Glaube am Gründonnerstag.

28026-Abendmahl

Jesus: „Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis.“

Jesus setzt sich mit seinen Jüngern an den Tisch. „Ich habe mich danach gesehnt, dieses Passamahl mit euch zu feiern, ehe ich leiden muss.“ Die Apostel sind erstaunt. Es herrscht eine feierliche aber angespannte Atmosphäre. Keiner wagt es, nur den Becher anzufassen. Jesus spricht weiter: „Ich werde es erst wieder feiern, wenn das, worauf jedes Passamahl hinweist, in der neuen Welt Gottes zur Erfüllung gekommen ist.“


Iris MuhlAutor: Iris Muhl
Quelle: Jesus.ch

Alle Jahre wieder, kommen die Herdmanns!

Hilfe! Die Herdmanns kommen!

Die Erzählerin dieser Geschichte ist ein Mädchen von circa 14 Jahren. Zum besseren Verständnis sei gesagt, dass diese Geschichte in Amerika spielt und in Amerika gibt es die Sonntagsschule. Die Sonntagsschule ist der kirchliche Unterricht, der halt am Sonntag morgen erteilt wird.


Die Herdmann-Kinder waren die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Sie logen und klauten, rauchten Zigarren (sogar die Mädchen) und erzählten schmutzige Witze. Sie schlugen kleine Kinder, fluchten auf ihre Lehrer, missbrauchten den Namen des Herrn und setzten den alten, verfallenen Geräteschuppen von Fred Schumacher in Brand. Das Gerätehaus brannte nieder bis auf den Grund, und ich glaube, das überraschte die Herdmanns. Sie setzten ständig etwas in Brand, aber es war das erste Mal, dass sie es schafften, ein ganzes Gebäude niederzubrennen. Sie waren wirklich so rundherum schrecklich, dass man kaum glauben konnte, dass es sie wirklich gab: Ralf, Eugenia, Leopold, Klaus, Olli und Hedwig – sechs magere, dünnhaarige Kinder, die sich nur dadurch voneinander unterschieden, dass sie verschieden groß waren und an verschiedenen Stellen blaue Flecken aufwiesen, die sie sich gegenseitig beigebracht hatten. Wir waren überzeugt, dass sie direkt auf die Hölle zusteuerten, mit dem Umweg über die Staatliche Besserungsanstalt – bis sie sich mit meiner Mutter, der Kirche und unserem Krippenspiel einließen. Weiterlesen „Alle Jahre wieder, kommen die Herdmanns!“

Kurzgeschichte von Oskar Maria Graf

In Aching, einem umfänglichen Marktflecken im Niederbayrischen, woselbst sich das Finanz- und Bezirksamt sowie das Amtsgericht des Gaues befindet, im wunderschönen Aching gibt es einen seltsamen Verein: den Theodor-Verein. Er hat seine Ursache nicht etwa darin, dass es einen heiligen Theodor gibt, nein, er ist gegründet worden aus einem ganz und gar weltlichen Anlass. Bestehen tut er seit vier Jahren, Mitglieder hat er seither ganze sechzehn Männer, mehr werden es nie werden, höchstens, wenn einer in die Ewigkeit muss, weniger. Weiterlesen „Kurzgeschichte von Oskar Maria Graf“

Werbevortrag in Sorryville

Im Smith’s Saloon von Sorryville verstummten die Gespräche als ein Fremder eintrat, dessen Kopf sich in ständiger Bewegung befand, denn er nickte, kreiste damit und schüttelte ihn zugleich. Der Mann ging auf den noch freien Marmortisch in der Ecke zu, setzte sich dahinter und brüllte: „Whisky, ihr Kuhköpfe!“ Der schwarze Kellner stellte ihm eine volle Flasche und ein Glas auf den Tisch. Die Gentlemen an der Bar blickten fragend auf den roten Jonny in ihrer Mitte, der als größter Stänkerer und Revolver­held am Rio Grande galt. Der erinnerte sich seines legendären Rufes, ging der Saalmitte zu, stemmte die Hände in die Hüften und in Coltnähe und rief dem Fremden zu: „Hallo, Partner, Ihr Kopfwackeln macht mich nervös. Werdet Ihr nicht schwindelig davon?“

Der Mann kippte sein volles Glas Whisky. „Schwindelig werde ich nie“, antwortete er hierauf gelassen. „Manchmal sehe ich allerdings doppelt. Im Augenblick weiß ich nicht recht, ist es einer oder sind es zwei rote Hunde, die mich so idiotisch anglotzen.“

Ein Raunen lief durch den Saloon, der rote Jonny bekam ganz schmale Augen und fragte schleppend: „Wie meint Ihr das, Fremder? Ich sehe weit und breit keinen roten Hund.“ „Dann schau in den Spiegel, Du Schießbudenfigur“, rief der Mann zurück und sein Kopf rotierte noch heftiger.

„Zieh!“ brüllte Jonny. Schüsse peitschten – einer, zwei, drei, vier – doch sie kamen nur aus Jonnys Colt.

„Hahaha“ lachte der Fremde. „Wie das angenehm kitzelt.“ Die Männer im Saloon rissen die Augen auf, Jonny untersuchte fluchend seine Schießeisen. „Der Kerl ist bleidicht“, sagte er mit dumpfer Stimme. „Alle guten Geister.“

„Der Teufel soll Euch holen“, meldete sich eine neue Stimme und der Lauf eines Colts klopfte dem Jonny auf die Schulter. „Was soll der Zauber?“ Stimme und Colt, gehörten dem Sheriff.

„Der Gentleman dort hat mich provoziert“, antwortete Jonny mit gewis­sem Respekt im Ton. „Alle sind Zeugen.“ „Und Sie, Zugereister“, schrie der Sheriff den Fremden an, „was suchen Sie in Sorryville und warum fallen Sie nicht um, wenn ein Bürger unserer Stadt Sie totschießt?“

„Entschuldigen, Sir“, antwortete der Mann und stellte das Kopf­wackeln ein. „Aus Zeitmangel konnte ich meinen Werbevortrag nicht mehr bei Ihnen anmelden. Ich verkaufe nämlich Stanleys Panzerwesten, die federleicht und hautfreundlich zu tragen sind. Einführungspreis 600 Dollar, 100 Dollar Anzahlung, der Rest in beque­men Monatsraten, solange der Vorrat reicht. Ich habe nur noch 20 Stück in meinem Kombiwagen. Wer kauft, Gentlemen?“

Alle, auch der rote Jonny, hoben die Hand und der Sheriff sprach: „Okay, ich möchte ebenfalls eine. Aber warum, zum Teufel, haben Sie vorher so blödsinnig mit dem Kopf gewackelt?“

„Aus technischen Gründen, Sir“, erklärte der Fremde. „Denn erstens wird man dadurch auf mich aufmerksam, und zweitens schießt keiner gern auf ein derart bewegliches Ziel.“

Fundstücke: Unfallbericht eines Dachdeckers an seine Versicherung

Der folgende Brief eines Dachdeckers ist an seine Unfall Versicherung gerichtet und beschreibt die Folgen einer unüberlegten Handlung. Jetzt kommt zwar ein bisschen viel Text, aber wer das liest wird sicher amüsiert sein

 

In Beantwortung Ihrer Bitte um zusätzliche Informationen möchte ich Ihnen folgendes mitteilen:

Bei Frage 3 des Unfallberichtes habe ich „ungeplantes Handeln“ als Ursache meines Unfalls angegeben. Sie baten mich dies genauer zu beschreiben, was ich hiermit tun möchte.

 

Ich bin von Beruf Dachdecker. Am Tag des Unfalles arbeitete ich allein auf dem Dach eines sechsstöckigen Neubaus. Als ich mit meiner Arbeit fertig war, hatte ich etwa 250kg Ziegel übrig. Da ich sie nicht alle die Treppe hinunter tragen wollte, entschied ich mich dafür, sie in einer Tonne an der Außenseite des Gebäudes hinunterzulassen, die an einem Seil befestigt war, das über eine Rolle lief. Ich band also das Seil unten auf der Erde fest, ging auf das Dach und belud die Tonne. Dann ging ich wieder nach unten und band das Seil los. Ich hielt es fest, um die 250kg Ziegel langsam herunterzulassen.

Wenn Sie in Frage 11 des Unfallbericht-Formulars nachlesen, werden Sie feststellen, dass mein damaliges Körpergewicht etwa 75kg betrug. Da ich sehr überrascht war, als ich plötzlich den Boden unter den Füssen verlor und aufwärts gezogen wurde, verlor ich meine Geistesgegenwart und vergaß das Seil loszulassen. Ich glaube ich muss hier nicht sagen, dass ich mit immer größerer Geschwindigkeit am Gebäude hinauf gezogen wurde.

Etwa im Bereich des dritten Stockes traf ich die Tonne, die von oben kam. Dies erklärt den Schädelbruch und das gebrochene Schlüsselbein. Nur geringfügig abgebremst setzte ich meinen Aufstieg fort und hielt nicht an, bevor die Finger meiner Hand mit den vorderen Fingergliedern in die Rolle gequetscht waren. Glücklicherweise behielt ich meine Geistesgegenwart und hielt mich trotz des Schmerzes mit aller Kraft am Seil fest. Jedoch schlug die Tonne etwa zur gleichen Zeit unten auf dem Boden auf und der Boden sprang aus der Tonne heraus. Ohne das Gewicht der Ziegel wog die Tonne nun etwa 25kg. Ich beziehe mich an dieser Stelle wieder auf mein in Frage 11 angegebenes Körpergewicht von 75kg.

Wie Sie sich vorstellen können, begann ich nun einen schnellen Abstieg. In der Höhe des dritten Stockes traf ich wieder auf die von unten kommende Tonne. Daraus ergaben sich die beiden gebrochenen Knöchel und die Abschürfungen an meinen Beinen und meinem Unterleib. Der Zusammenstoß mit der Tonne verzögerte meinen Fall, so dass meine Verletzungen beim Aufprall auf dem Ziegelhaufen gering ausfielen und so brach ich mir nur drei Wirbel.

Ich bedaure es jedoch, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich, als ich da auf dem Ziegelhaufen lag und die leere Tonne sechs Stockwerke über mir sah, nochmals meine Geistesgegenwart verlor! Ich ließ das Seil los, wodurch die Tonne, diesmal ungebremst, herunter sauste, mir drei Zähne ausschlug und das Nasenbein brach.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Dachdeckermeister Ernst Schwindelfrei

Fundstücke: Der Chilitester

Hier eine lustige Geschichte von einem, der als Chilitester rekrutiert wurde — und erlebte, wie sich die Tore der Hölle öffneten.

Notizen eines unerfahrenen Chilitesters, …

… der seinen Urlaub in Texas verbrachte.

 

Kürzlich wurde mir die Ehre zuteil, als Ersatzpunktrichter bei einem Chili-Kochwettbewerb zu fungieren. Der ursprünglich vorgesehene Punktrichter war kurzfristig erkrankt und ich stand gerade in der Nähe des Punktrichtertisches herum und erkundigte mich nach dem Bierstand, als die Nachricht über seine Erkrankung eintraf.

Die beiden anderen Punktrichter (gebürtige Texaner) versicherten mir, dass die zu testenden Chilis nicht all zu scharf sein würden. Außerdem versprachen sie mir Freibier während des ganzen Wettbewerbes und ich dachte mir PRIMA, LOS GEHT`S!

Die Bewertungskarten des Wettbewerbs:

Chilitester — Wettbewerb
Chili Nr. 1 Volkers Maniac Mobster Monster Chili
Richter 1 Etwas zu tomatenbetont; amüsanter Kick.
Richter 2 Angenehmes, geschmeidiges Tomatenaroma. Sehr mild.
Ich Ach Du Scheiße! Was ist das für ein Zeug!? Damit kann man getrocknete Farbe von der Autobahn lösen!! Brauche zwei Bier um die Flammen zu löschen; ich hoffe, das war das übelste – die Texaner sind echt bescheuert!
Chili Nr. 2 Ottos Nachbrenner Chili
Richter 1 Rauchig, mit einer Note von Speck. Leichte Peperoni-Betonung.
Richter 2 Aufregendes Grill Aroma, braucht mehr Peperoni um ernst genommen zu werden.
Ich Schließt dieses Zeug vor den Kindern weg! Ich weiß nicht, was ich außer Schmerzen hier noch schmecken könnte. Zwei Leute wollten mir erste Hilfe leisten und schleppten mehr Bier ran, als sie meinen Gesichtsausdruck sahen.
Chili Nr. 3 Didis berühmtes „Brennt die Hütte nieder“ Chili
Richter 1 Exzellentes Feuerwehr-Chili! Mörder-Kick! Bräuchte mehr Bohnen.
Richter 2 Ein Bohnenloses Chili, ein wenig salzig, gute Dosierung roter Pfefferschoten.
Ich Ruft den Katastrophenschutz! Ich habe ein Uranleck gefunden. Meine Nase fühlt sich an, als hätte ich Rohrfrei geschnieft. Inzwischen weiß jeder was zu tun ist: Bringt mir mehr Bier, bevor ich zünde!!
Die Barfrau hat mir auf den Rücken geklopft; jetzt hängt mein Rückgrat vorne am Bauch. Langsam krieg ich eine Gesichtslähmung von dem ganzen Bier.
Chili Nr. 4 Lauras Black Magic
Richter 1 Chili mit schwarzen Bohnen und fast ungewürzt. Enttäuschend.
Richter 2 Ein Touch von Limonen in den schwarzen Bohnen. Gute Beilage für Fisch und andere milde Gerichte, eigentlich kein richtiges Chili.
Ich Irgendetwas ist über meine Zunge gekratzt, aber ich konnte nichts schmecken. Ist es möglich einen Tester auszubrennen?
Sally, die Barfrau stand hinter mir mit Biernachschub; die dumme Kuh fängt langsam an heiß auszusehen; genau wie dieser radioaktive Müll, den ich hier esse. Kann Chili ein Aphrodisiakum sein?
Chili Nr. 5 Lindas legaler Lippenentferner
Richter 1 Fleischiges, starkes Chili. Frisch gemahlener Cayennepfeffer fügt einen bemerkenswerten Kick hinzu. Sehr beeindruckend.
Richter 2 Hackfleischchili, könnte mehr Tomaten vertragen. Ich muss zugeben, dass der Cayennepfeffer einen bemerkenswerten Eindruck hinterlässt.
Ich Meine Ohren klingeln, Schweiß läuft in Bächen meine Stirn hinab und ich kann nicht mehr klar sehen. Musste furzen und 4 Leute hinter mir mussten vom Sanitäter behandelt werden.
Die Köchin schien beleidigt zu sein, als ich ihr erklärte, dass ich von Ihrem Zeug einen Hirnschaden erlitten habe. Sally goss Bier direkt aus dem Pitcher auf meine Zunge und stoppte so die Blutung. Ich frage mich, ob meine Lippen abgebrannt sind.
Chili Nr. 6 Veras extrem vegetarisches Chili
Richter 1 Dünnes aber dennoch kräftiges Chili. Gute Balance zwischen Chilis und anderen Gewürzen.
Richter 2 Das beste bis jetzt! Aggressiver Einsatz von Chilischoten, Zwiebeln und Knoblauch. Superb!
Ich Meine Därme sind nun ein gerades Rohr voller gasiger, schwefeliger Flammen. Ich habe mich vollgeschissen als ich furzen musste und ich fürchte es wird sich durch Hose und Stuhl fressen. Niemand traut sich mehr hinter mir zu stehen.
Kann meine Lippen nicht mehr fühlen. Ich habe das dringende Bedürfnis, mir den Hintern mit einem großen Schneeball abzuwischen.
Chili Nr. 7 Susannes „Schreiende-Sensation“ Chili
Richter 1 Ein moderates Chili mit zu großer Betonung auf Dosenpeperoni.
Richter 2 Ähm, schmeckt als hätte der Koch tatsächlich im letzten Moment eine Dose Peperoni reingeworfen.
Ich mache mir Sorgen um Richter Nr. 3. Er scheint sich ein wenig unwohl zu fühlen und flucht völlig unkontrolliert.
Ich Ihr könnt eine Granate in meinen Mund stecken und den Bolzen ziehen; ich würde nicht einen Mucks fühlen. Auf einem Auge sehe ich gar nichts mehr und die Welt hört sich wie ein großer rauschender Wasserfall an. Mein Hemd ist voller Chili, das mir unbemerkt aus dem Mund getropft ist und meine Hose ist voll mit Lavaartigem Schiss und passt damit hervorragend zu meinem Hemd.
Wenigstens werden sie bei der Autopsie schnell erfahren was mich getötet hat. Habe beschlossen das Atmen einzustellen, es ist einfach zu schmerzvoll. Was soll`s, ich bekomme eh keinen Sauerstoff mehr. Wenn ich Luft brauche, werde ich sie einfach durch das große Loch in meinem Bauch einsaugen.
Chili Nr. 8 Helenas „Heiliger Strohsack“ Chili
Richter 1 Ein perfekter Ausklang; ein ausgewogenes Chili, pikant und für jeden geeignet. Nicht zu wuchtig, aber würzig genug um auf seine Existenz hinzuweisen.
Richter 2 Dieser letzte Bewerber ist ein gut balanciertes Chili, weder zu mild noch zu scharf.
Bedauerlich nur, dass das meiste davon verloren ging, als Richter Nr. 3 ohnmächtig vom Stuhl fiel und dabei den Topf über sich ausleerte. Bin mir nicht sicher, ob er durchkommt. Armer Kerl; ich frage mich, wie er auf ein richtig scharfes Chilireagiert hätte.
Ich

 

Die vier Kerzen

weihnachtsgeschichte-kerzenVier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht.“ Ihr Licht wurde immer kleiner und erlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“ Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort: „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.“ Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „ Aber, aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und fast fing es das Weinen an. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort.Sie sagte: „Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung!“

Mit einem Streichholz nahm das Kind, das Licht dieser Kerze und zündete die anderen Kerzen wieder an!

Autor unbekannt

Hilfe! Die Herdmanns kommen!

Hilfe! Die Herdmanns kommen!

Die Erzählerin dieser Geschichte ist ein Mädchen von circa 14 Jahren. Zum besseren Verständnis sei gesagt, dass diese Geschichte in Amerika spielt und in Amerika gibt es die Sonntagsschule. Die Sonntagsschule ist der kirchliche Unterricht, der halt am Sonntag morgen erteilt wird.

Die Herdmann-Kinder waren die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Sie logen und klauten, rauchten Zigarren (sogar die Mädchen) und erzählten schmutzige Witze. Sie schlugen kleine Kinder, fluchten auf ihre Lehrer, missbrauchten den Namen des Herrn und setzten den alten, verfallenen Geräteschuppen von Fred Schumacher in Brand. Das Gerätehaus brannte nieder bis auf den Grund, und ich glaube, das überraschte die Herdmanns. Sie setzten ständig etwas in Brand, aber es war das erste Mal, dass sie es schafften, ein ganzes Gebäude niederzubrennen. Sie waren wirklich so rundherum schrecklich, daß man kaum glauben konnte, daß es sie wirklich gab: Ralf, Eugenia, Leopold, Klaus, Olli und Hedwig – sechs magere, dünnhaarige Kinder, die sich nur dadurch voneinander unterschieden, daß sie verschieden groß waren und an verschiedenen Stellen blaue Flecken aufwiesen, die sie sich gegenseitig beigebracht hatten. Wir waren überzeugt, daß sie direkt auf die Hölle zusteuerten, mit dem Umweg über die Staatliche Besserungsanstalt – bis sie sich mit meiner Mutter, der Kirche und unserem Krippenspiel einließen. Weiterlesen „Hilfe! Die Herdmanns kommen!“

Jack O´Lantern

lanternSo sicher, wie in jedem Jahr das Christkind erscheint, der Osterhase im Frühling durch die Gärten hoppelt, genau so sicher und zuverlässig  wurde ich ab ca. Mitte Oktober durch schrille, wütende Schreie meiner Frau Lynn aufgeschreckt. Gott, dachte ich. Entsetzt sprang ich auf, eilte ins Wohnzimmer und fand sie hektisch mit den Armen rudernd vor dem Fernseher sitzend vor. Mit Mühe verkniff ich mir ein Lachen, als ich den Bericht sah, der gerade dort zu sehen war. In dem ging es, wie oft im Oktober, um Halloween.

DIE LERNEN´s EINFACH NICHT!„, rief sie empört. Ach ja, ich konnte mir schon denken, was jetzt auf die armen Redakteure zu kam.


Die Geschichte von Jack’o Lantern

Das ist die Halloween-Geschichte von Jack o’ Lantern (Jack mit der Laterne): Vor langer Zeit lebte in Irland ein Hufschmied. Er hieß Jack, war ein schlimmer Trunkenbold und hatte im Leben auch so manche andere Betrügerei begangen. Wie jeden Abend saß Jack auch am Abend des 31. Oktober an der Theke und trank viel zu viel, als plötzlich der Teufel neben ihm stand, um ihn zu holen. Jack war wie versteinert vor Schreck, als ihm die rettende Idee kam, sich einen letzten Drink vom Teufel spendieren zu lassen. Der hatte nichts dagegen,  diesen Wunsch zu erfüllen, stellte aber fest, dass er keine Münze zur Hand hatte. So verwandelte er sich kurzerhand selbst in eine. Jack reagierte schnell, stopfte das Geldstück in seine Geldbörse, in der sich auch ein kleines Kreuz befand, und das hielt den Teufel dort gefangen. Er ließ den Teufel erst frei, nachdem der versprochen hatte, Jack ein ganzes Jahr lang in Ruhe zu lassen.

Ein Jahr später, wieder am Abend des 31. Oktober, erschien der Teufel erneut um Jack abzuholen. Abermals musste er sich ganz schnell etwas einfallen lassen und bat den Teufel, ihm einen letzten Apfel von einem nahestehenden Apfelbaum zu pflücken. Nun gut, der Teufel kletterte auf den Baum und Jack ritzte blitzschnell ein Kreuz in die Rinde des Stammes. Der Teufel saß auf dem Baum gefangen. Und Jack war hartnäckig. Der Teufel musste ihm versprechen, Jacks Seele bis in alle Ewigkeit in Ruhe zu lassen.

Die Jahre vergingen, Jack wurde ein alter Mann und als er starb, bat er im Himmel um Einlass. Da er in seinem Leben nicht gerade ein braver Mann gewesen war, wurde er abgewiesen. Er wanderte zum Teufel. Auch der wollte seine Seele nicht, denn er hatte vor Jahren sein Ehrenwort gegeben. Der Jammer war groß –  wo sollte Jack nur hin? Der Weg durch die ewige Dunkelheit war finster, einsam und eisekalt. Ein klein wenig Mitleid hatte der Teufel nun doch und schenkte Jack eine glühende Kohle, die niemals erlosch. Jack steckte die Kohle in eine ausgehöhlte Rübe, die er als Wegzehrung mitgenommen hatte. Seit dieser Zeit wandert der unglückselige Jack o’ Lantern (symbolisch für alle ruhelosen Seelen) mit seiner Rübenlaterne durch die Finsternis. So erzählt es die Legende.

Viele Jahre später, vor ungefähr 150 Jahren, gab es in Irland eine große Hungersnot. Tausende von Menschen wanderten nach Nordamerika aus. Auch dort feierten sie, wie sie es immer getan hatten, das Halloween-Fest. So kam das Fest nach Amerika. In der neuen Heimat gab es nicht so viele Rüben, dafür aber prächtige Kürbisse, die man viel besser aushöhlen und mit witzigen Fratzen verzieren kann. Inzwischen wird Halloween an vielen Orten auf der ganzen Welt gefeiert, auch deshalb, weil ein wenig Gruseln einfach Spaß macht!

Nun weißt du, dass die geschnitzten Kürbisse, die Ende Oktober überall zu sehen sind, eigentlich die leuchtende Rübe von Jack o’ Lantern darstellen sollen, der vielleicht noch immer auf seinem rastlosen Weg daherwandert.

So, oder ähnlich, stand es in den E-Mails, die meine Lynn damals an die verschiedenen Redaktionen sandte.
Und auch heute noch, fast 16 Jahre nach ihrem Tod, muss ich mich beherrschen, es ihr nicht gleichzutun, wenn ich wieder einmal in einer Sendung höre, „das aus Amerika stammende Fest Halloween…“
In einigen Tagen ist es wieder soweit: Kleine Gespenster huschen (mehr oder weniger) leise durch unsere Strassen und Gassen und erpressen mit drohenden Rufen „Süßes oder Saures“ Unmengen an Süßigkeiten, bevor sie wieder kichernd im Dunkel verschwinden.
Meine Bitte an alle Erwachsenen: Schaut in die lachenden Gesichter und erfreut Euch an dem Spaß, den die Kinder (hoffentlich) haben werden. Und glaubt mir: Auch Euch wird das Herz warm werden. Versprochen!
Es sei denn, Ihr seid Ebenezer Scrooge, aber dann ist sowieso alles zu spät für Euch.
Dankeschön fürs Lesen und…

Happy Halloween!

Eine irische Geschichte (Epilog)

Endlich wieder zu Hause

Immer mehr beschleunigte Sean seine Schritte, und als er in der Ferne sein kleines Häuschen erblickte stieß er einen lauten Freudenschrei aus. Aus den Büschen neben dem Weg stoben erschreckt einige Vögel empor und flogen unter protestierenden Rufen davon, um sich ein ruhigeres Plätzchen zu suchen. Irgendetwas kam Sean merkwürdig vor und er zermarterte sein Hirn, was das wohl sein könne. An dem kleinen, hölzernen Gartentor lehnte ein altes schwarzes Fahrrad, das auch schon bessere Zeiten gesehen hat.

„Ach da schau her“, sinnierte Sean, „was sucht denn der alte Gebetsmühlendreher schon wieder hier? Kaum ist man mal nicht zu Hause… Na, dem werd´ ich was erzählen!“

hausRasch hatte er sein Grundstück erreicht und wollte gerade sein Häuschen betreten, als er überrascht einen Schritt zurück trat. Jetzt erst fiel ihm auf, wie sauber die Fassade war, und auch das Dach… wo waren die Löcher? Dick mit frischem Stroh bedeckt, sah es im Sonnenlicht aus, als würde es ihm schelmisch zublinzeln. Das Häuschen frisch gestrichen… Bevor er ins Haus ging, betrat er noch rasch den Stall, um nach seiner geliebten Kuh zu sehen. Auch hier war alles sauber, es roch nach frischer Farbe, sauberem Stroh und frischem Heu.

„Potzblitz, bei allen Heiligen! Wie lange war ich denn fort?“, grübelte er und kratzte sich ausgiebig den Kopf. Plötzlich fiel ihm der Pfarrer ein und er eilte ins Haus.

„Ich schwöre, Hochwürden! Ich weiß nicht was alles geschehen ist!“ Mary wischte die Hände an ihrer sauberen Schürze ab und übersah geflissentlich die leere Teetasse, welche der Pfarrer ihr auffordernd hinschob.

Sean stampfte laut mit seinem Knotenstock auf die hölzernen Dielen. Erschrocken starrte der Pfarrer zu ihm hin.

„Was geht hier ab, zum Teufel“, rief Sean dann laut und fuhr fort: „Glaubt ihr, weil ich nicht zu Hause bin, könnt ihr mein Weib drangsalieren und einschüchtern? Versucht es doch einmal mit einem, der euch gewachsen ist, Hochwürden!“

„Sean!“, rief Mary erleichtert, als sie ihren Mann erblickte. „Stell dir das mal vor, der behauptet, wir stecken mit bösen Geistern unter einer Decke! Nur weil unser Häuschen auf einmal so schön geworden ist!“

Sean schüttelte den Kopf. „Nein, geliebtes Weib! Die einzigen, die hier unter einer Decke stecken, sind wir beide, des Nachts, oder am Sonntag in der Früh…“ Er lachte.

Mary bekam einen roten Kopf und das sah äußerst entzückend aus. „Sean, was redest du denn da…“ Der deutete nun auf den Pfarrer und legte ihm nahe, das Haus zu verlassen. „Und dich, du heuchlerischer Klöppelschwinger, möchte ich hier nie wieder sehen. Ansonsten zeige ich dir mal, was der heilige Patrick mit seinem Knotenstock alles konnte!“

Der Pfarrer wollte entrüstet antworten, doch Sean deutete nur zu Tür und hob den Stock. Eilig entfernte sich der Schwarzkittel, doch nicht, ohne aus sicherer Entfernung noch drohend zu rufen: „Dafür kommst du in die Hölle, Sean!“

Der legte jedoch, ohne zu antworten, seinen Arm fest um Mary und zog sie sacht ins Haus. Morgen, nahm er sich vor, morgen werde ich ihr alles erzählen. 

„Darling, komm, wir wollen doch unsere Decke nicht warten lassen?“

Aber das, das ist eine andere Geschichte!