Zur Blauen Stunde | Begehren.

An manchen Tagen faßt mich ein Begehren 
Nach Glanz und Glück und wilder Rythmen Glut 
Nach Purpurrosen, tief und rot wie Blut 
Und heißen Frauen, die mit liebesschweren 
Sturmküssen dämmen meiner Wünsche Flut. –

Doch tief in diesem grellen Lustverlangen 
Zittert ein einz’ger leiser Wunsch allein 
Nach einem großen, reichen Glücklichsein, 
Nach Frieden, den mir stille Lieder sangen 
In meiner Kindheit goldnem Sonnenschein.

Stefan Zweig (1881-1942)

Irgendwie tun sie mir ja leid

Zwei Blondinen unter der Dusche: „Gib mir mal dein Shampoo, bitte!“

„Ja aber du hast doch eines gleich neben dir.“

„Ja, ich weiß. Aber hier steht für trockenes Haar und meine sind doch nass.“

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Was macht eine Blondine am Computer wenn es brennt?

Sie drückt auf Löschen.

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Was passiert, wenn sich eine Blondine an einen Baum lehnt?

Der Baum fällt um!

Warum?

Der Klügere gibt nach!

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Was ist der Unterschied zwischen einer Blondine und einem Kühlschrank?

Der Kühlschrank ist ein Dingsbums und die Blondine ein Bumsding.

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In 10 Jahren gibt’s in Deutschland einen Aufstand! Warum? Dann haben die Blondinen die Witze begriffen, die man jetzt über sie macht.

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Ludwig Bechstein – Deutsches Sagenbuch (15)

15. Winkelried und der Lindwurm

Zu Wylen, einem Dorfe nicht weit vom Pilatus, saß ein Mann, der hieß Winkelried, und in der Nähe droben am Berge hauste ein schädlicher Lindwurm, der fraß Menschen und Vieh und verödete den ganzen Landstrich, so daß ihn die Umwohner Öd-Wyler nannten. Nun hatte der Einwohner Winkelried ob einer Mordtat Leib und Leben verwirkt und war flüchtig worden, der sandte Botschaft, daß er, wenn man ihn wieder annehmen wolle, Mut habe, den Lindwurm zu bestehen. Diesen Kampf vergönnte man ihm gern, er bewahrte sich gut mit scharfem Schwert, und statt des Schildes hielt er in der linken Hand eine Dornwelle. Diese stieß er dem Drachen, sowie der auf ihn losfuhr, in den weitaufgesperrten Rachen hinein. Das waren dem Lindwurm zu viele Zahnstocher auf einmal; er wand und krümmte sich, und sowie Winkelried eine Blöße sah, stieß er ihm mit sichrer Hand das Schwert in den Leib. Der Lindwurm sank tot nieder, von seinem Blute troff Winkelnrieds Schwert, der schwang es hoch und freudig als Sieger und hatte sein Leben gewonnen, aber nur, um es alsbald zu verlieren. Denn vom Schwert ab floß das giftige Drachenblut und rann ihm über die Hand und den Arm, das brannte alsbald wie Feuer der Hölle, und der Held starb an diesem Brand. Das Land hatte er befreit, das Drachenloch wird noch heute gezeigt.

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Irische Elfenmärchen | Das stille Volk (9)

9. Die Flasche

(Siehe auch die Anmerkungen)

In den guten Tagen, wo das stille Volk sich noch häufiger sehen ließ, als jetzt in dieser ungläubigen Zeit, lebte ein Mann, Michael Purcell, der einige Acker schlechtes und unfruchtbares Land gepachtet hatte, in der Nachbarschaft der ehemals so berühmten Pfründe von Mourne, anderthalb Stunden von Mallow und sieben von Cork. Michael hatte Frau und Kinder, sie taten, was in ihren Kräften stand, das war freilich nicht viel, denn es war noch kein Kind so weit herangewachsen, daß es dem armen Manne bei seiner Arbeit helfen konnte, und die gute Frau besorgte die Kinder, melkte die Kuh, kochte Kartoffeln und trug die Eier nach Mallow; doch wie sie auch schafften, es war kaum genug, um die Pacht zu zahlen. Sie schickten sich eine Zeitlang, so gut es gehen wollte, in die Umstände, doch zuletzt kam ein schlechtes Jahr, das bißchen Hafer verdarb, die Hühnchen verkümmerten, das Schwein magerte ab und wurde beinahe für nichts zu Mallow verkauft; und der arme Michael fand, daß er nicht genug hatte, um die Hälfte des Pachtgeldes zu zahlen und zwei Termine war er schon schuldig.

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Überall

Überall ist Wunderland.
Überall ist Leben.
Bei meiner Tante im Strumpfenband.
Wie irgendwo daneben.
Überall ist Dunkelheit.
Kinder werden Väter.
Fünf Minuten später
Stirbt sich was für einige Zeit.
Überall ist Ewigkeit.
Wenn du einen Schneck behauchst,
Schrumpft er ins Gehäuse,
Wenn du ihn in Kognak tauchst,
Sieht er weiße Mäuse.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)