Ludwig Bechstein – Deutsches Sagenbuch

Erste Sage. Vom deutschen Rheinstrom

Heilige Wasser rinnen von Himmelsbergen – singt die Edda, das uralte Götterlied, so auch der Rhein, des deutschen Vaterlandes heiliger Strom, rinnt vom Gottesberge (St. Gotthard), aus Eispalästen, aus dem Schoße der Alpen nieder, als Strom des Segens. Schon die Alten sagten von ihm: Die Donau ist aller Wasser Frau, doch kann wohl der Rhein mit Ehren ihr Mann sein – und die Urbewohner der Stromufer erachteten seine Flut für also wunderbar, daß sie neugeborene Kinder ihr zur Prüfung echter oder unechter Geburt übergaben. Rechtmäßige Abkömmlinge trug die Stromflut sanft zum Ufer, unrechtmäßige aber zog sie mit ungestümen Wellen und reißenden Wirbeln als ein zorniger Rächer und Richter der Uneinigkeit unter sich und ersäufte sie. Andere Anwohner brachten dem heiligen Strome ihr Liebstes, Pferde, zum Opfer dar. Durch Hohenrätiens Alpentalschluchten stürzt sich der Rhein mit jugendlichem Ungestüm, frei und ungebunden, umwohnt von einem freien Bergvolke, das in Vorzeittagen hartlastende, schwerdrückende Fesseln brach. Da zwang ein Kastellan auf der Bärenburg die Bauern, mit den Schweinen aus einem Trog zu essen, ein anderer zu Fardün trieb ihnen weidende Herden in die Saat, andere übten noch andere Frevel. Da traten Hohenrätiens Männer zusammen, Alte mit grauen Bärten, und hielten Rat im Nachtgraun unter den grauen Alpen. Auf einer felsenumwallten Wiese ohnfern Tovanosa will man noch Nägel in den Felsenritzen erblicken, an welche die Grauen, die Dorfältesten, ihre Brotsäcke hingen. Und dann tagten sie in Bruns vor der St. Annenkapelle unter dem freien Himmel, unter der großen Linde, nach der Väter Sitte, und beschwuren den Bund, der dem alten Lande den neuen Namen gab, den Namen Graubünden, und daß der Bund solle bestehen, solange Grund und Grat steht. Davon gehen im Bündnerlande noch alte Lieder. – Kaiser Maximilian nannte scherzweise den Rheinstrom die lange Pfaffengasse, wegen der zahlreichen und hochberühmten Bistümer und Hochstifte an seinen Ufern, und nannte Chur das oberste Stift, Konstanz das größte, Basel das lustigste, Straßburg das edelste, Speier das andächtigste, Worms das ärmste, Mainz das würdigste und Köln das reichste.

Ludwig Bechstein (1801-1860)

Jenseitskontakte

Botschaften unserer Verstorbenen erkennen und fühlen, durch Fürbitten an die Geistige Welt

Was wollen uns Verstorbene mitteilen?Empfangen von Botschaften
aus der geistigen Welt und Fürbitten.Niemals dürfen wir Kontakte mit unseren Verstorbenen aus Zeitvertreib oder Spaß herstellen,
sondern in der tiefen geistigen Meditation.

Nicht immer ist es sofort möglich einen Kontakt herzustellen und zu spüren was der Verstorbene uns mitteilen will, es geht nicht immer, es muss energetisch einfach fließen, die Energie, die Konzentration,
alles muss in eine Richtung gehen,
dann ist es möglich eine Botschaft in Form von Gedankenübertragung zu empfangen.Auch ist es möglich in diesem meditativen Zustand eine
Antwort auf eine Frage zu erhalten.Man sollte allein im Raum sein,
oder nur mit Menschen
die dem Verstorbenen nahe stehen.
Es muss absolute Ruhe herrschen um die Zeichen,
spüren und empfangen zu können.

Wir zünden eine Kerze an und beginnen in aller Stille
mit der geistigen Meditation und den Fürbitten,
dabei bitten wir in tiefer Demut
die von uns gegangeneSeele um eine Botschaft.
Sie sollten sich in einen meditativen Zustand befinden,
bevor sie die Seele rufen,
oder bevor sie den Geist bitten
sich in irgendeiner Weise bemerkbar zu machen.Ruhe und Konzentration ist ein absolutes Muss!Erst wenn unser Körper und unser Geist
völlige Ruhe ausstrahlt,
können wir mit den Gespräch an unsere Seele beginnen,
wir sollten uns ganz tief in den Gedanken hinein begeben,
und ganz von dieser Welt entfernt sein,
so in einer Art Trance, nur dann ist es uns,
wenn überhaupt, möglich die Mitteilung
der Verstorbenen zu empfangen, oder zu spüren,
denn sie haben nur eine Möglichkeit
mit uns zu kommunizieren
und zwar durch unsere Gedanken und unseren Geist.
Manchmal ist die Energieübertragung so stark,
dass auch ein Geräusch entsteht oder etwas umfällt,
das ist aber eher selten,
denn die Seelen wollen uns nicht erschrecken,
sie wollen uns nur helfen.
Manchmal haben Seelen auch das dringende Bedürfnis
uns vor etwas zu warnen
oder uns etwas wichtiges mitzuteilen,
was uns oder was sie selber betrifft,
dann hören wir Geräusche oder begegnen Dingen
die uns spontan aufhören lassen,
spätestens dann sollten wir uns die Zeit nehmen
und versuchen zu erfahren
was die Seele uns mitteilen möchte.
Auch unsere Verstorbenen haben eine Aura wie wir, vielleicht können sie diese
in einer ganz hellen Farbe sehen,
oft erkennbar in der Dunkelheit,
ihre Anwesenheit ist immer positiv für uns
und bedeutet dass wir vertrauen sollen, weil sie uns beschützen und beistehen.
Oft haben wir auch das Gefühl,
dass jemand da ist neben uns,
wir spüren die Anwesenheit,
aber wir sehen niemand!
Da können wir sicher sein
dass die Seele uns was sagen will,
dass sie ganz nah bei uns ist,
weil wir Trost oder Hilfe brauchen.
Sie will uns mitteilen: 

„Schau ich bin da, hab keine Angst, es wir alles gut!“ Ein angenehmes Gefühl während der Meditation
mit den Seelen bedeutet,
man kann fragen und ein Gespräch führen.
Sollte man sich jedoch unwohl fühlen
bei der Seelenmeditation
dann sollte man die Sitzung sofort beenden.Sich immer bei den Seelen,
bei der Geistigen Welt bedanken – für alles – immer!

Quelle: Engelwelt

Gesang der Intellektuellen

Gesang der Intellektuellen

(Melodie: Gaudeamus igitur)

1920

Rr-r-revolution 
macht man nur mit Liebe. 
Weist den Hetzer von der Schwelle. 
Nur der Intellektuelle 
kennt das Weltgetriebe.

Unsre Überlegenheit 
wird euch trefflich führen. 
Wählt nur uns in eure Räte, 
dann wird Liebe früh und späte 
eure Seelen rühren.

Lieb den Bürger, Proletar, 
denn dein Bruder ist er. 
Und verdienst du ihm Millionen, 
mag dich das Bewußtsein lohnen: 
Ihr seid ja Geschwister.

Sammelt euch zum Klassenkampf 
hinter unserm Schilde. 
Läßt der Bourgeois euch hängen, 
mit der Liebe Zauberklängen 
stimmen wir ihn milde.

Aber kommt’s zum Bürgerkrieg, 
ja kein Blutvergießen! 
Auf den Kolben jeder Flinte 
schreibt mit roter Liebestinte: 
Brüder, nur nicht schießen!

Folgt dem geistigen Führerrat 
zu des Werkes Krönung. 
Einerseits die rote Fahne, 
andrerseits die Buttersahne 
lieblicher Versöhnung.

Rr-r-revolution 
macht die Herzen schwellen. 
Laßt die Freiheit uns errichten 
mit den lyrischen Gedichten 
der Intellektuellen.

Erich Mühsam (1878-1934)