Halloween

Jack O´Lantern

lantern

So sicher, wie in jedem Jahr das Christkind erscheint, der Osterhase im Frühling durch die Gärten hoppelt, genau so sicher und zuverlässig  wurde ich ab ca. Mitte Oktober durch schrille, wütende Schreie meiner Frau Lynn aufgeschreckt. Gott, dachte ich. Entsetzt sprang ich auf, eilte ins Wohnzimmer und fand sie hektisch mit den Armen rudernd vor dem Fernseher sitzend vor. Mit Mühe verkniff ich mir ein Lachen, als ich den Bericht sah, der gerade dort zu sehen war. In dem ging es, wie oft im Oktober, um Halloween.

DIE LERNEN´s EINFACH NICHT!„, rief sie empört. Ach ja, ich konnte mir schon denken, was jetzt auf die armen Redakteure zu kam.

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Wie geht´s eigentlich meinem Bein?

Seit meiner REHA vor knapp einem Jahr geht es mir ja schon einigermaßen. Seit einigen Wochen erscheint Vormittags ja der ambulante Pflegedienst bei mir und wechselt den Verband. Nun habe ich nur noch selten Schmerzen; die waren vorher unerträglich und nur mit Schmerztabletten auszuhalten. Dabei spielte es keine Rolle, ob ich saß, lag, oder rumlief.
Das ist ja mittlerweile soweit zurückgegangen, dass ich zumindest zum Einkaufen komme. Ich bin niemand, der mit seinen „Zipperlein“ anderen Menschen auf die Nerven gehen will. Nur meiner lieben Schwiegermutter gestehe ich alle paar Tage per Skype, wie es mir wirklich geht.

Und das ist die zweite Strophe in diesem blöden Lied. Wie sehr hatte ich mich darauf gefreut, meine Rente lustig und fröhlich in Irland zu „verballern“. 😆
Leider traue ich mich nicht, die Einladung meiner Schwiegereltern anzunehmen. Nicht, solange das Bein nicht vollkommen in Ordnung ist. Daran ändert auch der gutmütige Spott meiner Schwiegermama nichts, die öfter mal fragt, ob ich glaube, in Irland gäbe es keine Ärzte.
„Die Druiden, die singend und tote Katzen hinter sich herziehend um die Hütte tanzen, gibt es wirklich schon lange nicht mehr!“ 😛

Vielleicht würden die wenigstens etwas helfen, denke ich mir dann,  lege die DVD mit Carrickfergus ein und beginne weinend zu träumen. 😥

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Lynn und ich | Meine Art, Liebe zu zeigen…

…ist ein alter Titel, gesungen von Daliah Lavi, dieser unvergleichlichen Sängerin. Und dieses Lied spielten wir uns vor, wollten wir uns „rechtfertigen“, wenn wir schweigend nebeneinander saßen. Und das taten wir oft. Nicht, weil wir uns nichts zu sagen gehabt hätten.
Nein, oft genug platzte es aus uns heraus. Und jeder sagte: „Sag du!“ „Nein, sag Du zuerst!“
Kennt Ihr das? Ja? Und ist das nicht schön?



Meine Art Liebe zu zeigen

das ist ganz einfach Schweigen.
Worte zerstören
wo sie nicht hingehören.

Sieh den Tag am Himmel stehn

noch nicht müde
muß er gehn.
Doch die Nacht
die Anlauf nimmt
tröstet ihn bestimmt.
Nimm den Schatten von der Wand

schweig mir leise aus der hand

laß die Zeiger stille stehn
und du wirst schon sehn.

Schwöre keinen lauten Schwur

stell mir keine Fragen

träum die Sternenpartitur
ohne was zu sagen.
Halt mich fest
doch halt mich nicht.
Schreib mir alles ins Gesicht.
Laß den Tag vorübergehn
und du wirst schon sehn.

Spürst du
wie die Zeit entflieht

wie die Sehnsucht Kreise zieht?
Lösch noch ein paar Lichter aus
über unserm Haus.
Schließ mich in die Stille ein

laß mich einfach bei dir sein
und das Rad der Nacht sich drehn

dann wirst du schon sehn.

Ich bin nicht der große Dichter…

…aber manchmal werden meine Gefühle, meine Gedanken so mächtig, dass sie die Überhand gewinnen. Und ich versuche, sie in ein Gedicht zu zwängen. und zwar in englischer Sprache. Es ist nicht perfekt, und alle, die es nicht interessiert, mögen von klugscheisserischen Kommentaren bitte absehen. Ich machte mir so meine Gedanken, als ich auf irgendeinem Fernsehsender eine Dokumentation sah, die zum Thema den „Luftkrieg über England“ hatte.


Just now I saw a report on television.
„air war over England“
I am ashamed.
And I’m proud.
On the people of England.
So brave.

Today we want to forget it.
We do have a new track.
The way of friendship.
The way of love.
And the path of serenity and trust.
Please forgive us … the Germans.
For what we did to you.
The circle closes.
And that’s good, but not always easy.

My best friend Mark is English.
My beloved wife was Irish.

And I’m Irish …
In my heart.
In my green heart …

But I also love this great island
called
England.

God bless them both.

England and Ireland.

And my friends and me.
No matter where they live,
Germany, England or Ireland.

God bless you all!

Sincerely,
Werner

Christmas Polka


Kennt noch jemand Jim Reeves? Und seine Christmas Polka?
Ich werde sie wohl niemals wieder vergessen; wie sollte ich auch, war es doch unser auserkorener Tanz zu Weihnachten. Lynn und ich tanzten es mit Begeisterung, immer um den Tisch herum, bis die Eltern leicht genervt die Augen verdrehten.
Verboten hatten sie es uns nie.
Soviel Lebenslust ist auch schwerlich zu stoppen.



This is Christmas season so there isn’t any reason
We can’t dance the Christmas polka
Hear sleigh-bells ringing‘ everybody’s singing
Dancing the Christmas polka
Christmas trees and holly make everyone so jolly
And love just fills the air
It’s a wonderful world for a boy and a girl
While dancing the Christmas polka.

The merry Christmas polka,
Let’s dance, let’s dance, let’s dance
Everyone’s so happy, the air is filled with romance
Watch the sweethearts kissing‘
As they dance underneath the mistletoe
It’s a sight to behold for the young and the old
The merry Christmas polka.

— Instrumental —

(The merry Christmas polka.)


Zum 1. Advent

AdventFlowerShop01Morgen, am Sonntag, ist der 1. Advent. Nur für die, denen es entgangen sein sollte.
Ich versuche einmal, aus meinem alten Gedächtnis heraus zu aktivieren, was ich über diesen Tag weiß.

In der katholischen und evangelischen Kirche beginnt am Ersten Advent das Kirchenjahr.  Das wissen vermutlich in der heutigen Zeit nur noch Wenige. Aber dass man an diesem Tag das erste Kerzlein am Adventskranz anzündet, wahrscheinlich so ziemlich Alle.
Dabei ist dieser Brauch weitaus jünger. Sehr viel jünger. Er entstand erst im frühen 19. Jahrhundert, als ein gewisser Johann Hinrich Wichern, seinenWichern_01 Zöglingen im Rauhen Haus in Hamburg im Dezember 1839 an jedem Tag im Advent eine Kerze entzündete und auf einen Holzkranz steckte. Damals waren es weitaus mehr Kerzen, als heutzutage, nämlich 4 große weiße Kerzen für jeden Adventssonntag, und 19 kleine rote Kerzen, für jeden Werktag bis zum Heiligen Abend.
Für uns als Kinder, in einer Zeit, als die Lebkuchen noch nicht Ende September schon zum Kauf angeboten wurden, begann ab diesem Tag die Weihnachtszeit. Voller Spannung, die ihren Höhepunkt am Heiligen Abend fand, und kaum noch zu ertragen war.
Wir vertrieben uns die Zeit mit Schlittenfahren, Schneeballschlachten und dem Bauen ganzer Armeen von Schneemännern.
Am Nachmittag, wenn es dunkel wurde, fielen wir hungrig und mit blaugefrorenen Ohren und Nasen wieder zu Hause ein. Dann wurden Plätzchen gebacken, das ganze Haus duftete nach Kakao, Tannengrün und Kerzen. Und nach unseren Weihnachtsapfelsinen. Dazu wurden Orangen so dicht mit Gewürznelken gespickt, dass die Schale kaum noch sichtbar war. Mit einem farbigen Band wurden sie dann im ganzen Haus aufgehängt und dufteten wochenlang Weihnachten entgegen.
Eine Sache gibt es noch: Bratäpfel! Matschig, mit Zucker und Zimt, – welch ein Genuss! Abends sassen wir im Wohnzimmer zusammen. Mama las lustige Geschichten vor, manchmal sangen wir und meine Schwester spielte auf der Blockflöte. Himmel, klang das schaurig! Und doch war es schön. Sehr schön. Wir waren eine Familie und an solchen Abenden waren wir uns dessen mehr bewusst, als das ganze Jahr über. Mama erzählte von dem Jesuskind, dessen Geburt kurz bevorstand. Was hatten wir Mitleid, mit dieser armen Familie! Die hatten es nicht so schön wie wir. Einzig ich beneidete das Jesuslein ein ganz klein wenig. Es hatte, was meine Eltern mir niemals erlauben würden: Einen echten Esel neben seinem Bettchen stehen.
Und nun muss ich langsam aus dem Haus. Ich brauche dringend noch Gewürznelken und Orangen.
Allen meinen Lesern wünsche ich einen besinnlichen, friedvollen 1. Advent.

Menschen, die man trifft | Melanie

Manchmal, wenn ich nicht schlafen kann,stöbere ich gerne in alten Beiträgen von mir herum. Dort fand ich auch den folgenden Artikel wieder. Er ist schon einige Jahre alt, aus der Zeit, als ich noch in München arbeitete. Eine schöne Erinnerung, dachte ich mir. Ich möchte ihn Euch nicht vorenthalten, passt er doch gut zur Blogparade unserer lieben Alice. Viel Vergnügen beim Lesen. Euer Werner


Sie war 16 Jahre alt, als ich ihr das erste mal begegnete. In Freising am Bahnhof. Sie stand in der Eingangshalle und fror erbärmlich. Es war der 16. Dezember 2008 und ich kam aus München und wollte, ehe mein Zug nach Moosburg fuhr, rasch bei „Yormas“ Tabak, Schnaps und Bier kaufen. Es war mein Geburtstag. Ich würde ihn, wie immer seit Lynns Tod, alleine zu Hause verbringen. Halt, ganz alleine war ich ja nicht. Ich hatte meinen guten Freund Gorbatschow dabei… Weiterlesen „Menschen, die man trifft | Melanie“

Ein Herz voller Liebe

-Du siehst müde aus.
-Ich… bin… müde!
-Ja.

Ich höre Stimmen, so müde bin ich.
Schlaflos.
Ruhelos.
Fast am Ende dessen, was man „Kraft“ nennt.

-Du hast viele Freunde gewonnen.
-Ja, ich habe viele neue Freunde gewonnen.
-Schön!
-Ja, das ist schön.

Diese Stimme!
Sanft und doch bestimmt.
Ernst, doch immer ein leises Lächeln.
Der Versuch, mich zu erinnern.
Fehlgeschlagen.
Erinnerung ist ein teuflisches Werkzeug. Sie soll Mut machen, lehren…
Egal.
Ich bin müde.
Ein Duft. Apfel?
Ja, Apfel. Grüner Apfel! Wie konnte ich diesen Duft vergessen?

-Du bist einsam.
-Nein! Ich habe viele, ganz viele Freunde!
-Deshalb bist Du einsam.
-Verzeih‘, aber das ist Unfug!
-Oh nein… !
-Erkläre es mir, bitte!
-Gerne.
-Dein Herz ist voller Liebe. Aber deine Seele verkümmert. Glaube mir!
-Ich verstehe es nicht.

Nachfragen, Zeit gewinnen, nachzudenken.
Eine Stimme, die mich tröstet. Worte, die mich verunsichern.
Schaudern und Bangen.

-Dein Herz ist ein Baum, behangen voller Früchte. Früchte, die man „Liebe“ nennt.
-Ja, du hast Recht.
-Und du kannst diese Früchte nur anbieten. Wie in diesem Märchen, dessen Name mir leider entfiel.
-Frau Holle?
-Mag sein.
-Ja, und?
-Suche Dir jemanden, der wieder auflebt, wenn man ihn umarmt.
-Hm… Ich versuche es…
-Die Welt ist voll davon! Glaube mir!

Als eine Hand über meine Stirn strich.
Als ich den Gruß hörte.
Da konnte ich den Namen sagen… und hörte ein zärtliches, wohlbekanntes Lachen in der Ferne.

-Gute Nacht, mein Träumer!
-Gute Nacht, Lynn!
Und… DANKE!