Brigitte Augusti | Mädchenlose | 2. Buch (5)

Fünftes Kapitel.

Verschiedene Stimmen.

Den 29. Juni.

Heute war ein fremder Herr hier, der uns bei der Vesper als Regierungsrat Freyenstein vorgestellt wurde, ein sehr stattlicher, gut und nobel aussehender Mann. Die Unterhaltung war lebhafter als gewöhnlich; es wurde viel von einer Verlobung gesprochen, die vor kurzem in der benachbarten Stadt gefeiert worden und der nur die Bekanntschaft eines einzigen Tages vorhergegangen war. Die alte Frau Klingemann sprach sich mit großer Entschiedenheit dahin aus, daß sie solche Verbindungen nur als verwerflichen Leichtsinn betrachten könne, von Liebe sei dabei keine Rede, denn die Liebe müsse langsam auf dem sichern Grunde genauer Bekanntschaft und gegenseitiger Achtung erwachsen.

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Menstruationszyklus und Verhütung

Auszüge aus einem Biologietest „Menstruationszyklus und Verhütung“ vom 18. März 2002 einer Hauptschule in NRW, 8. Klasse (Durchschnittsalter etwa 14 Jahre… und somit durchaus im fortpflanzungsfähigen Alter!!!)

Thomas: 
Der Eisprung ist zwischen dem 14. und 18. Tag der Periode und man kann dann nicht schwanger werden. Wenn man schon Jahre nicht mehr miteinander geschlafen hat, dann kann man während des Eisprungs schwanger werden!
Genau im Eisprung dann ist die Zeit, in der man mit Sicherheit unfruchtbar ist. Bevor man miteinander schläft muss man die Pille schlucken, so dass der Körper denkt man ist schon schwanger dann nimmt der Körper ja auch keine neuen Samen auf.

Natalia: 
Wenn man jung ist und will sich Destillieren lassen und dann später doch noch ein Kind haben will, dann ist es zu spät.

Roman: 
Im Kopf ist das Glückshormon das den Menstruationszyklus steuert. Das heißt, wenn eine Frau für längere Zeit überglücklich ist, ist auch immer ein Ei in der Gebärmutterschleimhaut vorhanden. (siehe Seite I Aufgabe 9)

Janine: 
Der Eisprung ist der erste Tag der Periode. Das Ei wandert von links nach rechts. Das Diaphragma ist nur für den Mann. Kolutus Inspiritus ist auf keinen Fall sicher.

Andreas: 
Die Spirale ist nur geeignet, wenn die Frau schon ihren Familienwunsch abgeschlossen hat.

Samantha: 
Ein Diaphragma ist nicht sicher, weil es Pysiken hat. Und es ist nur für Männer.

Emrah: 
Die Pille ist für die weiblichen Wesen geeignet. Die Pille ist auch ein einfaches und unfühlsames Verhüttungsmittel. Die Spirale ist sehr sicher, aber es ist nicht sehr erotisch. Die Spirale ist auch sehr unangenehm.

Michael: 
Warum ist der Menstruationszyklus hormongesteuert? Weil die Natur es so vorgesehen hat und die Frau es sowieso nicht steuern kann, übernehmen die Hormone das.

Stefan: 
Das Ei wandert da in den Eileiter und da bleibt das auch. Und wenn man das so sieht ist alles so in Periodenzeit. Die Temperaturmethode ist nicht so gut für die Frauen, weil junge Mädchen immer eine unregelmäßige Temperatur haben.

Sofia: 
Sperma abtötende Cremes und Destinisation sind unsicher und schützen vor gar nichts. Da kriegt man nur Krankheiten von.

Alex: 
Wie funktioniert die Anti-Baby-Pille? Eigentlich genau wie die Pille, nur ist die Pille etwas sicherer.

Robert: 
Beim Eisprung geht das Ei von einem in den anderen Eierstock.

Nadine: 
Die Anti-Baby-Pille wird vor dem Geschlechtsverkehr geschluckt. Man sollte etwas warten – etwa 10 Minuten – bis man Geschlechtsverkehr hat. Eine Sterallisierung ist nicht gut für junge Leute. KontiusImpacktus ist sehr unsicher.

Melek: 
Die vorher-rauszieh-Methode ist sehr unsicher weil vorher der Lusttropfen losgeht und der kann auch schwängern. Was auch nicht gut ist ist das kastrieren. Die Pille täuscht eine Schwangerschaft vor und wenn man sie absetzt denkt der Körper: oh scheiße ich wurde verarscht.

Kritik des Herzens (5)

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich;
So hab‘ ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp‘ ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff‘ ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.

Kurt Tucholsky | Es gibt keinen Neuschnee

Es gibt keinen Neuschnee

Wenn du aufwärts gehst und dich hochaufatmend umsiehst, was du doch für ein Kerl bist, der solche Höhen erklimmen kann, du, ganz allein –: dann entdeckst du immer Spuren im Schnee. Es ist schon einer vor dir dagewesen.

Glaube an Gott. Verzweifle an ihm. Verwirf alle Philosophie. Laß dir vom Arzt einen Magenkrebs ansagen und wisse: es sind nur noch vier Jahre, und dann ist es aus. Glaub an eine Frau. Verzweifle an ihr. Führe ein Leben mit zwei Frauen. Stürze dich in die Welt. Zieh dich von ihr zurück …

Und alle diese Lebensgefühle hat schon einer vor dir gehabt; so hat schon einer geglaubt, gezweifelt, gelacht, geweint und sich nachdenklich in der Nase gebohrt, genau so. Es ist immer schon einer dagewesen.

Das ändert nichts, ich weiß. Du erlebst es ja zum erstenmal. Für dich ist es Neuschnee, der da liegt. Es ist aber keiner, und diese Entdeckung ist zuerst sehr schmerzlich. In Polen lebte einmal ein armer Jude, der hatte kein Geld, zu studieren, aber die Mathematik brannte ihm im Gehirn. Er las, was er bekommen konnte, die paar spärlichen Bücher, und er studierte und dachte, dachte für sich weiter. Und erfand eines Tages etwas, er entdeckte es, ein ganz neues System, und er fühlte: ich habe etwas gefunden. Und als er seine kleine Stadt verließ und in die Welt hinauskam, da sah er neue Bücher, und das, was er für sich entdeckt hatte, das gab es bereits: es war die Differentialrechnung. Und da starb er. Die Leute sagen: an der Schwindsucht. Aber er ist nicht an der Schwindsucht gestorben.

Am merkwürdigsten ist das in der Einsamkeit. Daß die Leute im Getümmel ihre Standard-Erlebnisse haben, das willst du ja gern glauben. Aber wenn man so allein ist wie du, wenn man so meditiert, so den Tod einkalkuliert, sich so zurückzieht und so versucht, nach vorn zu sehen–: dann, sollte man meinen, wäre man auf Höhen, die noch keines Menschen Fuß je betreten hat. Und immer sind da Spuren, und immer ist einer dagewesen, und immer ist einer noch höher geklettert als du es je gekonnt hast, noch viel höher. Das darf dich nicht entmutigen. Klettere, steige, steige. Aber es gibt keine Spitze. Und es gibt keinen Neuschnee.

Heinrich Smidt | Seemanns-Sagen und Schiffer-Märchen | Der Geister-Lotse

Der Geister-Lotse

Wild brauste das Meer.

Der pfeifende Nordweststurm trieb die schäumenden Wogen vor sich her und kaum hatten sie das zischende Haupt erhoben, so schleuderte er sie wieder in den Abgrund zurück.

Inmitten der aufgeregten Fluten schwankte eine Brigantine auf und nieder. Verheerend hatte der Sturm an Bord gewütet, die Segel waren zerrissen, die Stangen zersplittert. Weit von seinem gewöhnlichen Kurs verschlagen, trieb das Fahrzeug fast wrackmäßig zwischen Himmel und Erde: selbst die sicherste Hand wußte nicht das zerbrochene Steuer zu regieren.

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Carl Karlweis | Wiener Kinder 14. Kapitel (und Schluß)

Vierzehntes Kapitel.

Das Ende vom Lied.

Ein heller Sonntag im Mai. Auf dem Trottoir der Ringstraße wogt schon in den ersten Nachmittagsstunden eine lebhafte, geputzte Menge auf und nieder. Ein hochgewachsener junger Mann, dessen breitkrämpiger Filz aus dem Gewühle weithin sichtbar hervorragt, bahnt sich mit rücksichtslosem Gebrauche seines Ellbogens einen Weg durch die Massen, wobei er jedoch die Getroffenen jedesmal mit lächelnder Höflichkeit um Entschuldigung bittet. An seinen rechten Arm schmiegt sich ein blaßes blondes Weibchen, das immer wieder besorgt um sich blickt und dem Langen ängstlich zuflüstert: »So hab doch nur ein bißl Geduld! Es geht ja auch ohne Drängen und Puffen!«

Der krausköpfige Träger des breiten Filzhutes beugt sich dann leicht herab, lacht gutmütig und antwortet mit jenem schimmernden Blicke, der nur aus den Augen der Glücklichen strahlt:

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Kommt gut in den Tag… 😂

Anja und Martin sind zwei Verrückte, die in einer psychiatrischen Klinik leben.

Eines Tages spazieren sie in der Nähe des Weihers als Anja, die nicht schwimmen kann, ins Wasser fällt und untergeht.

Martin springt sofort ins Wasser und rettet sie.

Am nächsten Tag geht der Direktor der Anstalt zu Martin und sagt: “Hallo Martin, ich habe eine gute Nachricht. Du hast bewiesen, dass Dir ein Menschenleben wieder was bedeutet und somit bist Du geheilt und frei.

Die schlechte, Anja hat sich nach der Rettung in ihrem Badezimmer mit dem Gürtel vom Bademantel erhängt.“

Darauf Martin: “Nein, nein sie hat sich nicht erhängt, ich habe sie nur zum Trocknen aufgehängt.”


Ein alter Italiener bittet seinen Priester, ihm die Beichte abzunehmen. Er berichtet: “Vater, während des 2. Weltkrieges klopfte eine fremde Frau an meine Tür und bat mich, sie auf meinem Dachboden vor den Deutschen zu verstecken.”

Der Priester sagt: “Das war wundervoll von Dir, und dafür brauchst du nicht zu beichten.”

Der Mann erklärt verlegen: “Naja, es ist halt so, Vater, ich war schwach und verlangte von ihr, sich mit Sex erkenntlich zu zeigen.”

Der Priester meint großmütig: “Oh, ihr wart beide in großer Gefahr und hättet beide schrecklich leiden müssen, wenn die Deutschen sie gefunden hätten. Gott, in seiner Weisheit und seiner Rücksicht wird Gutes und Schlechte abwägen und gnädig urteilen. Es sei dir vergeben.”

Der Mann atmet auf. “Danke, Vater. Das erleichtert mich wirklich sehr. Ich habe nur noch eine Frage: Soll ich ihr jetzt sagen, dass der Krieg vorbei ist?”


Diese Geschichte ist wirklich witzig und peinlich zugleich!…?

Ein Mann kommt in die Apotheke und verlangt vom Apotheker ein Kondom.

Stolz erzählt er ihm: “Heute Abend bin ich bei meiner Freundin zum Essen eingeladen, danach läuft bestimmt noch was!”

Nach zehn Minuten kommt er wieder und sagt: “Ich hätte gerne noch ein Kondom, grad hab ich von nem Kumpel erfahren das die Mutter meiner Freundin ne richtige Schlampe ist und es mit jedem macht! Ich schätze mal da geht heut Abend auch noch so einiges.”

Er bekommt das Kondom und geht…

Abends dann bei seiner Freundin schaut er den ganzen Abend vor sich auf den Teller, und redet kein Wort mit den Eltern von ihr.

Entrüstet sagt sie: “Wenn ich gewusst hätte das du so unfreundlich bist, dann hätte ich dich nicht eingeladen.”

Darauf erwidert er: “Hätte ich gewusst, dass dein Vater Apotheker ist, dann wäre ich auch nicht gekommen!”

Ludwig Bechstein – Deutsches Sagenbuch (140)

140. Die Isabellenfarbe

Es geschahe, daß die Spanier die Stadt Ostende belagerten, welches aber die Holländer auf das allerhartnäckigste verteidigten. Wenn jene auch ein Außenwerk einnahmen, so warfen die Belagerten alsbald ein neues Bollwerk auf. Isabella, die Gemahlin des Erzherzogs Albert von Österreich, eine Infantin von Spanien, die bei ihrem Gemahl im Lager war und kriegslustigen Gemütes, tat einen Schwur und sagte: Ich will nicht eher mein Hemde wechseln, bis daß Ostende über und von uns genommen ist, und meinte, es würde eine längste Zeit sein, wenn sie das Hemde acht Tage ungewechselt auf dem Leibe trüge. Aber so schnell ging es nicht, die Belagerung dauerte etwas länger; siebenzigtausend Spanier ließen vor Ostende das Leben, funfzigtausend Leben kostete die Verteidigung den Staatengeneralen von Holland. Ostende wurde darüber fast ein Steinhaufen, und Isabella blieb ihrem Schwur getreu und trug das Hemde fort und fort. Als die Belagerung begann (22. Juni 1601), war die Jahreszahl in den Worten enthalten: OstenDe nobIs paCeM: zeige uns den Frieden – und als sie endlich endete, nachdem sie nicht weniger als drei Jahre, zwei Monate und siebenzehn Tage gewährt, da konnte man das Jahr in den Worten finden: OstenDaM paCIs InItIa: ich will euch zeigen des Friedens Anfang.

Und da nun endlich die Frau Erzherzogin Isabella ihr so lange getragenes Hemde auszog, so hatte das ohne die Löcher, die hineingefallen waren, eine sehr eigentümliche und unentschiedene Farbe, welche äußerst in Mode kam und nach der Infantin benamt wurde. Nie hat die Erfindung irgendeiner Farbe auf der Welt so viel gekostet als die Isabellenfarbe.