En Kölle am Rhing ben ich gebore,

Alice lädt ein, zur zweiten Blogparade! Näheres lest bitte auf ihrer Seite. 😉


So beginnt es, das Lied, das mir immer wieder in den Sinn kommt. Der Titel „Heimweh nach Köln“ trifft es dabei ziemlich genau.
Dann sehe ich wieder Bilder vor mir, rieche den Rhein, höre das leise glucksen, wenn ein Schiff das verdrängte Wasser in kleinen Wellen an die Mauer platschen lässt. Manchmal ist der Geruch auch ziemlich… hm, nicht so gut. Eine Mischung zwischen totem Fisch, brackigem Wasser und fauligen Wasserpflanzen. Ich weiß nicht, ob sich das geändert hat, in den fast vierzig Jahren, als ich zum letzten mal an dem Geländer lehnte, welches verhindern soll, dass man in die Brühe plumpst, wenn man zu unachtsam ist.
Aber hey! Vater Rhein ist alt. Sehr alt. Und da darf man auch einmal „riechen“.
Wie gesagt, der Geruch bleibt in Erinnerung. Genau so wie die alten, schmalen und schiefen Häuser.
Restaurants, Kneipen und andere „Etablissements“ reihten sich aneinander. Jedes hatte seinen eigenen Charme, seinen eigenen Charakter.
Geh mir weg mit Düsseldorf und seiner – angeblichen – „längsten Theke der Welt“. Das war damals schon purer Kommerz.
Wie anders dagegen in Köln, wo selbst die Liebesdamen, welche in meiner damaligen Stammlokalität, dem „Goldenen Anker“ (gibt’s den eigentlich noch? Mit den Wänden voller Fotos und anderen Erinnerungen an Felix Graf von Luckner??) an ihren Tischen saßen, Kölsch tranken, lachten und sich mit mir immer freundlich unterhielten.
Zwei Musiker spielten damals im Anker, der Heinz (Schlagzeug) und der Willi (elektronisches Akkordeon). Beide echte Kölner, witzig, manchmal derb, aber immer mit dem Herzen auf dem rechten Fleck.
Und ich – immer mittendrin, gerne mal das Mikrofon in die Hand drücken lassend und zur Freude der Mädchen ein Lied nach dem anderen schmetternd. Hach, waren das noch Zeiten! Ich möchte  so gerne einmal wieder dorthin fahren. Den Rhein riechen, gucken, ob´s den „Anker“ noch gibt. Irgendwo in der Altstadt Reibekuchen essen…

Und die Lust ist geweckt, in der „Malzmühle“ einen „Halven Hahn“ essen und –   das werde ich mir dann auf keinen Fall entgehen lassen – ein Besuch im „Kölschen Hänneschen-Theater„.
Und wer sich darunter jetzt beim besten Willen nichts vorstellen kann, der nehme sich mal wenige Minuten Zeit, und schaue sich das Video auf YT an.

Vielleicht ergibt sich ja auch ein Treffen mit meinem Blogfreund Videbitis, den ich noch aus unserer gemeinsamen blo.de-Zeit kenne. Das wäre wirklich cool…

In diesem Jahr jedenfalls möchte ich. Dann hat mein Schwerbehindertenausweis wenigstens mal einen Sinn. Mit der Bahn reise ich nämlich kostenlos. 😉

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Tragen männliche Amerikaner eigentlich nie Unterhosen?

Nicht, dass mich das nun wirklich interessieren würde. Ich habe keinen Kontakt zu Amerikanern. Und schon gar nicht einen solch intimen, dass mich diese Frage nun beschäftigen könnte. Aber: Ich sah heute wieder einmal einen Trailer zu einem Film, den ich schon kannte. Und da fiel mir ein: Es gibt jede Menge amerikanischer (Klamauk)-Filme, in denen, quasi als Höhepunkt der Handlung, sich der männliche Protagonist seinen Zappadäus im Reißverschluss der Jeans, wahlweise auch Anzughose, so einklemmte, dass es mir beim Hinschauen schon weh tat. Ich meine, ich bin mittlerweile 66  Jahre alt, vieles ist geschehen, aber SO ETWAS noch nie. Nö, ich bin nicht neidisch auf die Erfahrung der amerikanischen Bevölkerung, welcher Art sie auch immer sein mögen. Schon zu Zeiten der Mailboxen (alte Hasen werden wissen, wovon ich spreche) prägte ich damals im unvergessenen FidoNet den Spruch: „Der Amerikaner entwickelt sich, bis er 14 ist. Danach wächst er nur noch, um seine Basketball-Schuhe auszufüllen.“


FidoNet_logo-2010Kennt das noch jemand? Hm? „Fido“ hieß der Hund von Tom Jennings, der 1984 in den USA das FidoNet gründete. Und wieder kommen Erinnerungen hoch. Erinnerungen an Akustik-Koppler, hohe Telefonrechnungen, Nächte vor dem PC, weil tagsüber kein ruhiges Arbeiten war. Jedes kleine Nebengeräusch produzierte Abbrüche und es hagelte Fehlermeldungen. Das wurde erst (etwas) besser, als ich mein erstes 56K-Modem erhielt, damals war 1&1 schon der Vorreiter in bezahlbarer Technologie. Und ich kommunizierte per FidoNet mit meiner Schwester in den USA, in Michigan. Während der Nacht waren auch die Telefongebühren viel niedriger, als am Tag. So wurden die „Pakete“ mit Nachrichten gegen 3 Uhr morgens „eingesammelt“ und von Knotenpunkt zu Knotenpunkt gesandt, bis sie endlich auf der anderen Seite des Teiches anlangten. Immer noch viel schneller, als ein Brief per Luftpost. Billiger ganz sicher nicht. 😉 Und schon damals faszinierte es mich, was Technik kann. Niemand hätte da schon an Internet gedacht. Gleichwohl es dann, Mitte der 1990er Jahre auch für mich klar wurde: Da tut sich was! Immer öfter tauchte nämlich in Signaturen der Spruch: „Internet ist auch ganz nett“ auf. Aber das, das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.Ich werde jetzt erst einmal meine Reißverschlüsse durch Knöpfe ersetzen. 😉

Früher habe ich auch mal gedichtet…

Das heißt, ich hatte damit begonnen. Im doch schon reifen Alter wollte ich damit einer Frau meine Liebe gestehen. Kurz entschlossen setzte ich mich eines Tages an meine alte Triumph-Schreibmaschine und hämmerte in die Tasten. Das Ergebnis ist leider nicht mehr vorhanden, ebenso wie die Triumph. Ich habe alle Beweise vernichtet. Aber in meinem Kopf, in meinem Kopf taucht es hin und wieder einmal auf. Hier stelle ich mein Opus einmal vor, urteilt selbst: 😳

Was mach ich?
Träum oder wach ich?
Seh vor mir dein lieb Gesicht,
Will es greifen… kanns doch nicht!
Flatternd wie ein Schmetterling
huscht es fort – wer weiß wohin?

Ich erwach im dunklen Raum
Gott sei Dank! wars nur ein Traum!
Nicht länger dunkel mehr der Raum
Denn weil ich weiß, dass du mich liebst,
mir deine ganze Liebe gibst, erstrahlt
ein helles Lichtlein!

Leider bekam die von mir so Angebetete mein Werk nie zu Gesicht.
Ich war einfach zu schüchtern.

Damals war ich 8 Jahre alt, und die Holde hieß Frl. Postner  – und war meine Lehrerin.

 

Erinnerungen an Marcella

Manchmal, wenn ich so mal mehr, mal weniger leise 😉 durch befreundete Blogs schleiche, weckt der ein oder andere Artikel urplötzlich Erinnerungen. Wenn mich dann diese Luderchen gepackt haben, werde ich sie so schnell auch nicht wieder los. Es sei denn, ich schreibe sie auf. Und genau so erging es mir auch, als ich von Struppi den Artikel „Tango streichelt unsere Seele“ las. Zack!, war sie wieder da, die Erinnerung an Marcella. Ach so, ich sehe schon, wie Ihr verständnislos auf den Monitor starrt. Klar, wer zum Henker ist diese Marcella?, fragt Ihr Euch. Von ihr muss ich Euch erzählen.

Vor vielen Jahren arbeitete ich in München als Assistent der Geschäftsleitung in einem argentinischen Steakhaus. Churrasco hieß der Laden und befand sich damals in Schwabing. Und dort lernte ich Marcella kennen. Sie studierte während dieser Zeit in München und jobbte regelmäßig als Kellnerin dort, wo ich arbeitete. Sie war ein energisches junges Mädchen, immer gut gelaunt und freundlich zu den Gästen.

Nach Feierabend saßen wir oft zusammen in meinem Büro bei einem Glas Mendoza und redeten über alles Mögliche. Irgendwann kam das Thema auch auf argentinische Tangos. Ich verriet, dass mich diese Musik sehr erfreut. Sie lächelte.

Am nächsten Tag reiste sie für drei Wochen in ihre Heimat ihre Eltern zu besuchen. Als sie zurückkehrte, drückte sie mir ein kleines Päckchen in die Hand. Darin waren – ich wollte es gar nicht glauben – zehn MusiCassetten, bespielt mit argentinischen Tangos. Hatte sie doch ihrem Vater von mir erzählt, un der hatte es sich nicht nehmen lassen, mir von seiner riesigen Plattensammlung die besten Tangos zu überspielen. Darunter auch echte Raritäten.

Papa lässt ganz lieb grüßen, sagte Marcella vergnügt. Ich möchte dazu betonen, dass ich nichts, aber auch gar nichts, mit ihr hatte. Aber wir waren wirkliche Freunde…

 

 

 

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern


Erinnert sich noch jemand? Das Lied durfte Ende der 1970er Jahre nicht mehr im Radio gespielt werden. Sehr zur Freude meines Vaters… Ich erinnerte mich erst wieder, als ich das Foto bei fridaauferden entdeckte.


Spiel nicht mit den Schmuddelkindern,
sing nicht ihre Lieder.
Geh doch in die Oberstadt,
mach’s wie deine Brüder.

So sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor.
Er schlich aber immer wieder durch das Gartentor
und in die Kaninchenställe,
wo sie Sechsundsechzig spielten
um Tabak und Rattenfelle,
Mädchen unter Röcke schielten,
wo auf alten Bretterkisten
Katzen in der Sonne dösten,
wo man, wenn der Regen rauschte,
Engelbert, dem Blöden, lauschte,
der auf einen Haarkamm biß,
Rattenfängerlieder blies.
Abends, am Familientisch, nach dem Gebet zum Mahl,
hieß es dann: Du riechst schon wieder nach Kaninchenstall.

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern,
sing nicht ihre Lieder.
Geh doch in die Oberstadt,
mach’s wie deine Brüder.

Sie trieben ihn in eine Schule in der Oberstadt,
kämmten ihm die Haare und die krause Sprache glatt.
Lernte Rumpf und Wörter beugen.
Und statt Rattenfängerweisen
mußte er das Largo geigen
und vor dürren Tantengreisen
unter roten Rattenwimpern
par coeur Kinderszenen klimpern
und, verklemmt in Viererreihen,
Knochen morsch und morscher schreien,
zwischen Fahnen aufgestellt brüllen, daß man Freundschaft hält.
Schlich er manchmal abends zum Kaninchenstall davon,
hockten da die Schmuddelkinder, sangen voller Hohn:

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern,
sing nicht ihre Lieder.
Geh doch in die Oberstadt,
mach’s wie deine Brüder.

Aus Rache ist er reich geworden. In der Oberstadt
hat er sich ein Haus gebaut, nahm jeden Tag ein Bad.
Roch, wie bessre Leute riechen,
lachte fett, wenn alle Ratten
ängstlich in die Gullys wichen,
weil sie ihn gerochen hatten.
Und Kaninchenställe riß er
ab. An ihre Stelle ließ er
Gärten für die Kinder bauen.
Liebte hochgestellte Frauen, schnelle Wagen und Musik,
blond und laut und honigdick.
Kam sein Sohn, der Nägelbeißer, abends spät zum Mahl,
roch er an ihm, schlug ihn, schrie: Stinkst nach Kaninchenstall.

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern,
sing nicht ihre Lieder.
Geh doch in die Oberstadt,
mach’s wie deine Brüder.

Und eines Tages hat er eine Kurve glatt verfehlt.
Man hat ihn aus einem Ei von Schrott herausgepellt.
Als er später durch die Straßen
hinkte, sah man ihn an Tagen
auf ’nem Haarkamm Lieder blasen,
Rattenfell am Kragen tragen.
Hinkte hüpfend hinter Kindern,
wollte sie am Schulgang hindern
und schlich um Kaninchenställe.
Eines Tags in aller Helle
hat er dann ein Kind betört
und in einen Stall gezerrt.
Seine Leiche fand man, die im Rattenteich rumschwamm.
Drum herum die Schmuddelkinder bliesen auf dem Kamm:

Spiel nicht mit den Schmuddelkindem,
sing nicht ihre Lieder.
Geh doch in die Oberstadt,
mach’s wie deine Brüder!


 

 

Lang, lang ist´s her… Oder: Irischer Mondschein der besonderen Art

ireland-2396261_640„Daddy?“

Lynns Stimme klang zärtlich und lieb. Ich verstand nicht, was sie zu ihrem Daddy sagte, während sie zärtlich in seinen Haaren wühlte. Sie unterhielten sich leise auf irisch. Als Daddy verständnisvoll lächelnd nickte, quietschte Lynn freudig auf, nahm meine Hand und zog mich ungestüm zur Tür. „Nun komm schon, Brummbär“, zappelte sie ungeduldig und war schon auf dem Weg in den Hof.

Ich schaute sie verständnislos an. „Daddy hat JA gesagt“, kicherte sie verschmitzt. „Aha“, sagte ich. „Du warst doch dabei, als ich ihn gefragt habe“, gluckste sie fröhlich, erklärte mir aber gleich, was sie eigentlich vorhatte. Schnell hatte sie mir erklärt, was sie vorhatte. Einen Ausflug hatte sie vor, in die Wicklow Mountains. „Lang, lang ist´s her… Oder: Irischer Mondschein der besonderen Art“ weiterlesen

Lynn und die Kunst

Der Post von Mitzi gestern rief schlagartig wieder Erinnerungen an meine immer noch geliebte Lynn in mir hoch. Dazu muss man wissen, dass sie ja in München Kunst und Geschichte studiert hatte. Und sie schleifte mich gerne und oft in sämtliche Kunsttempel nicht nur in München, sondern auch in Dublin, Belfast und wo wir uns sonst noch überall herumtrieben. 😉

Wie das dann so ablief, könnt Ihr am besten bei Mitzi nachlesen. 🙂 Ich sage dazu nur noch: Wie sich die Bilder gleichen… 😀

Ich und der Karneval

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„Ach komm schon, im Fernsehen zeigen sie doch eh den ganzen Zug! Und hier können wir lecker Berliner essen…“

Geduldig (mehr oder weniger) versuchte mein Vater mich davon abzubringen, den Rosenmontagszug  in Köln Live und in Farbe, statt im Fernsehen und schwarz/weiß zu „genießen“. Hallo? Und die Kamelle (Bonbons) werfen sie durchs Fenster rein, wa? Nee, nicht mit mir! Dann wollte ich mir den Zug bei meinem Freund…

Kurze Zeit später befand ich mich auf dem Weg zum Dom. Ich pfiff fröhlich vor mich hin, war 10 Jahre alt und auf dem Weg in ein neues Abenteuer. Unterwegs traf ich fast nur andere Jecke und alle grüßten und waren freundlich. Ich grinste wie ein Honigkuchenpferd…

RievkoochebudAm Rhein angekommen bekam ich Hunger und beschloss, mir Rievkooche (Reibekuchen, Kartoffelpuffer, Reiberdatschi) an einer der vielen Buden zu kaufen. Diese Buden gab es in Köln damals so häufig, wie woanders Pommesbuden. Heiß, ziemlich fettig und vor allen Dingen lecker. Das brauchte Klein-Werner. Noch kurz über die Hohenzollernbrücke, und schon stand ich vor dem Dom. Ich stand vor den großen Tribünen, direkt am Zugweg , und in unmittelbarer Nähe der Kameras vom WDR, die das Geschehen live im Fernsehen zeigten. Ich dachte noch Pah, hier habe ich alles in Farbe! und widmete mich dem Aufsammeln der Bonbons, die auf mich herabprasselten.

Hier lagen so viele Bierflaschen herum und ich sammelte diese auch noch ein, um am nächsten Büdchen das Pfandgeld zu kassieren, als der Zug vorbei war. Das ergab noch einmal Reibekuchen, ein Eis und eine Bluna! Kinder, ging´s mir gut!

Am späten Nachmittag war ich dann wieder zu Hause. Der Rest ist schnell erzählt. Leugnen half nichts. Hätte der WDR mit seinen Kameras nicht dauernd auf mich gehalten… Die roten Lippenstiftspuren der kichernden „Mariechen“ in meinem Gesicht sprachen eine deutliche Sprache, die meiner Mutter allerdings die ihre schnell verschlug. Hausarrest war gar nix gegen die Freude, einmal live im Fernsehen zu sehen gewesen zu sein…

Mein Onkel Paul|Der Mensch

Onkel Paul. Einer der Menschen, die mich bis zum Tode begleiten werden. Es sind Wenige, die dies für sich in Anspruch nehmen können. Viele sind es, die mich in der einen oder anderen Weise prägten. Natürlich.
Onkel Paul war da ganz eigen. Er lehrte mich, die Natur zu BEGREIFEN. Im wahren Sinn des Wortes.
Ein Spaziergang mit Onkel Paul war für mich ein Erlebnis. Fast immer ging es in den Wald.
Ich hatte als Kind sehr viel Angst. Und ich fürchtete mich, in diesen dunklen Wäldern, wo mich auserkorene Feinde erwarteten. Riesige Bäume, bereit, sich jederzeit auf mich zu stürzen und zu verschlingen. Das Sonnenlicht, welches ich so sehr liebte, fehlte ja fast gänzlich.
Verzagt und furchtsam, Onkel Pauls Hand fest umklammernd, tapste ich in dieses grauenerregende Gebiet.
Und ich war stolz, einen so starken und furchtlosen Beschützer an meiner Seite zu wissen.
Er lehrte mich, meine Angst ins Positive zu kehren. Der einzige Mensch, der mir Angst nahm. Und dafür Mut gab. Mut, in meinem Leben immer zu versuchen, das RICHTIGE zu tun. MUT, immer, wenn es darauf ankam, das Maul aufzureißen und zu sagen:
„DAS ist SCHEISSE!“
Aber es dauerte, ziemlich lange sogar. Er erzählte von seinen Ängsten, damals, ehe er meine Oma kennen lernen… musste.
Von seiner Furcht vor den GESTAPO-Leuten. Von seiner unwahrscheinlichen Angst, wenn es in dem Hause, in dem er damals wohnte, irgendwo klingelte.
Und von der Angst vor dem Nachbarn aus dem Nebenhaus, Koloschowskii – glaub ich – war der Name. Seines Zeichens Blockwart, trotz seines Namens…
Auch von den Demütigungen erzählte mein Onkel Paul mir, die er wegen seiner äußerlichen Erscheinung erleiden musste.

Davon aber beim nächsten Mal mehr.

Schreiben zum aufarbeiten***

Dies schrieb ich vor 7 oder acht Jahren. Und damals wusste ich noch nicht, wie mein Leben sich so weiterentwickelt. 

Ich bin ein Mensch, der schon SÄMTLICHE Höhen und Tiefen in seinem Leben erlebte. Über manches schreibe ich, vieles steht noch auf meiner „Schreiben-Liste“ und manche Dinge möchte ich erst einmal genau wissen, ehe ich meinen Senf dazu abgebe.
Aber, Ihr dürft an Traumschoepfers Leben teilhaben.

Ich wurde in meinem Leben getäuscht, hereingelegt, verlor Geld an „Freunde“, verlor den Rest meiner Familie, weil ich entweder den Kontakt verlor, und/oder der Kontakt mit mir einfach nur lästig war. Keine Ahnung. Über eine erneute „Kontaktaufnahme“ zu meiner Familie werde ich zu gegebener Zeit einmal schreiben.

Aber ich bin nicht allein. Meine Wurzeln liegen in Irland. Ich kenne mich mit der Terminologie nicht so aus.
War es mein Großvater, väterlicherseits, der Irisch-Stämmig war? Mein Ur-Großvater?
Sicher ist: Mein XX-Großvater schrieb sich WILLIAM PHILLIPS. Also anders, als ich. Ich schreibe mich PHILIPPS.

Und mein Freund und Vertrauter in Kindertagen, Onkel Paul, BETTELTE meine Eltern an, MICH zu ihm zu schicken. Das war kurz vor seinem Tod und er lag schon einige Zeit im Krankenhaus.

Damals tat ich Dienst bei der Bundesmarine und hätte JEDERZEIT Sonderurlaub bekommen.
Und die Nachricht seines Todes bekam ich von meiner Mutter, so ganz beiläufig während eines Telefonats einmal mitgeteilt.

Ich bin traurig. Ich werde es niemals mehr erfahren.

Es ist so viel, was mir zur Zeit durch meinen Kopf geht.
Und zu allem, egal was, fällt mir meine Lynn ein.

Sie sagte immer: „Eine Kuh, die tot ist, gibt keine Milch mehr!“
Und sie hatte Recht!