Friedhof. Lisa und ihre Freundin folgten ihr mit einem seltsamen Gefühl in der Magengegend.

Doch was sie sahen, konnten sie selber nicht glauben: Wie aus dem Nichts stand plötzlich eine riesige schwarze Villa vor ihnen, mit großem Eisernen Tor (was allerdings schon ein bisschen verrostet war) und einem riesen Garten mit Grabsteinen dahinter – oder war es doch der Friedhof? Die Villa war ihnen zuvor noch nie aufgefallen. Mimi aber lief schnurstracks auf das große rostige Tor zu und zwängte sich zwischen den Stäben hindurch. Lisa schossen die Tränen in die Augen, als sie ihre Katze rief, die jedoch wollte nicht hören und ging geradewegs weiter. Jetzt erst bemerkten Lisa und Mona, wie sie durch unerklärliche Weise langsam auf das Haus zugezogen wurden, das Tor stand mittlerweile offen.

Sie fingen an zu schreien und nun rannen ihnen nur so die Tränen über die Wangen, aber es half nichts. Als sie kurz vor dem Haus waren, hörten sie eine Stimme, sie klang wie das Miauen einer Katze – und jetzt sahen sie auch Mimi wieder, die auf einem Fensterbrett saß und sie beobachtete. Die Stimme rief – eigentlich war es ein unheimliches Schreien: „HAHAHA, hier kommt ihr NIE wieder raus, nie wieder.“ Sie konnten nichts mehr sagen vor Angst. Mimi kam auf sie zu und fletschte die Zähne, jetzt sahen beide, dass sie spitze, lange und weiße Vampirzähne hatte. Sie sagte zu ihnen: „Wisst ihr nicht, dass in dieser Nacht Halloween ist? Da sollten eigentlich keinen kleinen Kinder nachts auf dem Friedhof herumlaufen – und schon gar nicht in der Mitternachtsstunde, die gerade anfängt. Aber hier werdet ihr nie wieder rauskommen. Eure Eltern wissen schon gar nicht mehr, dass sie Kinder haben, denn wer einmal dieses Grundstück betritt, wird für immer vergessen sein. Ach, und dieses Haus erscheint nur alle zehn Jahre in der Halloween-Nacht, und jetzt seid ihr für immer in diesem Haus gefangen und verloren – genauso wie ich.“

Die beiden Mädchen hatten tierische Angst, aber sie wussten nicht, was sie machen sollten.
Plötzlich sprang Mimi an ihnen hoch und biss erst Lisa und dann Mona in den Hals, bis beide tot umfielen. Sie sagte noch: „Jetzt seid ihr endgültig verloren, und keiner wird euch vermissen! Aber ihr bekommt ein schönes Grab direkt nebeneinander hier auf dem Friedhof.“ Die Katze lief in das Haus und Nebel stieg auf. Als er sich lichtete, war das Haus verschwunden, aber auf dem Friedhof, an der Stelle, wo das Haus gestanden hatte, waren zwei frisch ausgehobene Gräber mit der Aufschrift: „Von der Geistervilla mitgenommen“. Da aber keiner die Toten kannte, interessierte sich auch keiner dafür, wer genau da in den Gräbern lag. Doch alle zehn Jahre kam die Villa zurück, um neue Opfer zu finden.

ENDE

Halloween

Jack O´Lantern

lantern

So sicher, wie in jedem Jahr das Christkind erscheint, der Osterhase im Frühling durch die Gärten hoppelt, genau so sicher und zuverlässig  wurde ich ab ca. Mitte Oktober durch schrille, wütende Schreie meiner Frau Lynn aufgeschreckt. Gott, dachte ich. Entsetzt sprang ich auf, eilte ins Wohnzimmer und fand sie hektisch mit den Armen rudernd vor dem Fernseher sitzend vor. Mit Mühe verkniff ich mir ein Lachen, als ich den Bericht sah, der gerade dort zu sehen war. In dem ging es, wie oft im Oktober, um Halloween.

DIE LERNEN´s EINFACH NICHT!„, rief sie empört. Ach ja, ich konnte mir schon denken, was jetzt auf die armen Redakteure zu kam.

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