Ludwig Bechstein – Deutsches Sagenbuch (81)

81. Der wilde Jäger

Der Wild- und Rheingrafen einer war ein gewaltiger Jäger, aber nicht wie Nimrod vor dem Herrn, sondern so recht vor dem Teufel. Einen Tag und alle Tage ging es hinaus in die Forste, mit wildem, wüstem Gefolge. Werktag und Feiertag, das war dem Grafen alles gleich, in die Kirche ging er nicht, und die Pfaffen achtete er nicht, nur Jagen war seine Freude. Da geschah es eines Sonntagmorgens, daß der Wild- und Rheingraf abermals vom hohen Stein mit dem Gefolge seiner Jagdknechte und Rüden herab zu Tale zog, mit Horrido und Hussassa, wie der Dichter singt, durch Felder und Saaten, nichts achtend, niederstampfend in den Boden junge Saat und reife Ähren. Es währte nicht lange, so brachten die Hunde einen großen weißen Hirsch auf, dessen Spur sie nun mit lautem Kliffen und Klaffen folgten, und die Hifthörner klangen, die Hetzpeitschen knallten, daß es nur so sauste und brauste, immer dem Hirsch nach. In allen Tälern riefen die Kirchenglocken zu Gebet und Amt, der Wildgraf hörte es gar nicht. Ein Bäuerlein, in dessen Feld der fliehende Hirsch sich zu bergen suchte, sah den Troß auf sein Feld losjagen und fiel auf die Knie und flehte, seines Ackers, des einzigen, welchen es besitze, doch gnädiglich zu schonen – der Wild- und Rheingraf überritt den Bauer und stürmte mit dem ganzen Jagdtroß über den Acker hin. Der fliehende Hirsch mischte sich unter eine weidende Herde, da Sicherheit zu suchen – der Hirte sah die wilde Jagd annahen und flehte um Barmherzigkeit für das ihm anvertraute Vieh – der Wild- und Rheingraf knallte ihm mit der Peitsche um die Ohren und schrie: Hui hatz! hui hatz! – da fiel die blutgierige Meute mit wütenden Bissen den Hirten an, und rissen ihn nieder, und bissen die Rinder tot, und jagten den Hirsch weiter. Dieser gewann einen Wald, dessen friedliche Sonntagsstille jetzt gellend laut der Zug des wilden Jägers durchtobte.

Im Walde stand eine Einsiedlerklause, und in diese floh jetzt der auf den Tod gehetzte Hirsch. Der Wild- und Rheingraf stürmte mit seinem Troß gegen die Klause an – der Klausner, ein Greis mit schneeweißem Bart, trat heraus und hob warnend die Hand. Nicht weiter! rief er mit starker Stimme. Hier ist das Asyl der Kreatur! – In der Hölle ist dein Asyl, du alter Hund und Narr! schnaubte der Wild- und Rheingraf den Klausner an und hob die Peitsche hoch gegen ihn auf. Aber die aufgehobene Rechte fiel nicht mehr zum Schlage nieder. – Nacht ward es plötzlich – der Klausner und die Hütte, der Hirsch und die Hunde, die Jäger und die Knechte – alles schwand, und des Wild- und Rheingrafen keuchendes Roß brach zusammen. Und da zuckte ein Blitz, und da fuhr des Teufels Faust riesengroß aus der Erde und drehte dem wilden Jäger den Hals um, und eine Stimme donnerte: Jage so fort, bis an der Welt Ende! – Und also geschieht es, wie viele viele Sagen melden, daß von Zeit zu Zeit die wilde Jagd durch die Lüfte und über Felder und Wälder fährt mit gräßlichem Geschrei, mit dem Kliffen und Klaffen der Hunde, mit gespenstischem Wild, und der wilde Jäger selbst als Wild gehetzt vom wilden Heere der Hölle.

Ludwig Bechstein (1801-1860)

Kurt Tucholsky | 20 Gedichte [7]

Träumerei auf einem Havelsee

Ich bin Prokurist einer Wäschefabrik, 
Sternberg, Guttmann & Sohn. 
Mein Segelboot heißt »Heil und Sieg«, 
zwei Stunden lieg ich hier schon 
        und seh auf die Kiefern und in das Wasser hinein – 
                auf meinem Boot ganz allein.

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Ich mag´s nicht glauben…

Der Opa und sein Enkel Klaus machen einen Spaziergang. Als sie an einer Wiese vorbeikommen, bückt sich der Opa und rupft sich einen Grashalm, auf dem er rum kaut. Fragt Klaus: „Opa, kriegen wir jetzt ein Auto“? „Wieso“? „Weil die Mama gesagt hat, wenn der Opa ins Gras beißt, kriegen wir ein Auto“.

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Auf dem Stuttgarter Schlossplatz läuft ein Pinguin rum. Dann sieht ihn einer und fragt einen Polizisten: „Gucken Sie mal, da ist ein Pinguin, Was machen wir mit dem?“ Da sagt der Polizist: „Bringen Sie ihn doch einfach in die Wilhelma!“ Am nächsten Tag sieht der Polizist den Pinguin mit dem Typ rumlaufen und fragt: „Haben Sie den nicht ihn die Wilhelma gebracht?“ Dann sagt der Typ: „Doch, es war super! Heute gehen wir auf den Fernsehturm.

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Ich wollte langweilige Heimwerkerkurse mit passenden Getränken aufpeppen, aber mein Slogan

„Erst Weizenbier, dann beizen wir“

hat den Nagel nicht auf den Kopf getroffen…

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Ein heißer Tag, sie zieht sich aus, sie legt sich hin er holt ihn raus, spritzt ihr ins Gesicht und auf den Bauch.

Ach herrlich so ein Gartenschlauch

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