Ferien bei Oma|Ausflug an den Bodensee

Seit  langem schon kreisen die Erinnerungen, die ich heute mit Euch teilen möchte, in meinem Kopf. Auf den Gedanken brachte mich ja Alice, als sie zu ihrer zweiten Blogparade lud. Ich hoffe, meine Erinnerungen gefallen Euch, das würde einen alten Mann sehr glücklich machen. 😉


„Was treibst du heute so, Bub?“
Oma beobachtete mich lächelnd, während ich einige Dinge in meinen Rucksack packte.
„Ich schnapp mir den Bus, in Ulm steige ich aus, und dann, mal gucken!“

Fröhlich pfeifend begab ich mich zum Bahnbus, der schon abfahrbereit an der kleinen Kirche wartete.
„Wenn du nicht sicher bist, wohin, gehe einfach den Weg, den die meisten Leute gehen!“, hatte sie mir empfohlen.

Kurze Zeit später stand ich dann in Ulm mitten im Bahnhof. Ein kurzer Blick auf den Fahrplan ließ mich bald darauf in einem kleinen Zug sitzen, der nach Konstanz fuhr. Bis der Schaffner auftauchte hatte ich mir noch nicht mal überlegt, was ich dort eigentlich wollte.
Beim Schaffner erwarb ich dann eine Rückfahrkarte. Das ging damals noch, als sich das Unternehmen noch „Deutsche Bundesbahn“ nannte. Der Schaffner, ein älterer, schwäbischer Beamter, füllte behäbig meine Karte aus, und während er nach meinem Wechselgeld kramte, empfahl er mir freundlich den Bodensee, der ja um diese Zeit besonders schön ist.

Nun denn, dem Rat meiner Großmutter folgend, tappte ich, in Konstanz angekommen, gehorsam einem kleinen Pulk fröhlich schwatzender Menschen hinterher. Und ehe ich realisierte, wo die eigentlich hinliefen, befand ich mich schon auf einem ziemlich großen Dampfer.

Natürlich wieder einmal ohne Fahrkarte. 🙄

Der Kontrolleur kam immer näher. Ich überlegte, ob der auch Fahrkarten verkaufte und wenn nicht, was ich machen sollte. Vielleicht konnte ich einfach über Bord springen (ich war schon immer ein guter Schwimmer), Gerade schrubbte ich auf  Knien das Oberdeck (natürlich nur in Gedanken!), da stand er schon neben mir, der Henker Kontrolleur. Ich gestand ihm meine „Schwarzfahrt“ da hatte er schon grinsend an einem kleinen Kästchen hantiert und hielt mir mit den Worten Zahlst du in Franken oder D-Mark? Einen Fahrschein entgegen. Erleichtert drückte ich ihm die geforderten 2 oder 3 D-Mark in die Hand.

Dann kamen wir in der schönen Schweiz an, und zwar in Romanshorn. Dort mietete ich mir ein kleines Boot mit Elektromotor und steuerte auf den großen See hinaus. Himmel! Ich fühlte mich wie Käpt´n Cook!

Kurz, bevor ich wieder die Fähre nach Konstanz bestieg, kaufte ich mir an einem kleinen Stand eine große Wassermelone, nicht ahnend, dass diese mir mein größtes Abenteuer bescheren würde. Aber davon erzähle ich Euch beim nächstenmal. 😉

Ach ja, noch etwas: Ich war zu der Zeit gerade einmal 14 Jahre alt, erlebte ein Abenteuer nach dem anderen, und traf nur auf freundliche, hilfsbereite Menschen. Es war eine schöne Zeit, damals. 🙂


 

Autor: Werner Philipps

Mein Leben und ich! So könnte man den Inhalt meines Blogs kurz und knapp überschreiben. Er beinhaltet (ich hoffe in der richtigen Balance!) Episoden und Ereignisse aus meinem Leben (sic!), Humor und Gedichte... Lasst Euch einfach mal überraschen. Über Kommentare zu den einzelnen Artikeln freue ich mich natürlich auch sehr und meistens antworte ich sogar! Ich freue mich sehr über Euren Besuch. Herzlichst, Werner Philipps

22 Kommentare zu „Ferien bei Oma|Ausflug an den Bodensee“

  1. Ein tolles Abenteuer. Meist hat man die schönsten Erlebnisse, wenn man einfach drauf losgeht und die Dinge passieren lässt. Leider verlieren viele die Fähigkiet im Erwachsenenalter, aber auch heute noch kann man einfach so in die Welt gehen und erleben. Ich freue mich dann schon auf dei Wassermelonen-Geschichte. 😉
    Grüße, Katharina.

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  2. Zu dieser Zeit war man mit 14 Jahren ja oftmals schon in der Berufsausbildung. Zumindest waren wir meist sehr selbstständig und hatten kein Smartphone und keine App. Man wie ging das damals nur? 😀

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  3. Schweinereien gab es schon immer, aber ich denke, sie waren damals nicht so ausgeprägt wie heute, wo ich meine Tochter nicht allein zur Schule gehen lassen kann ..

    LG PP

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  4. Anders war sie wohl, ruhiger, vielleicht auch nicht ganz so gehetzt.
    Manchmal erinnern Geschichten von damals an Kinderbücher wie „die Kinder von Bullerbü“. Das ist längst alles vorbei.
    Wir dürfen nie vergessen, dass Kinder einst ein klein wenig freier lebten. Nicht ständig beobachtet, sondern auch mal alleine in den Wald laufen durften. TV und Computer gab es nicht, sie waren eher draußen unterwegs.

    Da stellt sich dann die Frage – waren die Kindertage einst so viel schlechter als heute?

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    1. In keiner Weise waren sie das! Ich erlebte jeden Tag neue Abenteuer, teils durch Menschen, die ich traf, teils auch durch meine eigene Phantasie. Und fast alles versuchte ich auch zu leben. Damals, sowie heute noch. 🙂

      Liebe Grüße, Werner

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  5. Schöne Zeit, als wir noch die DM hatten und die grenzen noch sicher waren und das Bier in den Kneipen billig und die Menschen sich noch an der Theke trafen und austauschten und sich nachts nicht zuhause verbarrikadieren mussten. Ich übertreibe bewusst, aber ich vermisse die damalige Freiheit und Unbefangenheit. Trau mich heute nicht mehr nach 22 Uhr durch die menschenleere Innenstadt .. Gut geschrieben, öffnet Seele und Herz und man fühlt mit dem „Bub“, ist bei ihm auf seiner Künstlerreise 😉

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    1. Die Freiheit und Unbefangenheit erhielten wir aber auch dadurch, das es nur zwei Fernsehprogramme gab und wir von vielen Verbrechen, oder vermeindlichen Verbrechen gar nicht erfuhren. Schlägereien auf der Kirmes wurden z.B. früher gar nicht angezeigt.
      Auch Sexualdelikte nicht kamen vielfach nicht vor den Kadi, da das Opfer oft gebranntmarkt wurde als Flittchen, oder es war durch Arbeit, Verwandtschaft usw. von dem Täter abhängig. So erfuhr die Öffentlichkeit meistens nichts davon, obwohl es sie gab.
      Ich kann mich noch gut daran erinnern, das wir Mädels niemals per Anhalter fahren sollten. Aus gutem Grund.

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      1. Ja, da muss ich dir Recht geben, wir hatten nur das erst und das zweite Programm, aber freuten uns auf die Sendungen. Und es gab alles schon, besonder Missbrauch in den Familien, aber wurde unter Stillschweigen behandelt. Auch in der Kirche usw. Danke für deine erhellenden Worte. LG PP

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        1. Das stimmt. Fernsehen war für uns was besonderes und wir haben uns sogar auf die Hitparade gefreut, trotz Schlagermusik. 😉
          Heute sind wir durch mindestens 100 Programme und ganz besonders durch das Internet völlig überversorgt mit hauptsächlich schlechten Nachrichten, mit Hass und Hetze, auch mit Lügen und furchtbaren Bildern, die abstumpfen. Die einem aber auch im Unterbewußtsein Angst machen.
          Schade eigentlich um dieses tolles Medium.

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          1. Ja, aber was schert es dich? Du musst ja nicht einschalten. Kannst den Fernseher ja auch entsorgen, wenn er dich stört. Woher also die Aggression? Wohl aus anderen Quellen.

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          2. PS: Ich finde die große Auswahl an Programmen toll, weil man ja doch immer nur Programm schauen kann und wie man mit den Medien umgeht, das muss jeder selbst für sich verantworten. Kerner ist zu Internet oder Fernsehen gezwungen. Hass und Hetze und Lügen gab es schon immer, seitdem es Menschen gibt, fängt schon in der Bibel an. Und furchtbare Bilder, die abstumpfen schau ich mir erst gar nicht an. Warum sollte ich mir das antun: Warum tust du es dir an? Kommen diese Bilder überraschen aus dem Nichts? Wie gesagt: Es liegt an uns selbst und nicht an den Medien, wie wir unser Leben gestalten. Schmeiß alles, was einen Bildschirm hat aus dem Fenster, wenn du nicht damit klar kommst. So einfach ist das .. LG ❤

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            1. Ich bin in keiner Weise aggressiv, warum nimmst du das an? Es ist eine Beobachtung von mir, wie es oft im Netz zugeht. Und wie viele (vor allem junge) Menschen sich davon vereinnamen lassen.
              Nicht so sehr hier in der Bloggerwelt, aber in typischen anderen „social Media“ wie Facebook und Co. Und richtig, darum bin ich dort nicht mehr aktiv, nicht einmal mehr angemeldet.
              Warum soll es mich nicht scheren, wenn ich eine unschöne Entwicklung sehe?
              Es ist mir eben nicht egal.

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              1. Weil alles zwei Seiten hat und man nicht nur das Negative sehen sollte. Facebook hat auch positive Seiten und diese überwiegen eigentlich. Oder? Wenn du positiv in die Welt blickst, dann blickt die Welt auch positiv in dich. „Aggression“ beginnt schon wesentlich früher als bei Gewalt und man müsste über den Begriff diskutieren. Es ist oft schon ein Akt der Aggression überhaupt sein Wort zu erheben aus psychoanalytischer Sicht. Der Volksmund benutzt „Aggression“ als Begriff natürlich oft in negativem Sinne. Etwas Böses anzuprangern entsteht nach Freud schon aus dem Aggressionstrieb und ist durchaus positiv zu werten. Und was wir als Gut oder Böse, schön oder unschön ansehen, entsteht oft durch die Brille, die wir tragen. Lass es dir gut gehen und nicht so grantig in das Leben blicken ❤

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  6. Ja damals, als der Bodensee kurz vorm Verrecken war…. heute jammern die Fischer, weil er zu sauber ist und Nährstoffe- gemeint: Chemie aus der Schweiz- fehlen und es weniger Fische gibt. Gesunder Fisch interessiert die nicht, nur Masse.

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Mein Senftöpfchen wartet auf neue Nahrung. ;) Also, gib gerne Deinen Senf dazu!

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