Hagen Rether – Der Wähler ist dümmer als er glaubt


Hagen Rether… Ehrlich und cool, wie immer!

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Hagen Rether | Die Wahrheit muss immer schon längst tot sein…

 


Am 25.02.2019 veröffentlicht

„Die Wahrheit muss immer schon längst tot sein, bevor es zum Krieg kommen kann“ – Hagen Rether (14.5.2011)
„Der Hunger tötet weltweit ungefähr 100.000 Menschen täglich. Kaum jemand spricht über diesen Völkermord, von Abhilfe ganz zu schweigen.“
Prof. Jean Ziegler (Ex-UN – Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung)

Während 20% der Menschheit in den reichen Ländern ca. 80% der Ressourcen verbrauchen, (USA ca. 6% verbrauchen ca. 50% aller Ressourcen) hungern gleichzeitig weltweit mehr als 1 Milliarde Menschen, die nicht genug Geld für ausreichend Lebensmittel verdienen!

„Sie schreiben: „Der dritte Weltkrieg gegen die dritte Welt hat längst begonnen. 54 Millionen Menschen sind 2016 gefallen.“

Das ist doch polemisch gemeint, oder?

Nein, das ist durch Fakten belegt. Diese Menschen sterben durch Kriege, Hunger, Kindersterblichkeit, durch verseuchtes Wasser oder an sich längst besiegte Epidemien.

Wer konkret führt diesen Krieg?

Wir leben unter der Weltdiktatur des globalisierten Finanzkapitals. Die Oligarchie der 500 größten Konzerne kontrolliert 52,8 Prozent des Weltbruttosozialproduktes, also aller in einem Jahr produzierten Reichtümer.
Das ist eine Machtfülle, wie sie kein König, Kaiser, Papst je hatte.
Die Konzerne entschwinden jeder staatlichen Kontrolle und folgen nur einer Strategie: Profitmaximierung. Heute sind in den USA die Milliardäre ja direkt an der Macht.

Ist der Kapitalismus reformierbar?

Glaube ich nicht.
Die Grundprinzipien sind seit 200 Jahren Konkurrenz, Marktwillkür und Monopolisierung von Macht.
Dem gegenüber lebt in uns der Wille zu einer ganz anderen Gesellschaft, die nach dem Prinzip organisiert ist: von jedem nach seinen Fähigkeiten, für jeden nach seinen Bedürfnissen.“
Quelle:
Prof.Jean Ziegler
https://m.kurier.at/wirtschaft/global…

Armutsländer in der Schuldenfalle
„Aber auch der Zweite Kolonialismus hat sich gelohnt: Obwohl ein Teil der Kredite, die sich bei den ärmsten Ländern, den sogenannten LDCs (least ­developed countries) angesammelt hatten, mehrere Male abgeschrieben wurde, lag die Gesamtsumme, die die Dritte Welt der Ersten Welt schuldete, im Jahr 2000 noch immer bei 1960 Mil­liarden Dollar.
Die an den Norden zurückfließenden Zinsen werden auf netto 220 Milliarden Dollar jährlich geschätzt.4
(…)
Die Internationale der korrupten Eliten
Dieses neue Empire hat beeindruckende Dimensionen angenommen. Der Nettozufluss von Geldern aus der Dritten in die Erste Welt liegt heute – vorsichtig geschätzt – bei rund 1000 Mil­liarden Dollar pro Jahr; um die Jahrtausendwende waren es 200 Milliarden.

Korrupte Politiker schleusen Geldströme in die globalen Finanzzentren, die das Vierfache der Summen ausmachen, die ihre Länder in Form von Zinsen an die internatio­na­len Banken zahlen.
(…)
Die globalen Korruptionsnetze sind die schädlichste Folge der Globalisierung. Diesen Schaden können und müssen die entwickelten Industrieländer selbst beheben.
Der Schlüssel für den Kampf gegen die globale Korrup­tion liegt nicht in korrupten Ländern wie China, Ukraine, Brasilien oder Kongo. Er liegt in Europa und in Großbritannien, dort, wo schon die beiden ersten Formen des Kolonialismus ihren Ausgang nahmen.
(…)
Dieses System zementiert die Überlegenheit des Westens über den Rest der Welt mit Methoden, die besser wirken als alle früheren. Allerdings ist diese neue Art des Kolonialismus für Europa viel gefährlicher als alle anderen Formen der Kontrolle überseeischer Besitzungen, denn in dem Maße, in dem die Verschleierung der Korruption zum täglichen Geschäft von zigtausend Europäern geworden ist, sind auch die europäischen Staaten und ihre Regierungen und Bürokratien korrumpiert.“
Quelle:
Der Dritte Kolonialismus von Wladislaw Inosemzew​ und Alexander Lebedew

Hagen Rether

Rückblick auf ein krankes Jahr 2007 – Lieblingsspiel der Deutschen „Schlag den Moslem“ – ein Anschlagsopfer als Innenminister – das Ende des Grundgesetzes – Islamkritik als Vorwand – Wie backe ich mir (m)eine Paranoia – Ehrenmord versus Familiendrama – Balken vorm eigenen Auge – Kommentare zu diversen Personen der deutschen Öffentlichkeit: Henryk M. Broder, Günther Wallraff – „Das Leben des Brian“ im Kölner Dom – schwarze SPIEGEL Titel, u.a.: „Papst contra Mohammed“, „Mekka Deutschland“, „Der Koran“ – „Rudolf Augstein rotiert im Grab“ !



Mehr über Hagen Rether weiß Wikipedia. 😉

Aus dem Archiv: Hagen Rether Vater unser

Hagen_Rether_mit_Banane
Hagen Rether

„Mit zwölf Jahren ist man in Asien zu alt zum Teppichknüpfen,
weil die Finger zu gross werden.
Du darfst aber erst mit 14 bei Nike anfangen, Turnschuhe zu kleben.
Da entsteht eine Versorgungslücke von zwei Jahren, die meistens durch Prostitution gestopft wird…

Oh Herr, wir haben keine Ahnung von Sklavenhandel mit Kindern,
Zerstörung ganzer Volkswirtschaften durch Börsenspekulationen,
und Umweltkatastrophen durch Ressourcenausbeutung.

Herr, wir wissen nichts von Hermes-Bürgschaften für Staudämme
und Turnschuh-Produktionen in Südostasien.
Herr, die meisten von „uns“ sind froh, wenn sie sich ihr Autokennzeichen merken können.
Kein Schwanz kennt aus dem Stehgreif den Zusammenhang
zwischen Aktienkursen und Leitzinsen, wir kennen ja noch nichtmal unsere Blutgruppe.

Herr, wir sind so degeneriert, dass wir nicht bezahlen können,
weil wir uns die vierstellige EC-Kartennummer nicht merken konnten,

Herr.

Herr, wir sind so hohl – wie wir voll sind.

Die anderen hoffen auf Frieden – und wir hoffen, dass man uns im Urlaub nicht entführt.

Die haben Angst, dass ihre Kinder verhungern, und wir haben Angst, dass unser Deo versagt, und dass man uns beim Telefonieren im Auto erwischt.

Oh Herr, wir kaufen ihre Frauen und behaupten, sie würden uns unsere Arbeitsplätze wegnehmen.

Unsere Beichtväter sind die Steuerberater,
und Unicef ist unser Ablass.

Oh Herr, mach hoch die Tür, die Tor mach dick- und die Mauern zu.
Denn es kommt ein Heer von wütenden kleinwüchsigen Analphabeten und Hungerleidern über uns.

Die Tutsi und Hutu werden sich gemeinsam gegen uns verschwör’n,
und die nicaraguanischen Kaffeebauern
und die Schafhirten aus Kaschmir
und die kampferprobten Kindersoldaten aus Sierra Leone…

Sie alle werden kommen,
über die NATO-Zäune krabbeln und uns hinwegfegen wie El Niño.

Sie werden uns mit Basmati Reis bewerfen, und mit Naturreis und mit Parfum-Reis, mit Wildreis und mit Langkornreis und mit Milchreis und mit Uncle Ben’s Beutelreis und mit Puffreis.

Sie werden in unseren Hobbykellern Dart spielen
und in unseren Swinger-Clubs swingen,
sie werden von unseren Tellerchen essen
und mit unseren blonden Töchtern in unseren Ikea-Bettchen schlafen,
sie werden auf unseren Teakholz-Möbeln gammeln,
Cohibas rauchen, Darjeeling schlürfen und „wer wird Millionär“ gucken.

Oh Herr, sie werden mit unseren Geländewagen im Stau stehen und über die Öko Steuer fluchen.

Herr. Wie kriegen wir in ihren Drittweltschädel rein, dass du ein Aufsichtsratsvorsitzender bist?

Machen wir es uns gemütlich vor dem Herrn, lasset uns beten.

Vater unser, der Du bist im Himmel. Gereinigt werde Dein Name.
Wir sind steinreich (komm, ey).
Unser Wille geschehe, wie in Chile, so auch in Schweden.
Deren täglich Brot gib uns heute.
Und vergib Du ihnen doch ihre Schulden,
wie auch wir vergeben unsere Kredite.

Und führe keine Untersuchung,
sondern gib die Erlöse uns von den Börsen.

Denn wir sind reich, haben die Kraft und die Herrlichkeit.
Und die bleiben immer die – in Ewigkeit – Armen.“