Abseits

Es ist so still; die Heide liegt 
Im warmen Mittagssonnenstrahle, 
Ein rosenroter Schimmer fliegt 
Um ihre alten Gräbermale; 
Die Kräuter blühn; der Heideduft 
Steigt in die blaue Sommerluft.

Laufkäfer hasten durchs Gesträuch 
In ihren goldnen Panzerröckchen, 
Die Bienen hängen Zweig um Zweig 
Sich an der Edelheide Glöckchen, 
Die Vögel schwirren aus dem Kraut – 
Die Luft ist voller Lerchenlaut.

Ein halbverfallen niedrig Haus 
Steht einsam hier und sonnbeschienen; 
Der Kätner lehnt zur Tür hinaus, 
Behaglich blinzelnd nach den Bienen; 
Sein Junge auf dem Stein davor 
Schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.

Kaum zittert durch die Mittagsruh 
Ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten; 
Dem Alten fällt die Wimper zu, 
Er träumt von seinen Honigernten. 
– Kein Klang der aufgeregten Zeit 
Drang noch in diese Einsamkeit.

Theodor Storm (1817-1888)

Warum einige Kinder kein Deutsch mehr können

  1. „Schakkeline, komm wech von die Regale du Arsch!“
  2. „Schanaia, tu das Maul weg von dem Papa sein Korn!“
  3. „Schakkeline, Schastin, Schantall, Käwinn – tu die Omma ma winken“
  4. „Schantall, komm ma bei die Tante, die geht mir dir bei Allkauf unt tut dich da ein Eis!“
  5. „Änriko, du solls nisch imma Schlampe nach die Omma rufen!“
  6. „Rohdriges, kommste jezz bei mich oder haste Kaka an die Ohren?“
  7. „Patzkal komm beim Haus, et fängt am Reschnen an!“
  8. „Änriko, isch hab Juck anne Rücken, mach ma kratz!“
  9. „Schastin, du solls der Schanina nich imma mit die Schüppe aufn Kopp kloppen!“ „Käwin, mach dat mäh mal ei!“
  10. „Dastin nimm die Kopf aus die Juniortüte von der Marzel!“
  11. „Leandro, tu dat AaAa liegen lassen dat is Bäh!“
  12. „Zementha, tu dir mal dat Schlawannz uch anziehn“
  13. „Dschörimie, komm wech da bei die Assis“
  14. „Dat Daffne is schwanga und der wo die dat gemacht hat ist wech“
  15. „Schanina hol mal dat Mandy ausse Sonne datt verreckt“
  16. „Zändhi, wenne jez nich hörs und bei die Mama komms hat dein Föttchen Kirmes!“
  17. „Schakke-line, komma bei Mama jetz! Nein, kein Apfel, wir hatten Kaugummi ausgemacht!“
  18. „Sascha, komm! Wir gehen deinen Kinderjebuchtstach inna anderen Frittenbud feiern.“
  19. „Jackeline, kommt weg mit de Pommes vom Beckenrand, sonst tu ich den Dreier zu“
  20. „Jakeline, nicht dem Marzel mit de Schüppe aufn Kopf hauen!“
  21. „Schakkeline, komm ma bei mich bei. Die Ommah tut dich noch n Eis“
  22. „Schakkeline, komm aus die Pfütze du Sau!“
  23. „Anscheliek, wiss du wohl bei die Hamsters Wasser tun?!“
  24. „Jasemin, tu mal der Mudda sagen, der Vadda will n Bier, wo im Kella is?“
  25. „Schakkeline-Schantalle un Cäcilie kommt ma bei de Omma bei, getz jibt et läcka Körriwurscht!“

Ludwig Bechstein – Deutsches Sagenbuch (17)

17. Blümelis-Alpe

Im Berner Oberland liegt ein Bergzug, die Klariden geheißen, darauf waren herrliche Weiden, alle voll der kräftigsten Alpenkräuter und Blumen, so daß jede Kuh des Tages dreimal gemolken werden konnte und jedes Melken dritthalb Maß in den Milcheimer gab. Da war auch eine Alp, die war absonderlich schön, triftreich und ganz voll Blumen, deswegen hieß man sie auch die Blümelis-Alp. Weiterlesen „Ludwig Bechstein – Deutsches Sagenbuch (17)“

Irische Elfenmärchen | Das stille Volk (11)

11. Die verwandelten Elfen

(Siehe auch die Anmerkungen)

Johann Mulligan war ein so ehrlicher, alter Bursche, als je einer in Carlow seinem Pferde Sporn in die Seiten gesetzt hat. Außerdem war er der lustigste und munterste Geselle bei einem Punschnapf, den man weit und breit im Lande finden konnte. Er pflegte aber ein gutes Pferd zu reiten und ein besserer Punsch als der seinige wurde bei neunzehn Edelleuten nicht getrunken.

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