Nachdem ich heute die Nachrichten sah…

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Lichtblume-eV.de

In der vergangenen Woche sind wieder einige Jugendliche und Kinder auf den Straßen schwer verletzt worden oder sogar ums Leben gekommen. Am 28. 11. 2018 hatte ich einen Videoclip gepostet. Heute – nach den erschütternden Nachrichten der vergangenen Woche – möchte ich dieses Gedicht noch einmal veröffentlichen; und auch den Hintergrund dazu. Mir ist durchaus bewusst, dass ich damit nicht viel verändern werde. Jedoch hoffe ich, dass es sich weiterverbreitet und einige Menschen zum Nachdenken bewegt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! In diesem Sinne, danke fürs Lesen!

Das Gedicht: „Warum Mami? – Tod einer Unschuldigen“

Anmerkung: Dieser Text in Gedichtform war an der Springfield High School (Springfield, VA, USA) in Umlauf, nachdem zwei Studenten bei einem Autounfall getötet wurden. Unter dem Gedicht steht folgende Bitte:
JEMAND HAT SICH DIE MÜHE GEMACHT; DIESES GEDICHT ZU SCHREIBEN. GIB ES BITTE AN SO VIELE MENSCHEN WIE MÖGLICH WEITER. WIR WOLLEN VERSUCHEN, ES IN DER GANZEN WELT ZU VERBREITEN, DAMIT DIE LEUTE ENDLICH BEGREIFEN, WORUM ES GEHT!

Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine Worte. Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkohol.

Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie Du es vorhergesagt hattest. Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, auch wenn die anderen sich mokierten.

Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass Du immer recht hast. Die Party geht langsam zu Ende, Mami, und alle fahren weg.

Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde: aufgrund deiner Erziehung – so verantwortungsvoll und fein.

Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Straße ein. Aber der andere Fahrer sah mich nicht, und sein Wagen traf mich mit voller Wucht.

Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken. Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss.

Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm` doch schnell. Wie konnte mir das passieren? Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon.

Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir. Ich höre den Arzt sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr für mich gibt.
    

Ich wollte Dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken. Es waren die anderen, Mami, die haben einfach nicht nachgedacht.

Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami. Der einzige Unterschied ist nur: Er hat getrunken, und ich werde sterben.

Warum trinken die Menschen, Mami? Es kann das ganze Leben ruinieren. Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf.

Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich liege hier im Sterben. Er guckt nur dumm.

Sag` meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami. Und Papi soll tapfer sein. Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami, schreibt „Papis Mädchen“ auf meinen Grabstein.

Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann fahren. Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben.

Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe große Angst. Bitte, weine nicht um mich, Mami. Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte.

Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe: Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken, warum bin ich diejenige, die Sterben muss?

 

Die Statistik spricht eine klare Sprache:

Auf eine amtliche (also „erwischte“) Trunkenheitsfahrt kommen 600-3000 (!) Fahrten, die nicht entdeckt werden.
Wir wollen hier niemanden ankreiden, und zum Glück wird man in dieser Sache auch nicht rückwirkend vom Gesetz belangt, aber kommt beim Lesen des Gedichtes nicht bei dem/der ein oder anderen ein arg mulmiges Gefühl auf?
Ich selbst kann den Text heute noch nicht lesen, ohne das ich sofort einen riesen Kloß im Hals habe und mich beherrschen muss, nicht loszuheulen. Ehrlich.
Mein erster Kontakt mit „Warum Mami?“ war in einer Schulklasse mit Manuela und Joe als Referent in Sachen Schul-Prävention. Nichtsahnend gab mir Manuela den Text zum Vorlesen. Nur mit äußerster Mühe konnte ich mich von Absatz zu Absatz arbeiten, am Ende war ich nicht mehr in der Lage, ohne Tränen in den Augen zu sprechen.
Nicht, das mich der Text wegen seiner Lyrik so fesselte, sondern weil ich selbst so ein Arschloch war, das betrunken, teilweise besoffen hinterm Steuer saß, mir weiß-Gott-wie-cool vorkam und natürlich in der festen Überzeugung, ein wahrer Meister des Fahrens zu sein.
– mir passiert schon nix.
Mir ist auch nix passiert, sieht man z.B. von drei Totalschäden ab, in denen meine Autos nur noch Schrottwert hatten, (und ich selbst einmal beinahe von einer Leitplanke durchbohrt worden wäre) die aber jedesmal durch „fürsorgliche“ Mitmenschen ohne Polizeikontakt aus der Welt geschafft wurden.

„Aber was wäre wenn . . ?“

Diese Frage kann ich nicht beantworten, sie übersteigt schlicht mein Vorstellungsvermögen. Ich glaube nicht, das ich mit einer solchen Schuld leben könnte.

Gott sei Dank bin ich aus dem tödlichen Wahnsinn des Trinkens ausgestiegen.
Vergangenheit hin oder her, heute kann ich stolz auf mich sein, und jede Polizeikontrolle wird eine wahre Freude sein, denn ich weiß: Ich bin klar im Kopf.

Lee-Roy

Anja aus Nürnberg

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Anja aus Nürnberg

Zuerst einmal kommt mir da Anja in den Sinn. Anja ist jünger als ich, aber mindestens ebenso verrückt Kind geblieben wie ich. Sie wohnt in Nürnberg, kommt aber ursprünglich  aus der Gegend zwischen Köln und Düsseldorf; also eine rheinische Frohnatur. Kinder, was haben wir zusammen gelacht! Wir trafen uns oft in der kleinen Hütte auf der anderen Straßenseite. Sie ist auch die Einzige, die ich Euch zeigen kann (sie hat es mir erlaubt!).

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Die kleine Hütte im Schnee 🙂

Ohne „Für und Wider“ abzuwägen…

Als ich am 10.01.2019 den Beitrag von Mitzi, mit der Ankündigung ihrer Lesung am 16.03.2019 las, zappelten einige Gedanken durch meinen Kopf. Wäre ich doch nur etwas besser auf den Beinen! und dann Das schaffe ich! Als sich dann mein kölsches Gemüt zu Wort meldete (Et hätt noch emmer jot jejange Kölsches Grundgesetz Paragraph §3) , war es beschlossene Sache für mich.

Kurz entschlossen suchte ich die Webseite von Südsehen auf und reservierte kurzentschlossen einen Platz. Per E-Mail kein Problem. Und bereits am nächsten Morgen kam erhielt ich eine Mail. Zitat:

Guten Morgen Herr Philipps,

 

hier mit bestätige ich Ihnen Ihre Reservierung und wünsche viel Spaß am 16.03.

 

Mit freundlichen Grüßen

Herzlichen Dank! Das war eine prompte Bearbeitung! Und ich bin mir sicher: Spaß werde ich haben. Mit Mitzi ihren Texten geht das auch gar nicht anders!

Nun fühle ich mich, wie ein Kind vor Weihnachten.

Es bleibt eine Narbe zurück…

Das neue Jahr sollte man dazu nutzen, Menschen, denen man (absichtlich oder unabsichtlich) weh getan hat, um Verzeihung zu bitten. Reinhard Mey hat das sehr schön ausgedrückt.

Wenn du manchmal stumm deinen Gedanken nachhängst
Und mich ansiehst, ohne mich dabei zu seh’n –
Wenn ich vergebens versuch‘, zu erraten, was du denkst
Welche Fragen hinter deiner Stirne steh’n
Ahn‘ ich doch, in Gedanken brichst du über mich den Stab
Doch bedenk, wenn du meine Schuld einschätzt:
Von jeder Wunde, die ich dir zugefügt hab‘
Bleibt auch mir eine Narbe zuletzt!

Ich hör‘ oft, was wir sprachen im nachhinein
Wie ein Fremder, wie durch eine offene Tür –
Sollen das meine Worte gewesen sein?
Und ich find‘ heut‘ keine Rechtfertigung mehr dafür!
Doch jedes Wort, mit dem ich dir wehgetan hab‘
Bereute ich, während ich es sprach, schon
Denn von jeder Wunde, die ich dir zugefügt hab‘
Trag‘ auch ich eine Narbe davon!

Es ist wohl ein unsel’ges Gesetz, das uns lenkt
Das da will, dass man grad‘, wen man am meisten liebt
So unbedacht demütigt und grundlos kränkt –
Dafür um so wen’ger nachsieht und vergibt!
Doch für jedes Unrecht, das ich dir angetan hab‘
Hab‘ ich selber gelitten, Stück für Stück
Und von jeder Wunde, die ich dir zugefügt hab‘
Bleibt auch mir eine Narbe zurück!

Es ist vieles gescheh’n, eh‘ ich zu lernen begann
Dass kein Ding für alle Zeit gewonnen ist –
Dass man nicht größ’re Opfer erwarten kann
Als man von sich aus bereit zu bringen ist!
Wenn ich dir deine Liebe schlecht gedankt hab‘
Wenn du kannst, verzeihe es mir jetzt
Denn von jeder Wunde, die ich dir zugefügt hab‘
Bleibt auch mir eine Narbe zuletzt!

Süchtige Süchtlinge…

raucherschweinSeit Tagen schon widerstehe ich standhaft, der Lust nach einer Zigarette nachzugeben. Meist gelingt das auch (Gummibärchen sei Dank).

Nun ist es aber so, dass ich, während ich das hier schreibe, entspannt durch das Fenster der Tram zuschaue und solange dem bösen Nikotin entsagen kann, bis…

…ja, bis aus der gegenüberliegenden Türe die Raucher heraustreten und lustige Rauchwölkchen durch die Luft tanzen lassen. Pfui! IGITT! Das ist ganz Bäh…
Nur mal so am Rande bemerkt.

Meine erste große Liebe

Schon seit längerer Zeit folge ich  Peters Blog, ich selber bin gebürtig aus Köln, und da ist es  – sollte man meinen – nicht besonders weit in den „Pott“. Und ein jedesmal, wenn ich auf seine wundervollen Einträge blicke, erinnere ich mich an meine erste große Liebe, Silvia. Kennen lernte ich sie nicht in Duisburg oder Köln, sondern etwas weiter weg. Nämlich auf der (damals) größten deutschen Insel in der Nordsee: Borkum.

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Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de

Dort lebte ich einige Jahre mit einer Frau zusammen, die hatte eine kleine Kneipe in den Dünen und eine Pension etwas weiter Richtung Stadt. Und in eben dieser Kneipe sah ich Silvia das erste mal. Ihre Eltern feierten dort Silberne Hochzeit und auf Wunsch meiner damaligen Freundin unterhielt ich die Gesellschaft zwischendurch mit Seemannsliedern und Shanties auf meinem Akkordeon.

 

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Foto: Frederick Kühne  / pixelio.de

Um das Ganze mal ein wenig abzukürzen: Etwa eine Stunde später hielt ich sie vor der Kneipe im Arm und kurz vor dem ersten Kuss erklärte ich ihr etwas von dem Alten Leuchtturm.

Als wir uns endlich von einander lösen konnten, geschah das auch nur auf Grund des Kuchens, der auf uns wartete. Die wissend-grinsenden Gesichter der Gesellschaft ignorierten wir geflissentlich. Langsam machte ich mich fertig, zurück an Bord zu kehren, ich hatte dort noch einen Auftritt mit meiner Orgel in der Offiziersmesse.

Und pausenlos spielte die Jukebox den Schlager von Gitte:

Lass mich heute nicht allein, denn die Liebe lädt uns ein,
verschenk nicht einen Augenblick, denn nicht einer kommt zurück,
darum sag noch nicht auf Wiedersehen.

Das war der erste Akt meiner ersten großen Liebe. Dass die Offiziere das gar nicht witzig fanden… damit konnte ich leben… heute noch.

Wie es weiter ging mit Silvia (17) und Werner (23) ? Ach ja, da war ja auch noch meine damalige Freundin Hildegard (42)…

Aber all das erfahrt Ihr dann die nächsten Tage, versprochen!

Unschlagbarer Rat an alle „Hungerhaken“… und solche, die es werden wollen…

Als ich vor einigen Tagen meine Einkäufe bei PENNY beendet hatte, setzte ich mich in das angeschlossene Kaffee, um auf meinen Bus zu warten.Foto0199

Während ich gelangweilt an meiner Butterbreze knabberte, fiel mein Blick auf die Tafel hinter der Theke. Fast hätte ich mich verschluckt vor Lachen.

Je mehr du wiegst, desto schwerer kannst du entführt werden!

Schütze dich selbst und iss Kuchen!

Jetzt wisst ihr, weshalb ich so gerne meinen Kaffee dort trinke.  😀

 

Achtet auf eure Kinder!

In diesem Sommer gab es leider schon sehr viele Tote. Und immer erschüttert es mich sehr, zu hören/lesen, wenn es wieder einmal Kinder getroffen hat. Im Rhein sind vor wenigen Tagen wieder einmal zwei kleine Mädchen ums Leben gekommen (9 und 13 Jahre alt). Mein Blogfreund Videbitis schrieb zu der Situation an deutschen Flüssen:

Niedrigwasser, aber ein paar Schiffe fahren noch, wenn auch nur mit vermindeter Last. Trotzdem sollte man nicht Schwimmen gehen, die Flüsse in Deutschland sind sehr tückisch, an keinem Ort ertrinken mehr Leute.

Aber auch in Schwimmbädern sieht man unverantwortliche Erwachsene, die ihre Augen lieber auf ihr Handy oder Smartphone richten, als auf ihre Kinder. Wozu sind denn die Bademeister da? Unverantwortlich!

Und wenn ich dann im Fernsehen die sogenannten „Experten“ (in was eigentlich?) im Brustton der Überzeugung tönen höre, man kann sich ruhig in Flüssen abkühlen, sollte aber nie „tiefer als Brusttiefe ins Wasser gehen!“, dann dreht sich mir nicht nur der Magen um. Was für Flüsse meinen die denn? Den „Eisbach“ im Englischen Garten in München? Notabene: Das Wasser, in welchem die beiden Mädchen den Tod fanden, war gerade einmal 60cm tief…

Wenn Kinder ertrinken, geschieht das in der Regel ohne großes Geschrei oder Geplansche, sie gehen still und leise unter, das war´s dann… Und die Menschen, die ja eigentlich die Kinder schützen sollen, daddeln ganz ruhig weiter.

Ist es nicht viel schöner, Kindern beim Spielen zu beobachten? Bei Katzen geht das doch auch…

 

„SEX VERLIERT NACH EINIGER ZEIT AN REIZ, UND SCHÖNHEIT VERBLÜHT.

Aber mit einem Mann zusammen zu sein, der einen jeden Tag zum Lachen bringt, das ist eine echte Freude.“, las Lynn mir eines Abends vor und schaute mich erwartungsvoll an.
„Wo hast du das denn her?“, fragte ich lächelnd.
„Das steht hier!“ Sie hämmerte mit dem Finger auf ein kleines Buch, in dem sie gerade las.
„Ah ja… Soll das heißen, du hast keinen Spaß mehr an… öhm…. DEM da?“
Sie kicherte. „Nein, du Doofie! Aber das sollten wir uns merken. Wenn wir mal ganz alt sind…“ Sie musterte mich um sich dann zu verbessern: „Also wenn ich einmal ganz alt bin…“
Ich schaute sie drohend an. „Willst du damit sagen, ICH sei schon alt???“
„Na ja, ein ganz kleines bisschen älter bist du ja schon…“
„Pah! Ich bin ein Mann in den besten Jahren, Luder!“
„Ja mein Mufflon. Wie ein Schinken. Der wird mit der Zeit auch leicht ranzig und schmeckt dann um so besser.“
Dem Kissen, das ich nach ihr warf, wich sie geschickt aus. Es traf statt dessen eine Vase.
„Die ist kaputt… total hinüber!“ stellte Lynn lakonisch fest. Dann warf sie sich über mich und begann damit, mit ihren kleinen Fäusten auf mir herumzutrommeln.
Sie wollte dann diesen Spruch von ihrer Mom in ein Geschirrtuch einsticken lassen.

Davon konnte ich sie leider abbringen. Heute wäre ich froh, dieses Stück Gemeinsamkeit noch zu besitzen. Aber es ist nicht schlimm, die Erinnerung, die bleibt. Wie Ihr seht.