Belauschen – nicht nett, aber lustig…

x-bestrahlt und nix passiert

Castrop-Rauxel. Im Krankenhaus.

Eine ältere, schon leicht demente Patientin mit Rückenschmerzen kommt gerade vom Röntgen. Der Pfleger möchte wissen, ob ihr schon ein Ergebnis mitgeteilt wurde.
Pfleger: “Und?”
Patientin: “Hat nicht geholfen, tut immer noch weh.”

belauscht von Arno

dann liest wenigstens die nsa nicht mit

Senden.

Mein Vater lässt meine Oma auf dem iPad eine E-Mail verschicken.

Vater: “So, und wenn du fertig mit Schreiben bist, was machst du dann?”
Oma: “Hm… Ich bring`s zur Post!”

belauscht von Mina

auf der suche nach den faulen eiern

Berlin.

U6 Station Birkenstraße. Fahrkartenkontrolle am Ostersonntag um die Mittagszeit…

Eine süße, kleine Omi will aussteigen, hält inne und legt schließlich einem der Kontrolleure ihre Hand auf die Schulter.

Omi (übertrieben mitleidig): “Sie haben wohl auch keine Familie, was?”

belauscht von Ina

opa, halt dich bitte bedeckt!

Staufenberg.

Ein 75-jähriger Mann niest lautstark in seinem Garten.

#1: „Gesundheit!“
#2: „Ja ja, mich hat’s ganz schön erwischt. Hab mich nach dem Sex nicht zugedeckt.“
#1: „Und ist deine Frau auch krank?“
#2: „Ach was, die war doch gar nicht dabei!“

belauscht von omo

coffee to hide

Aachen. Roermonder Straße, im Bus Linie 4.

Eine junge Frau sitzt im vorderen Teil des Busses mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. In der Hand hält sie einen großen Kaffeepappbecher.

Der Busfahrer schaltet wutschnaubend die Sprechanlage an: „Die Dame mit dem Kaffeebecher: bitte setzen Sie den Deckel auf oder ich muss Sie leider an der nächsten Haltestelle rausschmeißen!“
Junge Frau (versöhnend): „Ist ja OK, Entschuldigung.“
Busfahrer (unnachgiebig): „Haben Sie schon einmal einen gesehen, der verbrüht worden ist!?”

Nach einem kleinen Disput verlässt die junge Dame schließlich den Bus. Zwei Omas haben die Situation neugierig mitverfolgt.

Oma #1: “Ist die dumm, das weiß man doch!”
Oma #2: “Richtig, da setzt man sich doch an einen Platz, an dem der Busfahrer einen nicht sieht.”

belauscht von Michael

Keine Trauer zu Allerseelen

Das Eisenkreuz, der Marmorstein,
herausgeputzt zum Seelentag.
Geschmückt das Grab, es dient als Schrein
für Nähe und Zusammensein
mit allen, die dein Herz so mag.

Novemberwind trifft Orgelklang,
der Glocke Schläge klingen fern.
Der Friedhof hört Gebet, Gesang
und über ihm, es macht nicht bang,
blickt schon am Nachmittag ein Stern.

Ingo Baumgartner (1944-2015)

Junge Liebe

Junge Liebe

Aus eignem Herzen geboren, 
Nie besessen, dennoch verloren

Ihr Aug ist blau, nachtbraun ihr lockicht Haar, 
Ein Schelmenmund, wie jemals einer war, 
Ein launisch Kind; doch all ihr Widerstreben 
Bezwingt ihr Herz, das mir so ganz ergeben.

Schon lange sitzt sie vor mir, träumerisch 
Mit ihren Beinchen baumelnd, auf dem Tisch; 
Nun springt sie auf; an meines Stuhles Lehne 
Hängt sie sich, schmollend ob der stummen Szene.

»Ich liebe dich!« – »Du bist sehr interessant.« 
»Ich liebe dich!« – »Ach das ist längst bekannt! 
Ich lieb Geschichten, neu und nicht erfunden – 
Erzählst du nicht, ich bin im Nu verschwunden.« –

»So hör! Jüngst träumte mir« – – »Das ist nicht wahr!« – 
»Wahr ist’s! Mir träumt‘, ich sähe auf ein Haar 
Dich selbst straßauf und -ab in Prachtgewändern 
An eines Mannes Arm gemächlich schlendern;

Und dieser Mann« – – »der war?« – »der war nicht ich!« – 
»Du lügst!« – »Mein Herz, ich sah dich sicherlich – 
Ihr senktet Aug in Auge voll Entzücken, 
Ich stand seitab, gleichgültig deinen Blicken.«

»Der Mutter sag ich’s!« ruft das tolle Kind 
Und springt zur Tür. Da hasch ich sie geschwind, 
Und diese frevelhaften Lippen müssen, 
Was sie verbrochen, ohne Gnade büßen.

Theodor Storm (1817-1888)