Mein Freund der Baum ist tot…

Erinnert sich eigentlich noch jemand an Alexandra?
Sie wurde bekannt mit Liedern wie Mein Freund, der Baum, ist tot, Sehnsucht oder Zigeunerjunge bekannt. Ihr Tod war tragisch.
Und immer, wenn ich bei Blogfreundin Jacqueline Artikel wie diesen lese, kommt mir dieses Lied in den Sinn. Und das ist schön.



MEIN FREUND DER BAUM SONGTEXT

Ich wollt dich laengst schon wieder sehen
mein alter Freund aus Kindertagen
Ich hatte manches dir zu sagen
und wusste du wirst mich verstehen
Als kleines Maedchen kam ich schon
zu dir mit all den Kindersorgen
ich fuehlte mich bei dir geborgen
und aller Kummer flog davon
Hab ich in deinem Arm geweint
strichst du mir mit deinen Blaettern
mir uebers Haar mein alter Freund
Refrain:
Mein Freund der Baum ist tot
Er fiel im fruehen Morgenrot
Du fielst heut frueh ich kam zu spaet
du wirst dich nie im Wind mehr wiegen
du musst gefaellt am Wegrand liegen
und manche der vorruebergeht
der achtet nicht den Rest von Leben
und reißt an deinen gruenen Zweigen

die sterbend sich zur Erde neigen

wer wird mir nun die Ruhe geben
die ich in deinem Schatten fand
mein bester Freund ist mir verloren
der mit der Kindheit mich verband
Refrain
Mein Freund der Baum ist tot
Er fiel im fruehen Morgenrot
Bald waechst ein Haus aus Glas und Steinen
dort wo man ihn hat abgeschlagen
bald werden graue Mauern ragen
dort wo er liegt im Sonnenschein
Vielleicht wird es ein Wunder geben
ich werde heimlich darauf warten
vielleicht blueht vor dem Haus ein Garten
und er erwacht zu neuem Leben
Doch ist er dann noch schwach und klein
und wenn auch viele Jahren gehen
er wird nie mehr der selbe sein
Refrain
Mein Freund der Baum ist tot
Er fiel im fruehen Morgenrot

R.I.P. Jan Fedder

Jan_Fedder
Jan Fedder vor dem Hamburger Michel, 2010

Die Guten verlassen uns immer zum Jahresende hin. Oder kommt mir das nur so vor?
Ich war erschüttert, als ich gestern vom Tod des Schauspielers Jan Fedder erfuhr.
Ich sah in immer sehr gerne.
Als Dirk Matthies in der Fernsehserie Großstadtrevier oder Kurt Brakelmann in Neues aus Büttenwarder – ich freute mich immer, ihn zu sehen.
Gestern abend dann die Nachricht: Er wurde Montag um 18:47h in seiner Wohnung tot aufgefunden.

Nun bleibt mir nur noch zu sagen:
Ruhe in Frieden, Jan! Und danke für viele Jahre der Freude, die du uns gebracht hast! Ich bekam einmal ein Büchlein geschenkt. Die Widmung darin möchte ich dir als letzten Gruß zurufen:

„Der hat sein Leben recht verbracht,
der viele Menschen froh gemacht!“

 

In diesen Adventstagen denke ich an Lynn

Wenn Weihnachten näher rückt, die Menschen voller Hast versuchen, Geschenke für ihre Liebsten zu finden, alles hektisch und schnell schnell gehen muss, dann überfällt mich Trauer. Ich möchte jedem zurufen: „Halte ein! Weihnachten ist nicht das Fest der Geschenke! Ihr macht alles kaputt! FREUT EUCH! Lasst Euch nicht unterjochen und zu Käufen zwingen, die Euch von Marktriesen, von Konzernen und genialen Werbefuzzis als Gehirnwäsche verpasst worden sind.“

lynn
Lynn (li.) und ihre Ma

Am dritten Advent im Jahre 2001 sah ich meine Frau Lynn zum letzten mal. Lange hielten wir uns auf dem Flughafen München in den Armen. Dann flog sie nach Irland, zu ihren Eltern. Und diese waren glücklich, ihre Tochter Weihnachten daheim zu haben.
Ich gönnte es ihnen. Ich drängte Lynn, über Weihnachten zu ihren Eltern zu fahren.
Elf Jahre waren wir zusammen glücklich, elf Jahre! Dann heirateten wir. Keltisch. Verbotenerweise. Und Lynn rief mich Heilig Abend an, überglücklich. Sie hatte ein wundervolles, ehrliches Lachen. Und sie fragte: „Denkst du an UNSER Lied?“
Hier ist es, UNSER Lied:

 

Die Gnade der späten Geburt?

stauffenberg
Claus Schenk Graf von Stauffenberg

Heute ist der 20. Juli. Heute, vor 75 Jahren, nämlich am 20. Juli 1944 misslang ein Attentat auf Adolf Hitler. Ein Attentat in einer Reihe von mehreren.

Liste der Attentate auf Adolf Hitler

Das Attentat vom 20.07.1944 gilt jedoch als der bedeutendste Umsturzversuch im 3. Reich. Dieser mutige Versuch kostete in der Folge mehr als 200 tapfere Männer das Leben. Sippenhaft und Verschleppungen inklusive.

Heute hört und liest man vielfach von dem Unmut mancher Menschen über das „dauernde Erinnern “ daran. Ich denke, in der heutigen Zeit kann gar nicht genug daran erinnert werden. Helmut Kohl prägte in den Jahren 1983/1984 den Spruch von der „Gnade der späten Geburt“.
Ich halte dagegen mit Bertolt Brecht:
„Ihr aber lernet, wie man sieht, statt stiert
Und handelt, statt zu reden noch und noch.
So was hätt‘ einmal fast die Welt regiert!
Die Völker wurden seiner Herr, jedoch
Dass keiner uns zu früh da triumphiert –
Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“
(Epilog zu Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui )

Wie wahr Bertolt Brechts Worte sind, zeigen nicht zuletzt die Erfolge der AfD.
Denkt bitte einmal darüber nach, meine lieben Leser, Besucher und Freunde!

Inspiriert zu diesem Eintrag wurde ich übrigens durch einen Beitrag meines Bloggerfreundes Sigurd6. 😉

 

Mein Onkel Paul | Der Mensch

Onkel Paul. Einer der Menschen, die mich bis zum Tode begleiten werden. Es sind Wenige, die dies für sich in Anspruch nehmen können. Viele sind es, die mich in der einen oder anderen Weise prägten. Natürlich.
Onkel Paul war da ganz eigen. Er lehrte mich, die Natur zu BEGREIFEN. Im wahren Sinn des Wortes.
Ein Spaziergang mit Onkel Paul war für mich ein Erlebnis. Fast immer ging es in den Wald.
Ich hatte als Kind sehr viel Angst. Und ich fürchtete mich, in diesen dunklen Wäldern, wo mich auserkorene Feinde erwarteten. Riesige Bäume, bereit, sich jederzeit auf mich zu stürzen und zu verschlingen. Das Sonnenlicht, welches ich so sehr liebte, fehlte ja fast gänzlich.
Verzagt und furchtsam, Onkel Pauls Hand fest umklammernd, tapste ich in dieses grauenerregende Gebiet.
Und ich war stolz, einen so starken und furchtlosen Beschützer an meiner Seite zu wissen.
Er lehrte mich, meine Angst ins Positive zu kehren. Der einzige Mensch, der mir Angst nahm. Und dafür Mut gab. Mut, in meinem Leben immer zu versuchen, das RICHTIGE zu tun. MUT, immer, wenn es darauf ankam, das Maul aufzureißen und zu sagen:
„DAS ist SCHEISSE!“
Aber es dauerte, ziemlich lange sogar. Er erzählte von seinen Ängsten, damals, ehe er meine Oma kennen lernen… musste.
Von seiner Furcht vor den GESTAPO-Leuten. Von seiner unwahrscheinlichen Angst, wenn es in dem Hause, in dem er damals wohnte, irgendwo klingelte.
Und von der Angst vor dem Nachbarn aus dem Nebenhaus, Koloschowskii – glaub ich – war der Name. Seines Zeichens Blockwart, trotz seines Namens…
Auch von den Demütigungen erzählte mein Onkel Paul mir, die er wegen seiner äußerlichen Erscheinung erleiden musste.

Davon aber beim nächsten Mal mehr.

Schreiben zum aufarbeiten***

Dies schrieb ich vor 7 oder acht Jahren. Und damals wusste ich noch nicht, wie mein Leben sich so weiterentwickelt. 

Ich bin ein Mensch, der schon SÄMTLICHE Höhen und Tiefen in seinem Leben erlebte. Über manches schreibe ich, vieles steht noch auf meiner „Schreiben-Liste“ und manche Dinge möchte ich erst einmal genau wissen, ehe ich meinen Senf dazu abgebe.
Aber, Ihr dürft an Traumschoepfers Leben teilhaben.

Ich wurde in meinem Leben getäuscht, hereingelegt, verlor Geld an „Freunde“, verlor den Rest meiner Familie, weil ich entweder den Kontakt verlor, und/oder der Kontakt mit mir einfach nur lästig war. Keine Ahnung. Über eine erneute „Kontaktaufnahme“ zu meiner Familie werde ich zu gegebener Zeit einmal schreiben.

Aber ich bin nicht allein. Meine Wurzeln liegen in Irland. Ich kenne mich mit der Terminologie nicht so aus.
War es mein Großvater, väterlicherseits, der Irisch-Stämmig war? Mein Ur-Großvater?
Sicher ist: Mein XX-Großvater schrieb sich WILLIAM PHILLIPS. Also anders, als ich. Ich schreibe mich PHILIPPS.

Und mein Freund und Vertrauter in Kindertagen, Onkel Paul, BETTELTE meine Eltern an, MICH zu ihm zu schicken. Das war kurz vor seinem Tod und er lag schon einige Zeit im Krankenhaus.

Damals tat ich Dienst bei der Bundesmarine und hätte JEDERZEIT Sonderurlaub bekommen.
Und die Nachricht seines Todes bekam ich von meiner Mutter, so ganz beiläufig während eines Telefonats einmal mitgeteilt.

Ich bin traurig. Ich werde es niemals mehr erfahren.

Es ist so viel, was mir zur Zeit durch meinen Kopf geht.
Und zu allem, egal was, fällt mir meine Lynn ein.

Sie sagte immer: „Eine Kuh, die tot ist, gibt keine Milch mehr!“
Und sie hatte Recht!

Mein Onkel Paul|Formen

Nun, mein Onkel Paul lebte nun – gezwungenermaßen – mit meiner Großmutter zusammen.

Und so liebten sie sich und wurden glücklich alle Tage… So enden Märchen. Die Geschichte von Oma und Onkel Paul fing da erst an.

So schrieb ich in meinem ersten Artikel über meinen Onkel Paul.
Natürlich weiß ich nicht, ob sie je eine „Beziehung“ eingegangen waren. Interessiert mich auch nicht. Sie waren jedenfalls – so meine Erinnerung – immer „Gut“ miteinander.
Die Oma, groß, hager und mit weißem Haar. Penibel auf ihre Kleidung achtend, auf Deckchen, die auf dunklen, eichernen Tischen lagen, auf den Glanz ihres Parkettbodens und dass wir Kinder – meine Schwestern und ich – sittsam, Hände auf dem Tisch, bei den Mahlzeiten saßen.
Selten – zu selten, dass ich als Kind das ertragen konnte – gab es Kekse. Selbstgebacken von Oma. Noch heute stellt sich ein Kratzen im Halse ein, wenn ich nur daran denke.
Mit Worten wie: „Die Negerkinder wären froh, hätten sie etwas so Gutes zu essen!“, wurden wir Kinder erpresst.
Die „Heidenkinder“, so wussten wir ja schließlich aus dem Religionsunterricht, bedurften unserer Hilfe, nicht zu verhungern. Kleine Pappschachteln, zusammenfaltbar und von uns Kindern wieder entfaltet und zusammengesteckt. Aufdrucke von armen Negerkindern sollten die Seele rühren.
Und: „DIASPORA“ und „BROT FÜR DIE WELT“ stand draufgedruckt. Und wer da in den oben angebrachten Schlitz nichts hineinwarf… AB! Ins FEGEFEUER!

So, und die nächsten Tage erfahrt Ihr, wie es weitergeht. Also: BLEIBT DRAN!
Und alle, die hier nur zufällig aufgetaucht sind: Ihr könnt ja auch abonnieren. Kostenlos, versteht sich!

Mein Onkel Paul|Ankunft

Woran mag es liegen? Sobald man einmal angefangen hat, sich intensiv mit der – vor allen Dingen seiner eigenen – Vergangenheit zu beschäftigen und zu Papier Bildschirm zu bringen, treten immer mehr Dinge zu Tage, welche man längst verdrängt glaubte.
Abgeschlossen. Ad Acta gelegt. Vergessen und begraben…
Nein, nicht mein Onkel Paul fällt in diese Kategorie. Aber meine Familie. Meinen Onkel Paul liebte ich abgöttisch. Und das beruhte auf Gegenseitigkeit. Heute weiß ich es mehr denn je…
Und er ist mir ebenso unvergesslich im Gedächtnis geblieben, wie der alte einsame Mann, Franz, über den ich ja vor kurzer Zeit schrieb.
So möchte ich denn einem weiteren, wichtigen Menschen in meinem Leben einen Eintrag widmen.
Seid gewarnt: Diesmal wird es eine etwas längere Geschichte. Zu lang für einen Artikel, zu kurz für eine Soap bei RTL… Lasst mich beginnen, bitte.

Es war damals, in einer Zeit, als Menschen, die sich heute rühmen: „WIR haben alles wieder aufgeräumt…!“, ohne zu bedenken, dass ja auch SIE diejenigen waren, welche fast die ganze Welt in Schutt und Asche gelegt hatten, kaum noch etwas fanden, mit dem sie ihren Hunger stillen, geschweige, wo sie denn hausen sollten.
Und da war es wieder. Dieses Deutsche, dieses verfickte. Flugs wurden wieder Ämter geschaffen, bevölkert von Beamten. Es musste ja wieder Ordnung herrschen.
Es möge ein jeder, der es Besser weiß, mich berichtigen. Ich wurde ja erst sieben Jahre später geboren…

Ein Amt beschäftigte sich damit, Menschen Wohnraum zu beschaffen. Viel gab es nicht. Aber doch war Einiges nicht der Vernichtung anheim gefallen.
Und so wies man Menschen, die sich nicht kannten, „Wohnraum“ zu, bei einer Witwe, deren Mann „ehrenvoll für das Vaterland gefallen“ war. Diese Witwe war meine Großmutter, väterlicherseits. Und der „Zugewiesene“ war mein Onkel Paul.
Und so liebten sie sich und wurden glücklich alle Tage… So enden Märchen. Die Geschichte von Oma und Onkel Paul fing da erst an.
Wie es mit den Beiden weiterging? Und wann ich ins Spiel kam? Ihr werdet es erfahren, ganz sicher!
Ich brauchte diese Einleitung jetzt einfach, um meine Gedanken ins Reine zu bringen.
Ich denke, ich habe es, zumindest Ansatzweise, geschafft.

Aus dem Archiv vom 13. Juni 2011: HABE DIE EHRE, LUDWIG! IN MEMORIAM LUDWIG II., KÖNIG VON BAYERN

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Ludwig II. im Alter von 20 Jahren. Gemälde vonFerdinand von Piloty, 1865

Heute vor 125 Jahren fischte man Dich aus dem Starnberger See. Ein Kreuz zeigt immer noch die Stelle an, wo man Dich dereinst fand.
Nach Jahren der glanzvollen Herrschaft entmündigte man Dich am 10. Juni 1886 und Dein Onkel Luitpold, Prinzregent von Bayern übernahm Deine Geschäfte. Man unterstellte Dir, geisteskrank gewesen zu sein. Es war  zu jener Zeit ja ein probates Mittel, unbequeme Menschen aus dem Weg zu räumen.
Und unbequem warst Du – von Anfang an. Ein König, ein Regent, der es ablehnte Krieg zu führen? Der sich lieber der Kunst widmete und so einem Richard Wagner mit Riesensummen den Weg ebnete? Undenkbar!
Heute profitieren wir alle davon, Deine Schlösser sind eine Rieseneinnamequelle für den Freistaat Bayern.
Nach Deiner Entmündigung ertrankst Du in diesem wundervollen See, drei Tage später, geradeLudwig-II-Kreuz-w050-h050 einmal40 Jahre alt. Ich möchte hier gar nicht auf die Umstände eingehen, wie wohl ein kraftvoller Schwimmer wie Du so zu Tode kommen konntest. Darüber haben schon andere Leute dicke Bücher geschrieben, der Doktor Bernhard von Gudden wurde durchleuchtet. Er hatte – mit zwei anderen Ärzten – ohne Dich je persönlich untersucht zu haben, nur auf Grund von „Zeugenaussagen“, Dein Schicksal besiegelt. Ein wenig Licht in das Dunkel könnte das Haus Wittelsbach bringen, würden sie denn endlich einmal ihre Geheimarchive öffnen. Auch die Erlaubnis zu einer Autopsie würde helfen.
Man bräuchte noch nicht einmal nach Dir zu buddeln…
450px-Grab_LudwigII_BayernNur Deinen Sarg öffnen. Der steht ja in der Gruft der Michaelskirche, in der Neuhauserstraße in München.Aber vielleicht kämen dann einige Wahrheiten ans Licht, die nicht unbedingt zum guten Ruf Deiner Nachfahren beitragen würden.
Vielleicht wäre dann auch die schöne Romantik dahin, das Geheimnis, das Dich und Deinen Tod immer noch umgibt, gelüftet.

Aber das alles hast Du schon vorhergesehen, stimmt’s?
Früh schon sagtest Du ja:

Ein ewig Rätsel will ich bleibenmir und anderen.“

Und das, Majestät, ist Dir ja auch gelungen. Immerhin.
Ruhe in Frieden.