Besuch bei Freunden 3. | Tschechei, Stadlkneipe, Schinderhannes

Der letzte Teil unseres kleinen Ausflugs verlief dann relativ unspektakulär. Als wir die Grenze zur Tschechei überfuhren deutete nur das „etwas andere“ Straßenbild darauf hin, dass wir in Deutschland verlassen hatten. Armselige, blasse und teilweise dem Verfall nahe Häuser säumten hie und da die Straße, diese hätten gut zu einem alten Film -gedreht in der DDR- entnommen worden sein. Und dann reihten sich wie Perlen an einer Schnur die „Etablissements“ aneinander: Spielhöllen und „Sauna“-Clubs wechselten sich ab mit Buden und offenen Ständen, an denen man von Handtaschen über Kleidung bis hin zu CDs so ziemlich alles bekam. In Deutschland gibt es ja sowas auch, dort wird dann Spargel verkauft, oder Körbe. Allerdings nicht so gehäuft. 😉

Tina steuerte einen Parkplatz an, dessen Buden, Stände und Verschläge mich entfernt an die Auer Dult in München erinnerten. An diesem Tag waren jedoch fast alle Buden mit Brettern verschlossen, bis auf eine, aus der gleich eine junge Frau asiatischen Ursprungs gestikulierend auf uns zukam. Ein neuer schwarzer Mercedes, da ist was zu holen, mag sie sich gedacht haben und grinste uns freundlich an. Wir fuhren jedoch langsam weiter, ohne anzuhalten. Es sah aus, als hätte der Platz vor Kurzem eine Razzia hinter sich gebracht, so ausgestorben lag er da.

Richtung Heimat fahrend steuerten wir dann noch einen Shop an. Dort gab es ja wohl nichts, was es nicht gab. Über Alkohol, Kaffee, Süßigkeiten bis hin zu Zigaretten und Tabak. Ich spielte kurz mit dem Gedanken, eine Flasche Absinth zu erstehen, 70% Vol. Alkohol, verwarf ihn aber dann wieder, als mir der Gedanke an Van Gogh kam. Hatte sich der nicht im Absinth-Rausch ein Ohr…?

Außer einer 400g-Tüte Mini-Snickers habe ich dann auch tapfer allen anderen Versuchen widerstanden. Ganz ehrlich, Freunde: Die Preise dort sind auch nicht viel günstiger als bei uns, und wegen einer Ersparnis von ein paar Cent schleppe ich nicht das Zeug im Rucksack nach Hause, alles, was Recht ist. :wacko:

Auf dem Rückweg nach Weiden schlug Tina vor, noch einen Kaffee trinken zu gehen.Auf der deutschen Seite, in einer Kneipe, die sich passend „Stadlkneipe“ nannte. Die Mädchen und Tina tranken Kakao, mit Sahne, ich meinen Kaffee.

Die Stadlkneipe. Eine der gemütlichsten und heimeligsten Kneipen, die ich lange sah. Einfach zum Wohlfühlen!
Ein kleiner Küchenherd verbreitete leise knisternd eine wohlige Wärme.
Dieser Tresen wurde übrigens von der ganz reizenden Wirtin Alex selbst gebaut! Er setzt sich zusammen aus Holzscheiben, eingebettet in Gips und sieht ebenso urig aus, wie der Rest dieser kleinen Kneipe/Cafés.

Rundherum befinden sich Gehege und kleine Ställe, es gibt dort für Kinder (und junggebliebene Erwachsene) einen kleinen Streichelzoo mit Meerschweinchen und Ziegen und Schafen. Auch Rehe, Alpakas und Känguruhs(!) kann man dort sehen. Im Sommer mit Kindern einen Ausflug dorthin zu machen, die Alten ratschen draussen bei Kaffe und Kuchen, die Kleinen können die Tiere angucken oder auf dem Spielplatz spielen… Für sowas muss man normalerweise weit fahren… Wie Urlaub auf dem Bauernhof.

Hier lässt es sich gut verweilen.

Wer möchte, kann sich die anderen Fotos mit den Tieren und mehr Fotos unter anderem auch von der wundervollen Kirche nahe der Ruine Leuchtenberg in meinem Webalbum anschauen. Langsam machten wir uns nun auf den Weg zu Tinas Haus. Ein leckeres Abendessen im „Schinderhannes“, dann wurde es auch schon Zeit für mich, zum Bahnhof zu fahren. Ein wirklich wundervoller Tag, vollbepackt mit neuen Eindrücken, ging viel zu schnell zu Ende.

Liebe Tina, Du hast es wieder einmal geschafft, dass ich mich rundum glücklich und wohl fühlte. Ich Danke Dir von ganzem Herzen für diesen schönen Tag und für alles andere. Und nun freue ich mich bereits auf unser nächstes Wiedersehen, wenn es wieder heißt: Weiden, ich komme!

 

Hier findet Ihr nochmal den Ersten Teil
Hier findet Ihr den zweiten Teil

 

 

Autor: Werner Philipps

Mein Leben und ich! So könnte man den Inhalt meines Blogs kurz und knapp überschreiben. Er beinhaltet (ich hoffe in der richtigen Balance!) Episoden und Ereignisse aus meinem Leben (sic!), Humor und Gedichte... Lasst Euch einfach mal überraschen. Über Kommentare zu den einzelnen Artikeln freue ich mich natürlich auch sehr und meistens antworte ich sogar! Ich freue mich sehr über Euren Besuch. Herzlichst, Werner Philipps

4 Kommentare zu „Besuch bei Freunden 3. | Tschechei, Stadlkneipe, Schinderhannes“

  1. Schöner Reisebericht. Hat doch was, wenn man mal rauskommt aus der gewohnten Umgebung. Aber entweder man hat Zeit, aber kein Geld, oder Geld genug, aber blöderweise keine Zeit wg. Arbeit. Sehr ungünstig, bei wem kann man sich da beschweren?

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    1. Danke. Ja, es ist eine schöne Abwechslung. Man sollte so etwas viel öfter machen. Mit der Bahn gibt es reichlich Ziele, die man an einem Tag anschauen kann, und mit dem Bayern-Ticket kann man sich das sogar noch leisten. 🙂

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Mein Senftöpfchen wartet auf neue Nahrung. ;) Also, gib gerne Deinen Senf dazu!

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