Golgatha (Karfreitag)

Durch manche Länderstrecke trug ich den Wanderstab,
von mancher Felsenecke schaut ich ins Tal hinab;
doch über alle Berge die ich auf Erden sah,
geht mir ein stiller Hügel, der Hügel Golgatha.

Er ragt nicht in die Wolken mit eisgekrönter Stirn,
er hebt nicht in die Lüfte die sonnige Alpenfirn,
doch so der Erd entnommen und so dem Himmel nah
bin ich noch nie gekommen, wie dort auf Golgatha.

Es trägt sein kahler Gipfel nicht Wälderkronen stolz,
nicht hohe Eichenwipfel, nicht köstlich Zedernholz;
doch, alle Königszedern, die einst der Hermon sah,
sie neigen ihre Kronen dem Kreuz von Golgatha.

Nicht gibt es dort zu schauen der Erde Herrlichkeit,
nicht grüngestreckte Augen, nicht Silberströme breit;
doch alle Pracht der Erde verging mir, als ich sah
das edle Angesichte am Kreuz auf Golgatha.

Kein Bächlein quillt kristallen dort aus bemoostem Stein,
nicht stolze Ströme wallen von jenen Höhn landein;
doch rinnt vom Stamm des Kreuzes in alle Lande da
ein Born des ew’gen Lebens das Blut von Golgatha.

Dort schlägt der stolze Heide stillbüßend an die Brust,
des Schächers Todesleide entblühet Himmelslust;
dort klingen Engelsharfen ein selig Gloria,
die Ewigkeiten singen ein Lied von Golgatha.

Dorthin, mein Erdenpilger, dort halte süße Rast;
dort wirf dem Sündentilger zu Füßen deine Last!
Dann geh und rühme selig, wie wohl dir dort geschah,
der Weg zum Paradiese geht über Golgatha!

Gerok
Karl Gerok (1815 – 1890)
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Dubliners: Lord of the Dance

Ein paar Stunden vor Karfreitag…. Da darf´s auch mal wieder was flotteres sein, hm? Viel Vergnügen!



I danced in the morning when the world was young
I danced in the moon, and the stars, and the sun
I came down from Heaven and I danced on the Earth
At Bethlahem I had my birth

Dance Dance wherever you may be
I am the lord of the dance said he
And I lead you all wherever you may be
And I lead you all in the dance said he

I danced for the scirbes and the pharasies
They wouldn’t dance, they wouldn’t follow me
I danced for the fisherman James and John
They came with me so the dance went on

Dance Dance wherever you may be
I am the lord of the dance said he
And I lead you all wherever you may be
And I lead you all in the dance said he

I danced on the sabath and I cured the lame
The holy people said it was a shame
They ripped they stripped they hung me high
Left me there on the cross to die

Dance Dance wherever you may be
I am the lord of the dance said he
And I lead you all wherever you may be
And I lead you all in the dance said he

I danced on a friday when the world turned black
It’s hard to dance with the devil on your back
They buried my body they thought I was gone
But I am the dance, and the dance goes on

Dance Dance wherever you may be
I am the lord of the dance said he
And I lead you all wherever you may be
And I lead you all in the dance said he


Ich tanzte am Morgen, als die Welt entstand.
Ich tanzte auf Sonne, Mond und Sternenverband.
ich tanzte auf der Erde, kam vom Himmel herab.
Die Geburt von mir fand in Bethlehem statt.

Refrain:
Darum, wo auch immer du sein magst, tanze
Denn ich bin der Herr deines Lebenstanzes
deinen Tanz werde ich leiten, wo immer du bist
ich werde ihn leiten, das ist, was er verspricht.

Pharisäer und Schriftgelehrte lud zum Tanze ich ein,
sie wollten weder tanzen noch mit mir sein.
So tanzte ich für Jakob und für John
sie folgten mir nach und der Tanz war ihr Lohn.

Ich tanzte am Sabbat und heilte die Lahmen
Die Heiligen sagten nur: „Schäme dich – Amen!“
Sie entkleideten, peitschten und hingen mich auf
Am Kreuz hängend nahm der Tod seinen Lauf.

Ich tanzte am Freitag, die Schwärze im Blick,
schwer zu Tanzen mit dem Teufel im Genick.
Mein Leichnam im Grabe – jetzt schien es vorbei, aber ich bin der Tanz und das Tanzen, das sei.

Sie schnitten mich runter und ich fuhr hoch
Denn das Leben bleib ich – immer noch.
Werde ich leben – so lebst du in mir.
Denn des Tanzes Herr bin ich- so sage ich´s dir.

Der Cherubinische Wandersmann

Cherubinischer_Wandersmann-TitelkupferAngelus Silesius, (lat.: Schlesischer Bote oder Engel, eigentlich Johannes Scheffler; getauft 25. Dezember 1624 in Breslau; † 9. Juli 1677 ebendort) war ein deutscher Lyriker und Theologe. Seine tiefreligiösen, der Mystik nahestehenden Epigramme werden zu den bedeutendsten lyrischen Werken des Barock gezählt. Nach ihm sind in Freiburg, Ingolstadt, Köln und Landsberg Straßen benannt.
(Danke, Wikipedia)

Vor langer Zeit (ich gebe es reuig zu) war ich ein Fan der Bücher von Johannes Mario Simmel.  😳
In seinem Roman „Mich wundert, dass ich so fröhlich bin“ verwandte er folgendes Zitat:

Ich bin, ich weiß nicht wer Ich komme, ich weiß nicht woher, Ich gehe, ich weiß nicht wohin… …Mich wundert, dass ich so fröhlich bin.


Als ich geraume Zeit später wieder einmal einen Spaziergang über einen Bücherflohmarkt machte, fiel unter den tausenden von mehr oder weniger guten Büchern und Zeitschriften, Kalendern und Postkarten mein Blick auf ein kleines, unscheinbares Exemplar. Fast war ich gezwungen, es in die Hand zu nehmen um darin ein wenig zu blättern.

Ich erstand es für – so glaube ich – 50 Pfennige und konnte es kaum erwarten, es zu Hause bei einer Tasse Kaffee in Ruhe zu lesen.
Ein Fülle an Gedanken, Sprüchen, Weisheiten erwarteten mich. Leider habe ich es dann einmal verliehen – was man NIE tun sollte, sofern einem das Werk am Herzen liegt – und auch nie wieder zurück erhalten.
Nun schaue ich immer wieder auf jedem Floh- oder Büchermarkt nach einem Exemplar dieses schlichten, aber eindrucksvollen Werkes. Bisher bin ich nicht fündig geworden – doch die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Begnüge ich mich halt mit dem Internet. Hier findet man alles schön steril und sauber aufbereitet zum Nachlesen.
Immerhin.

En Kölle am Rhing ben ich gebore,

Alice lädt ein, zur zweiten Blogparade! Näheres lest bitte auf ihrer Seite. 😉


So beginnt es, das Lied, das mir immer wieder in den Sinn kommt. Der Titel „Heimweh nach Köln“ trifft es dabei ziemlich genau.
Dann sehe ich wieder Bilder vor mir, rieche den Rhein, höre das leise glucksen, wenn ein Schiff das verdrängte Wasser in kleinen Wellen an die Mauer platschen lässt. Manchmal ist der Geruch auch ziemlich… hm, nicht so gut. Eine Mischung zwischen totem Fisch, brackigem Wasser und fauligen Wasserpflanzen. Ich weiß nicht, ob sich das geändert hat, in den fast vierzig Jahren, als ich zum letzten mal an dem Geländer lehnte, welches verhindern soll, dass man in die Brühe plumpst, wenn man zu unachtsam ist.
Aber hey! Vater Rhein ist alt. Sehr alt. Und da darf man auch einmal „riechen“.
Wie gesagt, der Geruch bleibt in Erinnerung. Genau so wie die alten, schmalen und schiefen Häuser.
Restaurants, Kneipen und andere „Etablissements“ reihten sich aneinander. Jedes hatte seinen eigenen Charme, seinen eigenen Charakter.
Geh mir weg mit Düsseldorf und seiner – angeblichen – „längsten Theke der Welt“. Das war damals schon purer Kommerz.
Wie anders dagegen in Köln, wo selbst die Liebesdamen, welche in meiner damaligen Stammlokalität, dem „Goldenen Anker“ (gibt’s den eigentlich noch? Mit den Wänden voller Fotos und anderen Erinnerungen an Felix Graf von Luckner??) an ihren Tischen saßen, Kölsch tranken, lachten und sich mit mir immer freundlich unterhielten.
Zwei Musiker spielten damals im Anker, der Heinz (Schlagzeug) und der Willi (elektronisches Akkordeon). Beide echte Kölner, witzig, manchmal derb, aber immer mit dem Herzen auf dem rechten Fleck.
Und ich – immer mittendrin, gerne mal das Mikrofon in die Hand drücken lassend und zur Freude der Mädchen ein Lied nach dem anderen schmetternd. Hach, waren das noch Zeiten! Ich möchte  so gerne einmal wieder dorthin fahren. Den Rhein riechen, gucken, ob´s den „Anker“ noch gibt. Irgendwo in der Altstadt Reibekuchen essen…

Und die Lust ist geweckt, in der „Malzmühle“ einen „Halven Hahn“ essen und –   das werde ich mir dann auf keinen Fall entgehen lassen – ein Besuch im „Kölschen Hänneschen-Theater„.
Und wer sich darunter jetzt beim besten Willen nichts vorstellen kann, der nehme sich mal wenige Minuten Zeit, und schaue sich das Video auf YT an.

Vielleicht ergibt sich ja auch ein Treffen mit meinem Blogfreund Videbitis, den ich noch aus unserer gemeinsamen blo.de-Zeit kenne. Das wäre wirklich cool…

In diesem Jahr jedenfalls möchte ich. Dann hat mein Schwerbehindertenausweis wenigstens mal einen Sinn. Mit der Bahn reise ich nämlich kostenlos. 😉

Der Code-Knacker

Wer immer schon einmal wissen wollte, was diese kryptischen Symbole auf Etiketten und dergleichen bedeuten, der wird hier fündig: Der Code-Knacker.
Die eigene Aussage der Betreiber

Dieses ist keine Seite für Software-Verschlüsselungstechniken – hier gibt es keine Cracks.
Hier erwartet Sie spannendes Wissen und nützliche Informationen der etwas anderen Art.
Diese Website wendet sich vielmehr an alle Hausfrauen, Hausmänner und Heimwerker, die im täglichen Leben mit Symbolen, Emblemen, Etiketten, Kurzzeichen, Gütezeichen, Zahlenkombinationen oder ähnlich codierten Angaben konfrontiert werden.

machte mich neugierig. Nun bin ich ja von Haus aus schon neugieriger als eine junge Katze, und so dauerte es auch nicht lange, bis ich – nachdem ich gefunden hatte, wonach ich ursprünglich suchte – mich derart „festgelesen“ hatte, dass ich fast die Zeit vergaß.
Unglaublich, was hier an Wissen zu finden ist. Und das alles nett, aber einfach präsentiert. Da blinkt nichts und da flackert nichts, fast schon spartanisch wird hier alles, was man wissen sollte (oder auch nicht) dargeboten.
Ich habe diese Seite jedenfalls schon fest in meinen Lesezeichen verankert. 😉

Na ja, wo er recht hat…

Abschlussprüfung an der Uni. Thema dieses Semesters:
Schall und Licht. Erster Kandidat betritt den Raum. Der Prof: „Was ist schneller, der Schall oder das Licht?“
Der Student: „Das Licht.“ Der Prof: „Schön, und wieso?“ Der Student: „Wenn ich das Radio einschalte, kommt erst das Licht und dann der Ton.“ Der Prof: „Raus!!!“
Der zweite Kandidat. Dieselbe Frage. Antwort: „Der Schall.“ Der Prof: „Wieso das denn ?!?“ Der Student: „Wenn ich meinen Fernseher einschalte, kommt erst der Ton und dann das Bild.“ – „RAUS!!!“
Der Prof fragt sich, ob die Studenten zu dumm sind oder ob er die Fragen zu kompliziert stellt. Der dritte Kandidat. Der Prof: „Sie stehen auf einem Berg. Ihnen gegenüber steht eine Kanone, die auf sie abgefeuert wird. Was nehmen sie zuerst wahr? Das Mündungsfeuer oder den Knall?“
Der Student: „Das Mündungsfeuer.“ Der Prof frohlockt und fragt: „Können Sie das begründen?“ Der Student druckst und meint dann: „Na ja, die Augen sind doch weiter vorne als die Ohren…“

An die Freunde

Wieder einmal ausgeflogen,
Wieder einmal heimgekehrt;
Fand ich doch die alten Freunde
Und die Herzen unversehrt.

Wird uns wieder wohl vereinen
Frischer Ost und frischer West?
Auch die losesten der Vögel
Tragen allgemach zu Nest.

Immer schwerer wird das Päckchen,
Kaum noch trägt es sich allein;
Und in immer engre Fesseln
Schlinget uns die Heimat eln.

Und an seines Hauses Schwelle
Wird ein jeder festgebannt;
Aber Liebesfäden spinnen
Heimlich sich von Land zu Land.

Theodor_Storm_(1817-1888)Theodor Storm

Fundstücke: Die Bluse

Hermann Harry Schmitz (* 12. Juli 1880 in Düsseldorf; † 8. August 1913 in Bad Münster am Stein, also im Alter von 33 Jahren) war hatte eine Ausbildung als Bürokaufmann aber seine eigentliche Berufung war die eines Schriftstellers. Er blieb weitestgehend unbekannt, hinterließ der Nachwelt jedoch etliche groteske Erzählungen, die durch ihre surreale Gestaltung, gepaart mit einer sehr beschreibenden Sprache, ihresgleichen suchen.


Die Bluse

Die Tante wollte nur eine Bluse kaufen. Nichts weiter. Und ihr Neffe soll sie begleiten. Hätte er doch einfach nein gesagt!
Auch wenn einige Passagen der Entstehungszeit (zu Beginn des 20. Jahrhunderts.) geschuldet sind, ist dieser feinsinnige & lustige Essay hochaktuell, und irgendwo zwischen Parodie & Satire einzuordnen.

Ich hätte nein sagen sollen oder dass ich etwas vorhätte, als mich meine Tante Dorchen Faßbender am Eingang des amerikanischen Riesen-Warenhauses mit Beschlag belegte und mich bat, sie zu begleiten: sie müsste sich nur eben eine Bluse kaufen, erklärte sie obenhin.
Eine Bluse kaufen, das war ja schließlich eine einfache und schnell erledigte Sache, dachte ich mir und ging mit. Außerdem hatte die Tante mir schon häufiger Rechnungen meines Schneiders bezahlt, das war entsprechend zu beachten. „Fundstücke: Die Bluse“ weiterlesen