Die Edda | 33. Oddrûnargrâtr.

Oddruns Klage.

Heidrek hieß ein König, seine Tochter hieß Borgny und Wilmund ihr Geliebter. Sie konnte nicht gebären bis Oddrun hinzu kam, Atlis Schwester. Die war Gunnars Geliebte gewesen, des Sohnes Giukis. Von dieser Sage ist hier die Rede.1Ich hörte sagen   in alten Geschichten,

Daß eine Maid kam   gen Morgenland.
Niemand wuste   auf weiter Erde
Der Tochter Heidreks   Hülfe zu leisten.

2 Das hörte Oddrun,   Atlis Schwester,
In schweren Wehen   winde die Jungfrau sich.
Sie zog aus dem Stalle   den scharfgezäumten
Und schwang dem Schwarzgaul   den Sattel auf.

3 Sie spornte den schnellen   den ebnen Sandweg
Bis sie die hohe   Halle stehn sah.
Von des Rosses Rücken   riß sie den Sattel,
Trat ein und schritt   den Saal entlang.
Dieß war das erste   Wort, das sie sprach:

4 In diesen Gauen   giebt es was Neues?
Was hört man Gutes   in Hunnenland?Eine Magd sprach:

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De Hoffnung

Erklärungen

De „Hoffnung“ is ´n Fall-Shanty (Halyard-Shanty). Düsse Shanties weern op de groten Seilschipps sungen, wenn se dorbi weern, de Seils to setten. 
De Ol (Ool): dat is de Käpt´n. 
Skyseils: Dat sünd de böversten Seils op de groten Rahseilschipps. 
bisetten: noch tosättlich setten. 
Anker op Slip setten: De Ankerkett ganz dal fiern, bit nix mehr op dat Spill is.
Quelle: http://www.plattmaster.de/hoffnung.htm

1. De Hoffnung weer hunnert Dag ünnerwegs, to my way, hay, hoday. 
Se seil von Hamborg na Valparais, it´s a long time ago.

2. Se seil so good und se seil so hart, to my way, hay, hoday. 
Se har so’ne goode kostbare Fracht, it´s a long time ago.

3. Un as de Ol nu flucht und gnaddert, to my way, hay, hoday. 
Dor keem de Düvel över de Reeling kladdert, it´s a long time ago.

4. Wenn mi in tein Dag na’n Kanal du bringst, to my way, hay, hoday. 
Denn kriggst Du mien Seel, so wohr as du stinkst, it´s a long time ago.

5. De Pott leep neegentein Mielen toletzt, to my way, hay, hoday. 
Dor harr de Düvel de Skyseils bisett, it´s a long time ago.

6. Un as he nun in’n Kanal keem to Stell, to my way, hay, hoday. 
Dar seeg de Düvel „Nu her mit de Seel.“, it´s a long time ago.

7. Dar seeg de Ol „Nu lat di man Tied“, to my way, hay, hoday. 
„We goht to Anker bi Kap San Patric“, it´s a long time ago.

8. De Düvel de weer för Freid all ganz weg, to my way, hay, hoday. 
He leep op de Back, sett de Anker op Slip, it´s a long time ago.

9. De ole Timmermann har grote Freid, to my way, hay, hoday. 
He har den Düvel sien Steert mit vertäut, it´s a long time ago.

10. Un as den Anker nu suust op den Grund, to my way, hay, hoday. 
Dor suust de Düvel mit, de Swienehund, it´s a long time ago.

Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel
Von bessern künftigen Tagen,
Nach einem glücklichen goldenen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling locket ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben,
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirne des Toren,
Im Herzen kündet es laut sich an:
Zu was Besserm sind wir geboren!
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.

Friedrich von Schiller (1759-1805)