Hans Ostwald

Rinnsteinsprache

Lexikon der Gauner- Dirnen und Landstreichersprache

Berliner Dirnenlied.

Eenes Abends nach dem Sturm 
jing ick um den Juliusturm, 
kam de stolze Sitte her: 
Klenet Mächen komm mal her! 
        Berlin, o wie süß. 
        is dein Paradies! 
        Der de »Freunde« kennt, 
        die man Sitte nennt. 
        Eene Vaterstadt 
        schneid’ge Huren hat. 
        Schwamm darüber, tralala!

Hab’n se eene uffjefischt, 
die so recht verkränkelt is, 
kommt se nach de Fröbelstraß‘; 
im Krankenhaus, da macht et Spaß! 
        Berlin, o wie süß 
        is dein Paradies! 
        Der de »Freunde« kennt, 
        die man Sitte nennt. 
        Eene Vaterstadt 
        schneid’ge Huren hat. 
        Schwamm darüber, tralala!

Nachtrag

Adelskalender, Steckbriefverzeichnis.

Mit’n Arm ins Nasse setzen, anführen, betrügen, im Stich lassen.

Akazie, Arbeitsscheue, Pennbrüder in Leipzig.

Balkonfresse, vorstehender Unterkiefer.

D  Balkenvater, Dirnenwirt.

Ballonfahrer, Erpresser (§ 175)), männliche Prostituierte.

Blindschleiche, Bettler mit schlechten oder kranken Augen.

Fräter, Pennbrüder in Krefeld.

Gebumst, verhaftet.

Gummibälle, Kartoffelklöße in Anstalten.

Guten Tag sagen, bei Abwesenheit der Bewohner mit Nachschlüssel in Wohnung eindringen und stehlen.

Hackenschmettern, Zahnschmerzen.

Kälberzähne, Graupen.

Kaltbäckerei, Brotbeutel stehlen.

Kalte Füß haben, ohne Geld sein.

Kippe, das Ausleeren der gestohlenen Portemonnaies in der Tasche des Taschendiebs.

Kolonievögel, Arbeitshäusler, Arbeiterkolonisten, die fast ihr ganzes Leben in Anstalten verbringen und die dadurch stumpfsinnig geworden.

Leineziehn, ausrücken.

Luftsuppe und Windbuletten essen, hungern, mittellos sein.

Der Masematten fällt, Diebstahl wird ausgeführt.

Mehlsuppenklaps, Arbeitshäusler, Arbeiterkolonisten, die schon stumpfsinnig geworden sind und stets wieder in die Anstalten einkehren, haben den Mehlsuppenklaps. D  Nährmutter, Prostituierte.

Pinselquäler, Anstreicher.

Rheinkadetten, Pennbrüder in Köln, Koblenz usw.

Sargnägel, Mohrrüben.

Schmierlapp, Anstreicher.

Schock, alles was zum Schaubudenleben gehört.

Schwimmen, im Gefängnis sitzen.

Sonntagsfahrer, siehe Guten Tag wünschen.

Stampe, kleine Kneipe.

Ständeln, stellungslose Artisten produzieren sich in Wirtschaften und sammeln.

Stecher, feine Stichsäge.

Vorbeifassen, Unglück haben. D  Wackeln, auf den Strich gehn. D  Wonneknaben, männliche Prostituierte.

Wricker, linealähnliches Werkzeug aus härtestem Stahl, mit schmalen Einschnitten, mit dem die Panzerplatten der Geldschränke abgebröckelt werden.

Zaaf = Safe, Tresor, Geldschrank.

zehren, betteln, erpressen.

Zenserei, Polizei.

Zänker, Verräter.

Autor: Werner Philipps

Mein Leben und ich! So könnte man den Inhalt meines Blogs kurz und knapp überschreiben. Er beinhaltet (ich hoffe in der richtigen Balance!) Episoden und Ereignisse aus meinem Leben (sic!), Humor und Gedichte... Lasst Euch einfach mal überraschen. Über Kommentare zu den einzelnen Artikeln freue ich mich natürlich auch sehr und meistens antworte ich sogar! Ich freue mich sehr über Euren Besuch. Herzlichst, Werner Philipps

Mein Senftöpfchen wartet auf neue Nahrung. ;) Also, gib gerne Deinen Senf dazu!

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