Ludwig Bechstein – Deutsches Sagenbuch (118)

118. Umrittener Wald

Wappen von Arnoldsweiler

Nicht gar weit von Dören, zwischen Köln und Aachen, liegt ein Dorf, das führt den Namen Arnoldsweiler, und denselben Namen führt es von einem frommen Sänger, der am Hofe Kaiser Karl des Großen lebte und sein Liebling war. Da forderte einst der große Kaiser von Arnold, seinem Sänger, derselbe möge sich einen Lohn erbitten für seine vielen und schönen Lieder, und der Sänger bat, Karl wolle ihn mit einem Stück Wald begaben, so viel, als Arnold werde umreiten können in der Zeit, wo Karl sein Mahl halte. Das ward ihm gewähret; Arnold hatte aber schon von Strecke zu Strecke, so weit ein Roß im gestreckten Lauf aushalten konnte, ausgeruhte Rosse, die seiner harrten, aufgestellt und damit eine Waldstrecke vom Bürgelwald umstellt, die ein Mann kaum in eines Tages Länge umschritten hätte. Darauf begann er, als der Kaiser sein Mittagmahl begann, sein Jagen, bezeichnete und bestreute allenden, wo er vorbeisauste, durch Schwerthiebe in die Äste seinen Weg mit grünen Brüchen von Eichen- und Buchenlaub und kam schon wieder und trat vor den Kaiser, bevor dieser noch sein Mahl beendet, dieweil er noch beim Apfelessen verweilte. Da sprach Karl: Du hast dir gewißlich ein zu kleines Stück erritten, da du so bald wiederkehrest. – Arnold aber antwortete: Mitnichten, ich umritt ein großes Stück, das ein Mann wohl kaum in Tageslänge umwandeln kann. – Da fiel auf den Sänger ein ernster Blick seines Herrn, welcher bei sich dachte, daß im Bürgelwald für Arnold die Blume der Bescheidenheit wohl nicht gewachsen sei, und der Kaiser schwieg. Da nahm aber Arnold das Wort und sprach: Du zürnest mir, mein hoher kaiserlicher Herr! Zürne nicht! Nicht für mich umritt ich deinen Bürgelwald. Sieh, alle den Dörfern von Dören bis Bredburg und von Jülich bis Bergheim gebricht es an Holz. Für sie habe ich den Wald, den du mir zu schenken angeboten, umritten. – Da freute sich Kaiser Karl über seines Sängers Biederherzigkeit und sagte ihm gern die ganze Waldstrecke zu.

Schon lange nicht mehr die Ohren gespitzt…

in farbe und bunt

Stralsund. Ozeaneum.

Ein Pärchen mit leicht dümmlicher Ausstrahlung geht durch die Aquarienausstellung des Ozeaneums. Etwa 20 Meter hinter ihnen schländert ihr etwa 5-jähriger Sohn hinterher ohne den Blick von seiner PSP zu wenden. Vor dem Aquarium beiden sie stehen.

Sohn: “Mama ist das 3D?”
Mutter: “Sach ma’ bist du bescheuert? Das ist in echt!”.

belauscht von Claudia

der preis ist heiß… und fettig

Hannover. Cinemaxx am Raschplatz.

An der Kino-Kasse.

Kunde: “Ich hätte gerne die Popcorn für 3,90 €”

Der Verkäufer überreicht die besagte Popcorntüte.

Kunde: “Was macht das?”

belauscht von Marco

schlecki im falschen film

Koblenz. Im Kino Kinopolis.

Bevor unser Film losgeht, kommt Eismann rein.

Eismann: “BRAUCHT JEMAND ETWAS EIS AUF DER REISE ZUM FEUERBERG?”

Alle im Kino schauen den Eismann fragend an.

Einer ruft: “Was macht Machete denn am FEUERBERG?”

Eismann: “Oh falsches Kino. Ich dachte hier läuft der “Hobbit”. Da kommt der Spruch immer gut an.”

belauscht von Julian

mit so viel nachfrage hatte er nicht gerechnet

Friedrichshafen. Im Kino Cineplex.

Kurz bevor der “Hobbit” im rappelvollen Kino losgeht, kommt wie gewohnt der Eismann.

Eismann: “Will noch jemand ein Eis?”
Mann aus der hintersten Reihe: “Hier, Ich!”
Eismann schockiert: “Was?! Wirklich?!”

belauscht von Flo

haare an den füßen?

Miltenberg. Im Kino

Vor mir steht ein Pärchen an der Kinokasse:

Er: “Zwei Kinokarten, bitte!”
Kartenverkäufer: “Für den Hobbit?”
Er: “Eigentlich ist das meine Freundin.”

belauscht von Michelle

Brigitte Augusti | Mädchenlose | 1. Buch (9)

Neuntes Kapitel

Große Sorge

Mehrere ereignislose Wochen waren verflossen; Frau v. Westheim hatte ihr Benehmen gegen Nora nicht geändert, jedoch wollte es dieser zuweilen scheinen, als ob sie freundlicher und rücksichtsvoller behandelt würde, als früher. Seit einiger Zeit machte sie sich Sorge um Erna; das Kind, das eben angefangen hatte, ein wenig aufzublühen, das sich geistig erfreulich entfaltete, schlich matt und unlustig umher, ohne eigentlich krank zu sein.

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Weisheit des Tages | 11.04.2021

Es ist wirklich unglaublich, wie nichtssagend und bedeutungsleer, von außen gesehen, und wie dumpf und besinnungslos, von innen empfunden, das Leben der allermeisten Menschen dahinfließt. Es ist ein mattes Sehnen und Quälen, ein träumerisches Taumeln durch die vier Lebenalter hindurch zum Tode, unter Begleitung einer Reihe trivialer Gedanken.

Arthur Schopenhauer