Die Glocken

Die Glocken Übers.: Hedwig Lachmann Hört die Schlittenglocken, die hellen,Die fröhlichen, silbernen Schellen!Wie sie klingen und klingen und klingenZu der Rosse feurigen Sprüngen.Wie es ringsherum blinkt und blitzt,Wie die Sterne glitzern und flinkern,Daneben blinzeln und zwinkernHalb verschmitzt –Und im Mondlicht tanzen die FeynEinen seltsamen Runenreihn,Bei den demantbestreuten ErlenZu den tönenden Silberperlen.Und es klingt, klingt, klingt,Und„Die Glocken“ weiterlesen

Hans Christian Andersen | Fünf Gedichte (5)

Verratene Liebe Vertonung: Robert SchumannOp. 40 Da nachts wir uns uns küßten, o Mädchen,Hat keiner uns zugeschaut.Die Sterne, die standen am Himmel,Wir haben den Sternen getraut.Es ist ein Stern gefallen,Der hat dem Meer uns verklagt,Da hat das Meer es dem Ruder,Das Ruder dem Schiffer gesagt.Da sang der selbige SchifferEs seiner Liebsten vor.Nun singen’s auf Straßen„Hans Christian Andersen | Fünf Gedichte (5)“ weiterlesen

Hans Christian Andersen | Fünf Gedichte (4)

Märzveilchen Vertonung: Robert SchumannOp. 40 Der Himmel wölbt sich rein und blau,Der Reif stellt Blumen aus zur Schau.Am Fenster prangt ein flimmernder Flor,Ein Jüngling steht, ihn betrachtend, davor,Und hinter den Blumen blühet noch garEin blaues, ein lächelndes Augenpaar,Märzveilchen, wie jener noch keine gesehn.Der Reif wird, angehaucht, zergehn.Eisblumen fangen zu schmelzen an,Und Gott sei gnädig dem„Hans Christian Andersen | Fünf Gedichte (4)“ weiterlesen

Hans Christian Andersen | Fünf Gedichte (3)

Der Spielman Vertonung: Robert SchumannOp. 40 Im Städtchen gibt es des Jubels viel,Da halten sie Hochzeit Mit Tanz und mit Spiel.Dem Fröhlichen blinket der Wein so rot,Die Braut nur Gleicht dem getünchten Tod.Ja, tot für den, den nicht sie vergißt,Der doch beim Fest nicht Bräutigam ist:Da steht er inmitten des Gäste im KrugUnd streichet die„Hans Christian Andersen | Fünf Gedichte (3)“ weiterlesen

Hans Christian Andersen | Fünf Gedichte (2)

Der Soldat Robert SchumannOp. 40 Es geht bei gedämpfter Trommeln Klang;Wie weit noch die Stätte! der Weg wie lang!O wär‘ er zur ruh‘ und alles vorbei!Ich glaub‘, es bricht mir das Herz entzwei!Ich hab‘ in der Welt nur ihn geliebt,Nur ihn, dem jetzt man den Tod doch gibt!Bei klingendem Spiele wird paradiert,Dazu, dazu bin auch„Hans Christian Andersen | Fünf Gedichte (2)“ weiterlesen

Hans Christian Andersen | Fünf Gedichte (1)

Muttertraum Robert SchumannOp. 40 Die Mutter betet herzig und schautEntzückt auf den schlummernden Kleinen.Er ruht in der Wiege so sanft und traut.Ein Engel muß er ihr scheinen.Sie küßt ihn und herzt ihn, sie hält sich kaum.Vergessen der irdischen Schmerzen,Er schweift in der Zukunft ihr Hoffnungstraum,So träumen Mütter im Herzen.Der Rab‘ indes mit der Sippschaft seinKreischt„Hans Christian Andersen | Fünf Gedichte (1)“ weiterlesen

Ich sah den Wald sich färben

Ich sah den Wald sich färben,die Luft war grau und stumm;mir war betrübt zum Sterben,und wusst‘ es kaum, warum.Durchs Feld vom Herbstgestäudeher trieb das dürre Laub;da dacht‘ ich: deine Freudeward so des Windes Raub.Dein Lenz, der blütenvolle,dein reicher Sommer schwand;an die gefrorne Schollebist du nun festgebannt.Da plötzlich floss ein klaresGetön in Lüften hoch;ein Wandervogel war„Ich sah den Wald sich färben“ weiterlesen