„Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“

Der nächste Beitrag auf die Einladung zur Blogparade bei Alice. 😉

Kurz, bevor ich wieder die Fähre nach Konstanz bestieg, kaufte ich mir an einem kleinen Stand eine große Wassermelone, nicht ahnend, dass diese mir mein größtes Abenteuer bescheren würde. Aber davon erzähle ich Euch beim nächstenmal.


Nun möchte ich Euch auf jeden Fall erzählen, wie das Ding mit der Wassermelone weiterging.
Wie kriegt man denn unterwegs eine Wassermelone am Stück klein? 🙀 Fällen lassen? 🙀  wurde ich zum Beispiel in einem Kommentar gefragt. 🙄
Nun, diese Frage stellte sich mir in der Tat auch, 😕 nämlich spätestens dann,als ich – krampfhaft die immer schwerere Melone balancierend – den bereits wartenden Zug erreichte. Unschlüssig stand ich auf dm Bahnsteig herum und überlegte gerade, ob ich den Tauben, die den Perron bevölkerten, vielleicht eine Freude machen konnte. Von dieser Idee verabschiedete ich mich allerdings ziemlich rasch. Tauben fressen zwar Körner und andere runde Sachen, aber mit dem dicken Ding, konnten sie sich wahrscheinlich prächtig verschlucken… Da fiel mein Blick auf eine Bank, die sich genau vor der Lok befand. Darauf saß ein älterer Mann, der bedächtig sein Pfeifchen rauchend, die vor ihm stehende Lok bewunderte. Er trug einen nicht mehr ganz sauberen Blaumann, derbe Schuhe und eine Kappe. Ich schlenderte zu ihm und fragte höflich, ob ich neben ihm Platz nehmen dürfe. Überrascht schaute er mich an.

Aber ja doch, hock dich her!, antwortete er freundlich und rückte ein Stück zur Seite. Ich bedankte mich artig.

Nach einer kleinen Weile begann er, alles von mir wissen zu wollen, und ich gab bereitwillig Auskunft.

Warum ich so ganz alleine hier sei und ob ich keine Freunde hätte?

Doch, klar habe ich Freunde! Aber die sind alle in der Schule.

Er lachte und fragte dann, ob das nicht auffalle, wenn ich einfach die Schule schwänzen würde.

Ich schwänze doch nicht! Ich hab Ferien!

Dann erklärte ich ihm noch, dass ich aus Köln und zu Besuch bei meiner Oma sei und wir anders Ferien haben, als hier in Baden Württemberg. Das hatte er gleich verstanden und nickte langsam mit dem Kopf. Ich drückte ihm die Melone in die Hand.

Da, die schenke ich Ihnen! Er nahm sie dankend an, zog ein Messer aus der Tasche und begann damit, das Monsterobst zu zerlegen. Ein dickes Stück hielt er mir hin, welches ich dankend ablehnte. Er zuckte mit den Schultern.

Und, wo willst du jetzt noch hin?

Erstmal mit dem Zug da nach Ulm, dann mit dem Bus heim zu Oma.

Er nickte mit dem Kopf auf die Lok. Dann fragt er mich, ob ich einmal auf der Maschine mitfahren wolle. Verdutzt schaute ich ihn an. Ob ich eine Fahrkarte hätte, wollte er wissen und sagte gleich, ich solle einsteigen und aufpassen, dass ich nicht herunterfalle.

Er kletterte mir nach, schloss die Türe und nach einem prüfenden Blick auf den Bahnsteig setzte sich das Ungetüm in Bewegung. Er erklärte mir, dass dies die berühmte „Schwäbsche Eisenbahn“ sei. Vieles erklärt er mir noch. Auch wie der Fahrtregler funktionierte. Ich durfte mich zu ihm setzen und nach seinen Anweisungen die Regler und Knöpfe bedienen. Auf jedem kleinen Bahnhof sollte ich aus dem Fenster gucken, lächeln und dem Bahnpersonal freundlich zuwinken.

Diese Fahrt werde ich niemals mehr vergessen! Viel zu schnell kamen wir wieder in Ulm an. Dort angekommen sollte ich auf dem Bahnsteig warten, er brauche wenige Minuten, alles zu verschließen und dann würde er mich auf ein Schnitzel in die Kantine einladen.

Wer arbeitet, soll auch essen!

Er brachte mich nach dem Essen noch zum Bus, verabschiedete sich von mir und sagte dem Busfahrer, er solle ja gut auf seinen jungen „Kollegen“ Acht geben.

 

Und so ging der abenteuerreichste Tag meines jungen Lebens zu Ende. Gerne hätte ich meinen Freund noch einmal gesehen, später. Aber wie das im Leben so ist…

Aus den Augen – aber beileibe nicht aus dem Sinn

Autor: Werner Philipps

Mein Leben und ich! So könnte man den Inhalt meines Blogs kurz und knapp überschreiben. Er beinhaltet (ich hoffe in der richtigen Balance!) Episoden und Ereignisse aus meinem Leben (sic!), Humor und Gedichte... Lasst Euch einfach mal überraschen. Über Kommentare zu den einzelnen Artikeln freue ich mich natürlich auch sehr und meistens antworte ich sogar! Ich freue mich sehr über Euren Besuch. Herzlichst, Werner Philipps

12 Kommentare zu „„Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer““

Mein Senftöpfchen wartet auf neue Nahrung. ;) Also, gib gerne Deinen Senf dazu!

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