Dat macht mich dat Blut am kochen!

Was ist geschehen?

Nun, seit Langem besuche ich hin und wieder, wenn ich  in der Stadt bin,eine Bäckerei. Im hinteren Teil des Ladens befinden sich einige Tische. Dort bestelle ich mir eine Tasse Kaffee und eine Butterbreze. Das gefällt mir. Ich kann  in Ruhe meine Zeitung lesen. Bevor ich mich auf den Heimweg mache, kaufe ich auch des öfteren mal ein Wurst- oder Käsebrötchen, welches ich dann zu Hause esse.

Vor langer Zeit bot mir die Verkäuferin Kärtchen an. Auf einem konnte ich Stempel für meinen Kaffee sammeln, auf dem Anderen für belegte Brötchen. Nach zehn dieser Stempel gab es ein Brötchen meiner Wahl oder einen Kaffee gratis. Coole Sache, dachte ich. Langsam begann sich das Kärtchen für die Semmeln zu füllen. Auf dem Ding für die Brötchen waren noch zwei Felder offen. Nun kaufte ich mir drei belegte Brötchen. Nach Adam Riese und Eva Zwerg hätte ich zwei zu bezahlen, das Dritte wäre ja kostenlos. Dachte ich. Die dumme Verkäuferin kassierte für Drei von den Dingern, wohlgemerkt: Auuf der blöden Karte waren nur noch zwei Felder abzustempeln! Nachdem ich sie auf den Umstand aufmerksam gemacht hatte, meinte sie das gilt erst beim nächsten mal…

Ich hatte keine Lust, mit ihr zu diskutieren, zahlte und ging heim. Morgen muss ich wieder in die Stadt. Und Ihr habt es erraten: Ich lasse mir das dämliche Brötchen kostenlos geben.

Und meinen Kaffee mit der Butterbreze genieße ich beim entspannten Zeitung lesen die Ecke rum. Dort gibt es nämlich auch eine schnufflige Bäckerei.

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Früher habe ich auch mal gedichtet…

Das heißt, ich hatte damit begonnen. Im doch schon reifen Alter wollte ich damit einer Frau meine Liebe gestehen. Kurz entschlossen setzte ich mich eines Tages an meine alte Triumph-Schreibmaschine und hämmerte in die Tasten. Das Ergebnis ist leider nicht mehr vorhanden, ebenso wie die Triumph. Ich habe alle Beweise vernichtet. Aber in meinem Kopf, in meinem Kopf taucht es hin und wieder einmal auf. Hier stelle ich mein Opus einmal vor, urteilt selbst: 😳

Was mach ich?
Träum oder wach ich?
Seh vor mir dein lieb Gesicht,
Will es greifen… kanns doch nicht!
Flatternd wie ein Schmetterling
huscht es fort – wer weiß wohin?

Ich erwach im dunklen Raum
Gott sei Dank! wars nur ein Traum!
Nicht länger dunkel mehr der Raum
Denn weil ich weiß, dass du mich liebst,
mir deine ganze Liebe gibst, erstrahlt
ein helles Lichtlein!

Leider bekam die von mir so Angebetete mein Werk nie zu Gesicht.
Ich war einfach zu schüchtern.

Damals war ich 8 Jahre alt, und die Holde hieß Frl. Postner  – und war meine Lehrerin.

 

Danke, Mitzi!

Vergangenen Samstag war ich ja in München. Dort wollte ich endlich einmal unsere Mitzi live kennenlernen.  🙂

Um es gleich vorweg zu schicken: Es gibt leider keine Katastrophen zu vermelden, dafür eine sehr schöne Lesung. Und ich habe es nicht bereut, war froh und glücklich, mich auf den Weg nach München gemacht zu haben! Selbst die Deutsche Bahn zeigte sich von ihrer besten Seite, war pünktlich und brachte mich wohlbehalten an mein Ziel; und -natürlich- war ich viel zu früh dran. Egal, besser so, als andersrum. 🙂

Das Wetter war perfekt, ein schöner Frühlingstag. Die Zeit vertrieb ich mir mit einem Kaffee und etwas später mit einem großen Eisbecher in einem kleinen Eiscafé. Die Menschen waren alle sehr freundlich (wer sagt eigentlich, dass der Münchner nur grantig sein kann?? 😉 Meine Kamera hatte ich auch nicht vergessen; dass ich nicht mit Fotos dienen kann, liegt daran, dass sie mir gnadenlos den Dienst verweigerte. Hätte ich vielleicht doch eher daran denken sollen, sie mit frischen Batterien zu füttern? So what…

Also machte ich mich wieder auf den Weg in die Zeppelinstrasse. Dort angekommen, hörte ich Stimmen aus der Tür klingen. Noch ehe ich eintreten konnte, hatte Mitzi mich entdeckt und begrüßte mich schon mit einem strahlenden Lächeln. Schon sehr lange wurde ich nicht mehr mit einer solchen Herzlichkeit willkommen geheißen, wie gestern! Sie stellte mir ihr Eltern vor, die ich auf diesem Wege noch einmal sehr herzlich grüßen möchte. 🙂

Endlich begann die Lesung, und ich genoss jedes ihrer Worte! Die Geschichten waren sehr schön ausgewählt und Mitzi las sie mit ihrer wohlklingenden Stimme vor; dass auch die Betonungen stimmten, erwähne ich hier nur am Rande…

Mitzi, ich danke Dir sehr für diese schönen Stunden. Ich komme ganz sicher wieder, beim nächsten mal! Und allen anderen möchte ich eine Empfehlung ans Herz legen: Solltet Ihr einmal die Möglichkeit haben, nehmt sie wahr! Es lohnt sich wirklich! Ich habe es auch geschafft und werde es ganz sicher niemals mehr vergessen.

In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen Sonntag!

Danke, dass Ihr bis hierhin durchgehalten habt.

Jetzt sind es nur noch 9 Stunden…

… und ich bin in München. Ich bin aufgeregt, wie damals mit 16, als ich mein erstes Date hatte. 🙂

Nicht nur, dass ich seit über einem Jahr nicht aus Moosburg herausgekommen bin (wenn man einmal von den Fahrten nach Freising ins Krankenhaus absieht). Ich freue mich nur und sehe der Fahrt gespannt entgegen. Fast wie Urlaub… Ach, was sage ich: Das ist der pure Urlaub. 😀

mitzilesung.jpgNun wollt Ihr sicher wissen, was mit mir los ist, nicht wahr? Es geht doch nur nach München, das sind 50 km mit der Bahn und dauert etwas über eine halbe Stunde. Ich bin auf dem Weg ins Valentinhaus in München. Dort hat unsere Mitzi um 18:00 nämlich eine Lesung; und sofort, nachdem ich davon erfuhr, stand für mich fest: Da bin ich dabei, egal wie! Und nun ist es bald soweit, und ich bin aufgeregt, wie damals… Ach, das hatte ich ja schon erwähnt. 😀

Drückt mir die Daumen, dass die Bahn nicht wieder einmal ausfällt. Aber ich habe – denke ich – ein genügend großes Zeitfenster eingeplant… 😉

Ich werde berichten. Bis denne, liebe Freunde.

 

Lynn und die Kunst

Der Post von Mitzi gestern rief schlagartig wieder Erinnerungen an meine immer noch geliebte Lynn in mir hoch. Dazu muss man wissen, dass sie ja in München Kunst und Geschichte studiert hatte. Und sie schleifte mich gerne und oft in sämtliche Kunsttempel nicht nur in München, sondern auch in Dublin, Belfast und wo wir uns sonst noch überall herumtrieben. 😉

Wie das dann so ablief, könnt Ihr am besten bei Mitzi nachlesen. 🙂 Ich sage dazu nur noch: Wie sich die Bilder gleichen… 😀

„Susi“ scharrt schon mit den Hufen…

Seit einer Woche  habe ich ja schon eine neue „Mitbewohnerin“. Susi habe ich sie genannt. Sollte ich nämlich im Sommer eines Tages im Biergarten einen Anruf erhalten und gefragt werden, was ich gerade mache, werde ich sagen, dass ich mit Susi im Biergarten sitze. Klingt doch cooler, als würde ich sagen Bin mit meinem Rollator im Biergarten.

Nachher werde ich also mit Susi losziehen, in die Apotheke. Bisher traute ich mich nicht so recht, weil die Wege teilweise noch im Schnee versanken.

Ein paar Tage Sonnenschein jedoch haben dem weißen Zeug größtenteils den Garaus gemacht. Und in wenigen Minuten geht es los, und ich freue mich darauf. Drückt mir die Daumen.

Sollte ich vielleicht noch erwähnen…

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Blick von meiner Garderobe auf den kleinen Schreibtisch

Ich hatte es ja bereits kurz erwähnt. Mein Zimmer in der Klinik Blumenhof war der Luxus pur. So hatte ich zum Beispiel auch einen kleinen Kühlschrank. Der verbarg sich in dem Schreibtisch dort, wo normalerweise der PC hingehört. 😉

Auf dem Schreibtisch stand eine große Flasche (nein, kein Sekt!) Adelholzner Mineralwasser. Und ein Brief lag da, mit folgendem Inhalt:

Sehr geehrter Herr Philipps,

wir begrüßen Sie recht herzlich im Medical Park BLUMENHOF …

Wir haben für Sie ein Exklusiv-Zimmer reserviert, da die Standardstation zur Zeit belegt ist. Selbstverständlich werden wir die übliche Zuzahlung in diesem Bereich nicht in Rechnung stellen. […]

Aha! Exkusiv-Zimmer also, und dann keine Kaffeemaschine? Ok, wollen wir mal nicht kleinlich sein. 😀 Dafür war der Fernseher cool…

 

Sag niemals „NIE“, NIEMALS

Ich erinnere mich gut. Damals, als das begann, dass ich kaum noch fähig war weitere Strecken schmerzfrei zu gehen.

Bekannte rieten mir, mir von meinem Arzt einen Rollator verschreiben zu lassen.

„Habt ihr noch alle Tassen im Schrank?!“ Schließlich hatte ich es an den Beinen und nicht im Kreuz.

Und so schlich ich noch eine ganze Zeit lang mit meiner Krücke durch Moosburg und hielt insgeheim immer öfter Ausschau nach einer Bank,auf die ich mich kurz setzen konnte. In der Reha dann bot mir der mich behandelnde Arzt an, mir einen Rollator zu leihen. Den konnte ich dann während meines Aufenthalts dort benutzen. Immer noch skeptisch nahm ich das Angebot an. Schon mein erster Ausflug zeigte mir, wie gut es meinem Bein tat. Und auch das kurze Hinsetzen half mir sehr.

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Das ist Susi. Ist sie nicht niedlich? 😀

Am Ende der Reha erhielt ich dann ein Rezept, mit dem ich mir meinen eigenen Rollator besorgen konnte. Naja, seit gestern steht „Susi“ in meiner Wohnung herum und ich warte darauf, dass der doofe Schnee endlich verduftet.

Anja aus Nürnberg

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Anja aus Nürnberg

Zuerst einmal kommt mir da Anja in den Sinn. Anja ist jünger als ich, aber mindestens ebenso verrückt Kind geblieben wie ich. Sie wohnt in Nürnberg, kommt aber ursprünglich  aus der Gegend zwischen Köln und Düsseldorf; also eine rheinische Frohnatur. Kinder, was haben wir zusammen gelacht! Wir trafen uns oft in der kleinen Hütte auf der anderen Straßenseite. Sie ist auch die Einzige, die ich Euch zeigen kann (sie hat es mir erlaubt!).

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Die kleine Hütte im Schnee 🙂

Impressionen aus Bad Feilnbach…

Leider hat sich mein Bericht über meine Reha in Bad Feilnbach nun doch ein wenig verzögert.

Ich befand mich ja die letzten 3 Wochen in Bad Feilnbach, in der Klinik Blumenhof. Ungefähr 20 km von Rosenheim entfernt. Es wäre eine wunderschöne Gegend, wenn ich denn mehr davon sehen hätte können. Auf Grunde des vielen Schnees hätte die Ortschaft auch ebenso gut in Lappland liegen können. 😀

Die Ärzte und Schwestern waren ohne Ausnahme sehr nett, freundlich und hilfsbereit. Vor allem gab es dort zwei junge Schwestern aus Spanien, die auch im richtigen Leben Schwestern sind, kein Witz. 😉 Himmel, manchmal wünschte ich mir, ich wäre 35 Jahre jünger…Scherz Auch mein Zimmer war 1a, wie ein kleines Appartement.

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Hier konnte man wohlig schlafen, in vollkommener Ruhe
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Hier schloss sich eine kleine Terrasse an
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Ein bisschen Sonne hätte es perfekt gemacht… 🙂
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Und in DEM Bad hätte ich Orgien feiern können.
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Ihr wollt wissen, was ich von meiner Terrasse sehen konnte? Na, das hier…  😀

Alles in allem waren es drei Wochen, die meiner Gesundheit sehr gut taten. Und Elena und Carmen (Ihr erinnert Euch, die beiden Schwestern aus Spanien) halfen mit dem täglichen Verbandwechsel und dem Reinigen meiner Wunde nach Kräften mit. Morgen schreibe ich noch weiter. Ich habe nämlich auch einige wirklich nette Menschen kennengelernt.

Aber das wird ein anderer Artikel… 😀