Berliner sind keene Pfannkuchen… (3)

Die lieben süßen Kleinen

Anekdoten und Witze

Wat die Jöhren mir vor Ärjer machen!« sagt die Berliner Mutter – und sieht ihre Bälger voll Stolz und Bewunderung an, freut sich, daß sie so »uffjeweckt« sind un sich nich »for dumm verkoofen« lassen …

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Die Bengels.

Ein Vater sitzt mit seinen drei Jungens bei Tisch; es gibt Suppe mit Fadennudeln. Gustav: »Oska, seh mal, wie Vatern de Nudeln um de Schnauze bammeln.« – Albert: »Wie kannste denn zu Vatern seine Fresse Schnauze sagen!« Gustav: »Wenn ‚t sich der Ochse jefallen läßt!«

Hier springt der Vater auf und sucht nach dem Rohrstock; die drei hoffnungsvollen Knaben kriechen unter die Bettstelle. Nach vergeblichen Versuchen, sie hervorzunötigen, sagt der Vater zu dem Jüngsten:

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Zur blauen Stunde | Juninacht

Weiche Lichteswellen träumen 
In die warme Juninacht. 
Leise atmen alle Blumen 
Ihrer Seele süße Düfte 
In die leichten lauen Winde, 
Die tief in den Zweigen singen 
Stille, wehmutsvolle Lieder 
Müde schwere Sehnsuchtsworte, 
Die in unserm Herzen klingen, 
Die wir suchen, niemals finden 
Aber dennoch stets verstehn, 
Wenn die lauen Juninächte 
Ihre Sehnsuchtsmelodien 
Durch die dunklen Zweigen wehn . . .

Stefan Zweig (1881-1942)

Ludwig Bechstein – Deutsches Sagenbuch (79)

79. Das Pfaffenkäppchen

Zwischen schroff und steil überm Tal der Nahe zum Himmel sich aufgipfelnden Felskolossen werden jetzt die Trümmer der einst trotzigen Burgfeste Rheingrafenstein erblickt. Auf der Kauzenburg saß ein junger Rheingraf, jagdlustig, mutig, der wünschte sich eine Burg auf diesen ungeheuren Felsen, stattlich wie die Ebernburg und der Landstuhl der Sickinger, unnahbar dem Feinde – und mit solchen Wünschen weilte er einstens sehnend und sinnend in der Nähe der Felsriesen, deren Gipfel noch kein Mensch erstiegen hatte. Da gesellte sich einer zu ihm, den man nicht gern nennt, der las in des jungen Rheingrafen Seele 

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Weisheit des Tages | 06.02.2021

Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus.Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig.Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent.Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi.

Gerhard Bronner