Zur blauen Stunde | Der Spinnerin Lied

Es sang vor langen JahrenWohl auch die Nachtigall,Das war wohl süßer Schall,Da wir zusammen waren. Ich sing‘ und kann nicht weinenUnd spinne so alleinDen Faden klar und rein,So lang der Mond wird scheinen. Da wir zusammen waren,Da sang die Nachtigall,Nun mahnet mich ihr Schall,Daß du von mir gefahren. So oft der Mond mag scheinen,Gedenk ich„Zur blauen Stunde | Der Spinnerin Lied“ weiterlesen

Am vierten Sonntage nach Heilige Drei Könige

Evang.: Von den Arbeitern im Weinberge Ich kann nicht sagen:»Keiner hat mich gedingt.«Wem soll ich klagen,Wenn es mich niederzwingtIn meine schmählich selbstgeflochtnen Bande!Vor Millionen hast du mich erwählt,Mir unermeßnes Handgeld zugezähltIn deiner Taufe heil’gem Unterpfande.Ich kann nicht sagen:»Siehe, des Tages LastHab‘ ich getragen!«Wenn nun, zu Duft erblaßt,Mich meine matte Sonne will verlassen;Mein Garten liegt ein„Am vierten Sonntage nach Heilige Drei Könige“ weiterlesen

Zur blauen Stunde Zu Bacharach am Rheine

Zu Bacharach am RheineWohnt eine Zauberin,Sie war so schön und feineUnd riß viel Herzen hin. Und brachte viel zu SchandenDer Männer rings umher,Aus ihren LiebesbandenWar keine Rettung mehr. Der Bischof ließ sie ladenVor geistliche Gewalt –Und mußte sie begnaden,So schön war ihr‘ Gestalt.

Zur blauen Stunde | Das Wörtlein

Kürzlich kam ein Wort zu mir,staubig wie ein Wedel,wirr das Haar, das Auge stier,doch von Bildung edel. Als ich, wie es hieße, frug,sprach es leise: „Herzlich“.Und aus seinem Munde schlugeine Lache schmerzlich. „Wertlos ward ich ganz und gar,“rief’s, „ein Spiel der Spiele,Modewort mit Haut und Haar,Kaviar für zu viele.“ Doch ich wusch’s und bot ihm„Zur blauen Stunde | Das Wörtlein“ weiterlesen

Zur blauen Stunde | Nachtzauber

Hörst du nicht die Quellen gehenZwischen Stein und Blumen weitNach den stillen Waldesseen,Wo die Marmorbilder stehenIn der schönen Einsamkeit?Von den Bergen sacht hernieder,Weckend die uralten Lieder,Steigt die wunderbare Nacht,Und die Gründe glänzen wieder,Wie dus oft im Traum gedacht. Kennst die Blume du, entsprossenIn dem mondbeglänzten Grund?Aus der Knospe, halb erschlossen,Junge Glieder blühend sprossen,Weiße Arme, roter„Zur blauen Stunde | Nachtzauber“ weiterlesen

Zur blauen Stunde | Als er der Phillis einen Ring mit einem Totenkopf überreichte

Erschrick nicht vor dem Liebeszeichen,Es träget unser künftig Bild,Vor dem nur die allein erbleichen,Bei welchen die Vernunft nichts gilt.Wie schickt sich aber Eis und Flammen?Wie reimt sich Lieb‘ und Tod zusammen?Es schickt und reimt sich gar zu schön,Denn beide sind von gleicher StärkeUnd spielen ihre WunderwerkeMit allen, die auf Erden gehn. Ich gebe dir dies„Zur blauen Stunde | Als er der Phillis einen Ring mit einem Totenkopf überreichte“ weiterlesen

Zur blauen Stunde | Der Jäger Abschied

Der Jäger Abschied Wer hat dich, du schöner Wald,Aufgebaut so hoch da droben?Wohl den Meister will ich loben,So lang noch mein Stimm erschallt.Lebe wohl,Lebe wohl, du schöner Wald! Tief die Welt verworren schallt,Oben einsam Rehe grasen,Und wir ziehen fort und blasen,Daß es tausendfach verhallt:Lebe wohl,Lebe wohl, du schöner Wald! Banner, der so kühle wallt!Unter deinen„Zur blauen Stunde | Der Jäger Abschied“ weiterlesen

Zur blauen Stunde | Die unmögliche Tatsache

Die unmögliche Tatsache Palmström, etwas schon an Jahren,wird an einer Straßenbeugeund von einem Kraftfahrzeugeüberfahren. „Wie war“ (spricht er, sich erhebendund entschlossen weiterlebend)„möglich, wie dies Unglück, ja -:daß es überhaupt geschah? Ist die Staatskunst anzuklagenin bezug auf Kraftfahrwagen?Gab die Polizeivorschrifthier dem Fahrer freie Trift? Oder war vielmehr verboten,hier Lebendige zu Totenumzuwandeln, – kurz und schlicht:Durfte hier„Zur blauen Stunde | Die unmögliche Tatsache“ weiterlesen