Vor Weihnachten

Die Kindlein sitzen im Zimmer
– Weihnachten ist nicht mehr weit –
bei traulichem Lampenschimmer
und jubeln: „Es schneit, es schneit!“

Das leichte Flockengewimmel, 
es schwebt durch die dämmernde Nacht
herunter vom hohen Himmel
vorüber am Fenster so sacht.

Und wo ein Flöckchen im Tanze
den Scheiben vorüberschweift, 
da flimmert’s in silbernem Glanze, 
vom Lichte der Lampe bestreift.

Die Kindlein sehn’s mit Frohlocken, 
sie drängen ans Fenster sich dicht, 
sie verfolgen die silbernen Flocken, 
die Mutter lächelt und spricht:

„Wisst, Kinder, die Engelein schneidern
im Himmel jetzt früh und spät; 
an Puppenbettchen und Kleidern
wird auf Weihnachten genäht.

Da fällt von Säckchen und Röckchen
manch silberner Flitter beiseit, 
von Bettchen manch Federflöckchen; 
auf Erden sagt man: es schneit.

Und seid ihr lieb und vernünftig, 
ist manches für euch auch bestellt; 
wer weiß, was Schönes euch künftig
vom Tische der Engelein fällt!“

Die Mutter spricht’s; – vor Entzücken
den Kleinen das Herz da lacht; 
sie träumen mit seligen Blicken
hinaus in die zaubrische Nacht.

Karl Gerok (1815-1890)

Autor: Werner Philipps

Mein Leben und ich! So könnte man den Inhalt meines Blogs kurz und knapp überschreiben. Er beinhaltet (ich hoffe in der richtigen Balance!) Episoden und Ereignisse aus meinem Leben (sic!), Humor und Gedichte... Lasst Euch einfach mal überraschen. Über Kommentare zu den einzelnen Artikeln freue ich mich natürlich auch sehr und meistens antworte ich sogar! Ich freue mich sehr über Euren Besuch. Herzlichst, Werner Philipps

10 Kommentare zu „Vor Weihnachten“

      1. Da möchte ich nicht mit Ihnen tauschen. Denn die Vorfreude mit all den kleinen Geheimnissen, dem basteln, musizieren, Plätzchen backen u.a. war unbezahlbar. Da waren die Geschenke die man selbst erhielt nicht so wichtig wie die Erkenntnis, dass sich die von uns Beschenkten freuten. Dazu kam dass unsere Eltern uns das Weihnachtsfest im ursprüglichen Sinn erklärten, mein Vater am hl.Abend beim geschmückten Baum saß und uns die Weihnachtsgeschichte vorlas. Alles harmonisch, alles festlich und wunderschön.

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        1. Niemand sollte das erleben, was wir erlebt haben (ich habe noch eine Schwester). Die Geschenke waren auch nicht wichtig, doch die Sprüche dazu haben sich eingebrannt. Ich habe Ende September Geburtstag und dann hiess es immer: Bald ist Weihnachten und zu Weihnachten, du hattest erst Geburtstag. Wir hatten nicht viel Geld, da mein Vater alles für sich verprasst hat. Trotzdem hätte man das den Kindern anders erklären können. An Weihnachten wars ein Tanz auf Eierschalen, weil er es hasste und sich vorher betrunken hat (war auch sonst ein Problem). Wir hätten ganz einfach nicht feiern können statt so einen Mist durchzuziehen, das hätte allen viel besser getan.

          Weihnachten und Geburtstag ignoriere ich seit Jahren gekonnt. Mein Mann siehts zum Glück ähnlich, ohne solche Erfahrungen gemacht zu haben. Ich mag gerne Winter, Schnee gibts ja leider keinen mehr und die Beleuchtung draussen an den Häusern. Alles andere kann mir gestohlen bleiben.

          Früher war ich immer traurig, dass wir nie was als Familie gemacht haben. Heute (mit 50) bin ich schon lange froh, dass das bei uns alles nie statt gefunden hat. Keine sinnlosen Verwandten-Besuche oder Ausflüge, weil MAN das halt so macht oder meint, man müsse es so machen.

          Hätte ich Kinder wäre es so gewesen wie von dir beschrieben.

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          1. Das ist nicht schön. Sie haben nicht viel Schönes erleben können. Wir sind 8 Kinder, unsere Geschenke damals waren auch nicht üppig, meinen Vater habe ich nicht oft gesehen, weil er im Hafen Schichten schob. Vielleicht habe ich deswegen schöne Erinnerungen, weil mein Vater an den Weihnachtstagen zuhause war. Das ist der Unterschied und ganz ehrlich und wirklich ernst gemeint: nun hätte ich noch weniger mit Ihnen tauschen mögen. Gut dass Sie einen Weg für sich fanden und Ihr Mann mitmacht.
            Im Übrigen mag ich auch keine rappeligen Familienfeiern, schon gar nicht zu Weihnachten. Wir ziehen die Besinnlichkeit vor, mein Mann und ich. Mein Sohn liebt es auch ruhig, ist halt unsere Familientradition. 😊

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              1. Nein, große Geschenke gab es auch bei uns nicht. Und diese „Tradition“ haben wir auch als Erwachsene beibehalten.
                Meinem Sohn habe ich als er klein war erzählt, dass man sich zu Weihnachten eine Kleinigkeit überreicht, weil auch die drei Heiligen dem Jesuskind kleine Präsente übergaben. Und das halten wir bis heute so. Vielleicht eine CD, ein Buch, dazu selbstgebrannte Mandeln und Plätzchen nach Familienrezept. Auch das ist schön und befriedigend. Ich hasse diesen Konsumrausch und die Hektik wegen Geschenken. Später giert einer zum anderen ob der nicht eventuell mehr oder ein teureres Geschenk erhielt. Widerlich so etwas. Tun wir uns nicht an.
                Wünsche trotzdem einen besinnlichen ersten Advent.

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                1. Das finde ich super so!

                  Ich auch – und nicht nur das mit den Geschenken, auch dass man zusammen essen und weiss der Geier nicht noch was alles machen muss, was am Schluss mehrheitlich an der (Haus)Frau hängen bleibt. Wir schenken uns nichts, meine Schwester frage ich jeweils, was sie brauchen kann und um unsere Mutter kümmert sich meistens auch meine Schwester und ich bezahle meinen Anteil.
                  Ich wollte die Geschenke ja abschaffen, doch meine Schwester will partout nicht GG
                  Ich finde, dass wir alle alles haben (oder jedenfalls was man so braucht) und damit bin ich vollauf zufrieden.

                  Gefällt 2 Personen

Mein Senftöpfchen wartet auf neue Nahrung. ;) Also, gib gerne Deinen Senf dazu!

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